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Brandenburg/Havel Brandenburger Projektentwickler insolvent
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Projektentwickler insolvent
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02:17 05.11.2015
Detlev Delfs entwickelte die einst marode Kammgarnspinnerei. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg/H

Einer der aktivsten Projektentwickler und Architekten der Stadt Brandenburg ist finanziell handlungsunfähig. Das Amtsgericht Potsdam hat am 15. September das vorläufige Insolvenzverfahren gegen Detlev Delfs eröffnet und dabei zur Sicherung der künftigen Insolvenzmasse und zur Aufklärung des Sachverhalts die Berliner Rechtsanwältin Susanne Berner zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt. Sie ist berechtigt, Delfs Bankguthaben und Geld, das bei ihm eingeht, einzuziehen.

Der Geschäftsmann hat unter anderem Hohenstückens neue Mitte, das Wohnhaus am Bermudadreieck, die Heidrich’sche Mühle und vor allem die Kammgarnspinnerei in der Neuendorfer Straße entwickelt mit ihren Einkaufsmärkten, dem Seniorenheim, den Eigentums- und Ferienwohnungen.

„Die Insolvenz hat aber keine Auswirkungen auf die Kammgarnspinnerei“, betont Rechtsanwalt Holger Neumann aus Berlin, von dem Delfs sich rechtlich beraten lässt. Insolvenzverwalterin Berner hat Neumann autorisiert, der MAZ Auskunft zu geben. Alle Projekte dort würden planmäßig fortgeführt, teilt der Rechtsanwalt mit auf die Frage der MAZ, was nun aus der geplanten Kindertagesstätte für 120 Kinder wird, die in einer Halle der ehemaligen Kammgarnspinnerei entstehen und vom Landesausschuss für Innere Mission (Lafim) betrieben werden soll.

Die Ferienwohnungen stehen und standen nach Neumanns Angaben nie in Delfs’ Eigentum. Soweit Neumann bekannt, werden die Ferienwohnungen bereits planmäßig vermietet.

Schulden beim Finanzamt im hoher sechsstelligen Bereich

Den Angaben zufolge hat Immobilienentwickler Delfs, der vielen Brandenburger auch durch sein kommunalpolitisches Engagement für die CDU bekannt ist, die Insolvenz selbst angemeldet. Der Grund seien Steuerschulden plus Säumniszuschlägen und Zinsen, die Delfs nicht bezahlen könne.

Das Finanzamt hatte in diesem Jahr dessen Vermögensverhältnisse geprüft und einen hohen sechsstelligen Betrag als zu versteuernden Gewinn bewertet, den der Unternehmer in seinen Büchern als Rückstellungssumme ausgewiesen hatte. Auf die Teilflächen der Kammgarnspinnerei habe die Steuerbehörde aber keinen Zugriff, denn die seien schon verkauft worden, erklärt Neumann.

Zu Delfs Einkommens- und Vermögenssteuerschulden beim Finanzamt kommen Gewerbesteuerschulden bei der Stadt Brandenburg, die er nicht begleichen kann. Auch bei einer Bank stehe er in der Kreide. Der MAZ sind zudem Geschäfts- und Privatleute bekannt, die offene Forderungen gegen Delfs haben.

Rechtsanwalt Neumann, der von einer „nicht einfachen Situation“ für den Brandenburger Unternehmer spricht, hofft, dass Delfs aus seinem Schlamassel herauskommen kann. Angedacht sei, mit Hilfe eines Insolvenzplanes die Entschuldung zu ermöglichen.

Die zweite Insolvenz in diesem Jahr

In einem ersten Schritt hatte das Finanzamt am 11. März 2015 wegen der Steuerschulden schon einmal einen Insolvenzantrag gegen ein Unternehmen aus seiner Firmengruppe gestellt, nämlich die Detlev Delfs GmbH.

Delfs Rechtsberater verwies darauf, dass die Bauträgergesellschaft für das Gewerbegebiet Hohenstücken schon 2012 ihren letzten Geschäftszweck erfüllt habe.

Die neuerliche Insolvenz, die nach der Begutachtung durch die Verwalterin vor der Eröffnung steht, trifft indes nicht nur eine funktionslos gewordene Firma, sondern den Geschäfts- und den Privatmann mit seinem Vermögen, auch wenn das Haus, in dem seine Familie wohnt, anderen Familienmitgliedern gehört und nicht mehr er, sondern inzwischen andere Familienmitglieder die Gesellschafteranteile an der Firma Loft-Bau GmbH besitzen.

Von Jürgen Lauterbach

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