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Brandenburg/Havel Brandenburger schneidert auf Vox
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger schneidert auf Vox
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10:46 03.11.2015
Kreativer Kopf aus Brandenburg: Florian Lange schneidert ab 3. November in der Fernsehsendung „Geschickt eingefädelt“.  Quelle: Vox/Andreas Friese
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Brandenburg/H

 Mit großer Vorfreude sehnt Florian Lange den 3. November herbei. An diesem Dienstag wird die erste von sechs Folgen der neuen Vox-Fernsehsendung „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ ausgestrahlt. Der 24-jährige Lange, der in Brandenburg an der Havel Petticoatkleider im Stil der 50er- und 60er-Jahre schneidert, ist dann zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr einer von acht Kandidaten. Diese müssen jede Woche neue Aufgaben erfüllen und sich anschließend dem Urteil der Jury um den bekannten Modedesigner Guido Maria Kretschmer stellen. Am Ende geht einer der Hobbyschneider als Sieger aus dem Nähwettbewerb hervor.

Die Jury: Die Modedesigner Anke Müller (links) und Guido Maria Kretschmer sowie Inge Szoltysik-Sparrer, Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks. Quelle: Vox/Andreas Friese

Doch wie hat es der Brandenburger überhaupt in die Sendung geschafft? „Vor etwa einem Jahr habe ich eine Anfrage von der Produktionsfirma bekommen“, erinnert sich Lange. Man habe ihn dann kurz vor Weihnachten zum Casting nach Berlin eingeladen. „Da bin ich dann erstmal vier Stunden zu spät gekommen“, so der Brandenburger. Die Produktionsfirma freute sich dennoch über sein Erscheinen. „Sie hatten schon befürchtet, dass ich absage.“ Während des Castings musste er ein kurzes Interview geben und einen Rock nach einem Schnittmuster nähen, in einer vorgegebenen Zeit und vor laufender Kamera.

Auf Du und Du mit Chef-Juror Kretschmer

„Im Januar habe ich dann Bescheid bekommen, dass ich dabei bin“, sagt der junge Schneider. Besonders stolz sei er gewesen, weil Chefjuror Guido Maria Kretschmer die Kandidaten selbst mit ausgesucht hatte. An das erste Treffen mit dem Gastgeber der Sendung kann sich Florian Lange noch gut erinnern. „Er hat mir gleich das Du angeboten.“ Kretschmer sei ein ganz normaler Mensch, der trotz seines Erfolgs nicht abgehoben und den Kandidaten während der Aufnahmen auf Augenhöhe begegnet sei.

Auch unter den acht Teilnehmern herrschte eine gute Stimmung, erzählt Lange: „Wir haben uns von null auf 100 alle sofort gut verstanden.“ Konkurrenzdenken und Zickereien, vor denen er sich im Vorfeld ein wenig gefürchtet hatte, gab es nicht. Im Gegenteil, die fünf Frauen und drei Männer trafen sich auch nach den Dreharbeiten zu verschiedenen Unternehmungen. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt.“

Die drei Juroren

Die Jury besteht aus Guido Maria Kretschmer, Inge Szoltysik-Sparrer und Anke Müller.

Guido Maria Kretschmer ist Modedesigner und wirkte bereits bei TV-Formaten wie „Shopping Queen" und „Das Supertalent“ mit.

Inge Szoltysik-Sparrer ist die Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks. Die Schneidermeisterin nähte schon im Alter von vier Jahren.

Anke Müller ist ebenfalls Modedesignerin. Die 39-Jährige machte sich 2002 mit ihrer Firma „Cherry Picking“ selbstständig. Das Spezialgebiet sind Wäsche und Homewear.

Wertvolle Ratschläge auch nach der Show

Gedreht wurde im Frühjahr in einem alten Speicher in Berlin. Um ihre Fähigkeiten bewerten zu können, mussten sich die Kandidaten bei Technik- und Kreativaufgaben beweisen. So sollten sie etwa Schnittmuster nach Zeit nähen oder aus einem alten Kleidungsstück etwas Neues mit eigener Note kreieren. „Danach haben die Juroren Verarbeitung, Qualität und Kreativität bewertet“, so Florian Lange.

Am strengsten sei dabei Inge Szoltysik-Sparrer, die Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks, gewesen. „Sie hat kein Blatt vor den Mund genommen.“ Die Kritik der Jury sei aber immer seriös und konstruktiv gewesen, findet Lange. Auch wenn die Aufnahmen längst abgeschlossen sind, steht er nach wie vor in Kontakt mit den drei Juroren. „Wenn ich einen Rat brauche, kann man ich einfach fragen.“

Neue Kollektion und eigene Broschüre in Planung

An das Arbeiten vor den TV-Kameras und das Beantworten der vielen Nachfragen beim Schneidern musste sich der Brandenburger zu Beginn erst einmal gewöhnen. „Das war schon eine Stresssituation“, sagt er. Auch der Zeitdruck habe ihm anfänglich zugesetzt. „Zu Hause mache ich alles in Ruhe.“ Ganz entspannt möchte er sich nun auch die Folgen von „Geschickt eingefädelt“ vor dem heimischen Fernseher anschauen. „Ich habe noch nichts gesehen und werde auf jeden Fall immer einschalten.“

Der 24-Jährige ist gespannt auf die Reaktionen und was nach der Ausstrahlung auf ihn zukommt. Die nächsten Projekte stehen unterdessen schon in den Startlöchern. Nachdem der Schneider beim Brandenburger Fashion Day erst im September seine aktuelle Kollektion „Vive la Provence“ präsentiert hat, plant er bereits die nächste. Zudem möchte Florian Lange pünktlich zur Vox-Show eine Broschüre mit Nähtipps und Schnittmuster für Petticoatkleider herausbringen.

Von Norman Giese

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