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Brandenburger lieben ihre Straßenbahn

Jubiläum auf dem Betriebshof Brandenburger lieben ihre Straßenbahn

Brandenburg ohne Straßenbahn ist unvorstellbar. Weil vor 120 Jahren der erste Wagen von Pferden gezogen wurde, feierten die Havelstädter ausgelassen das Jubiläum auf dem Betriebshof der VBBr. Ehemalige Mitarbeiter schwelgten in Erinnerungen.

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Die Fahrten mit der Traditionsbahn TW 42 gehörten zu den besonderen Erlebnissen beim Straßenbahngeburtstag.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Viele Havelstädter haben sich am Samstag das große Fest zum 120-jährigen Bestehens der Straßenbahn auf dem VBBr-Betriebshof an der Upstallstraße nicht entgehen lassen. Trotz des immer wieder einmal einsetzenden Regens erwiesen die Brandenburger mehr als Tausendfach ihrer Straßenbahn ihre Referenz.

Unter dem riesigen Carport für die Busse wechselten wie bei einer Stafette Künstler pausenlos das Mikro. Am Rande gab es Attraktionen für Kinder, Informationen, Möglichkeiten der Besichtigung alter und neuer Technik, Ausstellungen von Modellbauern und Freunden der Straßenbahn sowie Sonderfahrten mit dem TW 42, einem 1954 gebauten Triebwagen. Die Hussen auf Bierbänken und Tischen unterstrichen den festlichen Charakter des fröhlichen Tages, der mit dem Auftritt der Kultband Karat endete.

Zahlreiche Gäste verfolgten das Veranstaltungsprogramm unter dem Bus-Carport

Zahlreiche Gäste verfolgten das Veranstaltungsprogramm unter dem Bus-Carport.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Mitten in all dem Trubel waren auch jene Gäste, die sich als ehemalige Straßenbahner oder Busfahrer dem Verkehrsunternehmen nach wie vor verbunden fühlen. Man sah sie einander die Hände schütteln oder sich auf die Schulter klopfen, um dann in Erinnerungen einzutauchen. Unter ihnen Peter Kotecki, in der Vergangenheit einmal Chef der Straßenbahn und heute Vorsitzender des 1986 gegründeten Vereins der „Freunde der Brandenburger Straßenbahn“. Der 75-Jährige, der damals bei Personalmangel als oberster Straßenbahner die Kurbel in die Hand nahm, ist ein wandelndes Lexikon der Geschichte der Brandenburger Straßenbahn. Wer weiß schon, dass die Grünstreifen in der Werner-Seelenbinder-Straße ursprünglich für die Straßenbahn vorgesehen waren. Er beantwortete auch die Frage nach dem zwielichtigen Ruf des Depots in Plaue, wo Fahrer und Schaffnerinnen übernachteten, wenn sie am späten Abend dort ankamen und morgens sehr früh eine Fahrt antreten mussten. „Ja, hier wird wohl mancher in Brandenburg rumlaufen, der dort entstanden ist.“

Der Verein der Freunde der Brandenburger Straßenbahn begeisterte mit seiner Modellbahnanlage

Der Verein der Freunde der Brandenburger Straßenbahn begeisterte mit seiner Modellbahnanlage.

Quelle: Jürgen Krumnow

So wird Straßenbahngeschichte zur Familiengeschichte. Christa Ritter, einmal für die Versorgung der Belegschaft zuständig, erzählte, dass noch heute an den Endpunkten Quenz und Hohenstücken die Häuschen stehen, in denen die Straßenbahner mit einem Imbiss versorgt wurden. „Eine schöne Zeit war das“, sagte sie, während einstige Kolleginnen zustimmend nickten.

Für die Kinder gab es auf der Jubiläumsveranstaltung jede Menge Spiel und Spaß

Für die Kinder gab es auf der Jubiläumsveranstaltung jede Menge Spiel und Spaß.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Eine davon war die Mutter von Marcel Wiesner, der an diesem Tag die zehn Runden mit dem Traditionswagen TW 42 aus dem Jahr 1954 fuhr. Über 300 Menschen hat er bei den Sonderfahrten transportiert, die die Menschen als etwas ganz Besonderes empfanden. Marcel Wiesner ist stolz auf seinen Betrieb und sähe es gern, wenn sein Enkel ihm folgen würde. Das war es, was Geschäftsführer Jörg Vogler bei der Begrüßung der „Gäste und Fahrgäste“, sagte. Ihn habe beeindruckt, dass viele Mitarbeiter vom Lehrling bis zum ihrem Ausscheiden dem Betrieb die Treue gehalten haben. Die Schilderungen der Historie überließ der VBBr-Chef lieber Peter Kotecki als dem Mann mit dem großen Herzen für die Straßenbahn und dem kühlen Rechner und Vorgänger Werner Jumpertz.

Peter Kotecki an einer Traditionsbahn aus dem Jahre 1912

Peter Kotecki an einer Traditionsbahn aus dem Jahre 1912

Quelle: Jürgen Krumnow

Während Kotecki die Gäste bis an die Wiege der Bahn im Jahr 1897 führte, schlug Jumpertz den Bogen in die Nachwendezeit. 1991 gab es bei 600 Beschäftigten rund 35,3 Millionen Beförderungen. 2016 gab es bei Bahn und Bus noch 147 Mitarbeiter bei 8,2 Millionen Beförderungen.

Von Jürgen Krumnow

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