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Brandenburger Taucher aus Bodensee geborgen

34-jähriger Familienvater gerät in Panik und ertrinkt Brandenburger Taucher aus Bodensee geborgen

Bei einem Tauchunglück im Bodensee ist ein 34 Jahre alter Familienvater aus Brandenburg ums Leben gekommen. Unter Wasser war er in Panik geraten, reagierte falsch und sackte in die Tiefe. Sein Bruder, mit einem Seil mit dem 34-Jährigen verbunden, geriet ebenfalls in Gefahr, doch er tat das Richtige.

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Von diesem Boot aus wurde der Tauchroboter gesteuert, der die Leiche geborgen hat.

Quelle: Stefan Hilser

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand der Polizei war der Taucher in Panik geraten oder er befand sich im Tiefenrausch, als er unter Wasser falsch reagierte und weiter absackte. Rund zwei Wochen nach dem Tod von Patrick Gerhard (Name geändert) wurde sein Leichnam am Dienstag in 70 Meter Tiefe geborgen.

Der Mann aus der Stadt Brandenburg war im September mit seiner Familie zu Besuch bei seinem Bruder (27), der schon mehrere Jahre am Bodensee lebt. Die beiden Brüder hatten schon mehrere Tauchgänge absolviert, als sie am 25. September, einem Mittwoch, bei der Stadt Überlingen erneut ins Wasser stiegen. An dieser Stelle geht es im Bodensee schon wenige Meter vom Ufer entfernt steil hinunter, bis zu 80 Meter tief.

Der Leichnam des Tauchers wurde in 70 Meter Tiefe geborgen.

Quelle: Stefan Hilser

Die beiden Brüder waren nach Darstellung des Friedrichshafener Polizeisprechers Wolfgang Hoffmann für eine Wassertiefe von 40 Metern ausgerüstet. Durch ein Seil (Bodyline) waren die beiden Taucher miteinander verbunden. Plötzlich sei der ältere Bruder in Panik geraten, der jüngere habe ihn nicht beruhigen können. Ob seine Taucherausrüstung vereist war oder er im Tiefenrausch die Orientierung verloren hat, ist unklar.

Jedenfalls tat Patrick Gerhard, soweit die Polizei die Vorgänge überblickt, in völliger Dunkelheit das Falsche. Statt seine Tarierweste mit Luft zu füllen ließ er Luft daraus ab, sackte von etwa 40 Meter Tiefe ab wie ein Stein und riss seinen Bruder mit – in einen Bereich (60 Meter), für den das vorhandene Luftgemisch ungeeignet war. Sein Bruder löste die Leine und konnte sich so retten. „Sonst hätten wir zwei Tote zu beklagen“, versichert Hoffmann.

Der Bruder tauchte auf, während Frau und Tochter des verunglückten Mannes oben warteten. Sofort alarmierte der Taucher die Rettung. Doch die folgende Suchaktion, die bis in die Nacht andauerte, blieb erfolglos. Denn die Taucher der Polizei können nicht tiefer gehen als 40 Meter.
Weil sich der Tauchroboter an jenen Tagen zur Wartung in Schweden befand, war eine Suche in größerer Tiefe zunächst nicht möglich. Erst an diesem Dienstag stand das mit Greifarmen, Scheinwerfern und Kameras ausgerüstete unbemannte Spezialsuchgerät zur Verfügung. Binnen einer Stunde war der Leichnam gefunden und wurde geborgen. Die Polizei am Bodensee schließt ein Fremdverschulden aus, daher gibt es keine staatsanwaltlichen Ermittlungen zu dem Unglück.

Der Südkurier berichtete mehrfach über den Taucherunfall und befragte Dirk Diestel, den Sprecher der Tauchgruppe Überlingen. Er sagte der Zeitung: „Es muss für den Tauchpartner grausam sein, aber er hat das einzig Richtige gemacht, als er die Leine löste. Denn in 60 Meter Tiefe ist der Druck so hoch, dass sich eine normale Druckluftflasche innerhalb weniger Minuten leert.“ Die Polizei in Friedrichshafen stimmt dieser Einschätzung zu.

Von Jürgen Lauterbach

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