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Brandenburg/Havel Brandenburger mit Herz für Hiddensee
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger mit Herz für Hiddensee
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09:24 26.08.2015
Erika Striesow (re) und Tochter Marion an ihrem Imbissstand in Neuendorf.  Quelle: Claudia Nack
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Hiddensee

 „Eigentlich wollte ich nur eine Saison auf der Insel bleiben“, sagt Erika Striesow. Mittlerweile lebt sie 39 Jahre im Süden von Hiddensee. Am Hafen in Neuendorf betreibt sie seit 2002 den gut gehenden Fisch-Imbiss „Zum Süder“ mit zwei Angestellten. Dazu gehört ihre jüngste Tochter Marion (34) als gelernte Verkäuferin.

Aufgewachsen ist Erika Striesow unter ihrem Mädchennamen Käpernick im Havelstädtchen Pritzerbe. Nach der Schule ging sei bei Friseurmeister Kasper in Lehnin in die Lehre. „1976 habe ich zufällig eine Annonce gelesen, dass die Handwerkskammer Rostock an der Küste Friseure sucht“ erzählt die aufgeschlossene Frau, die am Freitag ihren 59. Geburtstag feiert.

„Zwar wäre Warnemünde damals mein Wunsch gewesen“, verrät sie, „aber ich wurde nach Neuendorf zu Friseurmeister Gerhard Mehlhorn vermittelt.“ Dieser habe sein Geschäft noch zu DDR-Zeiten aufgegeben und sei vor zwei Jahren gestorben.

Liebe auf den ersten Blick

 Fünf Tage nach ihrer Ankunft lernte Erika beim Tanz in der „Heiderose“ ihren Wolfgang kennen, der als Matrose auf einem Fischfrachter im Bodden unterwegs war und heute mit einem eigenen Boot selbstständiger Fischer ist. Aber die Zeiten für seinen Berufsstand seien schwierig geworden. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Erika Striesow. Ein Jahr später heirateten beide und bezogen 1980 ihr selbst gebautes Haus. Inzwischen sind sie stolze Großeltern von fünf Enkeln. Die älteste Tochter Anke lebt zwei Häuser weiter und arbeitet als Friseurin im kleinen Salon am Hafen von Vitte. Sohn Henry (35) wohnt daheim, ist Installateur und auf dem Gelände der Insel-Kläranlage tätig.

Bevor Erika Striesow den Imbiss eröffnete, war sie zuletzt über die Gemeinde bei der Kurverwaltung angestellt und fünf Jahre lang Hafenmeisterin in Neuendorf. Drittes Standbein der Familie ist wie fast überall auf Hiddensee die Vermietung von Ferienwohnungen. „Ich will hier nicht mehr weg“, sagt sie. Die Zusammengehörigkeit, die Schönheit der Landschaft und das im Vergleich zum Festland freiere und gemächlichere Leben schätzt sie besonders. In den sehr ruhigen Wintern wird das Haus auf Vordermann gebracht und verreist. Die Sommer seien arbeitsreich. Entspannung findet sie bei Strandspaziergängen oder auf dem Inselblick in Kloster. „Anfangs war es nicht einfach, sich an das Leben auf dem Eiland ohne Auto zu gewöhnen, denn auch die Fähre fuhr damals kaum“, räumt sie ein.

 Heimweh habe sie nicht. „Aber ich freue mich, wenn ich im Fernsehen eine Sendung aus der alten Heimat sehe oder sich Urlauber aus Brandenburg zu erkennen geben.“

Beliebtes Motiv: Der große Leuchtturm auf der Insel. Quelle: Claudia Nack

Auch Schwester Heidi (55) lebt seit 1986 auf dieser Ostsee-Insel und ist mit einem Striesow verheiratet. Aus Milow und Nauen stammen Kerstin Schlieker und Ilona Gau, die ihr Glück ebenfalls in dem Fischerdorf gefunden haben.

Zugvögel mit 14 Adressen

Als Anna und Wilmar Ifland nach Hiddensee kamen, waren die gebürtige Brandenburgerin und der Thüringer längst ein Ehepaar. „Wir sind Zugvögel mit 14 verschiedenen Adressen in Brandenburg, Prag und Neuendorf“, erzählt die 70-Jährige, die zu DDR-Zeiten Ökonomie-Vorstandsmitglied und Lehrausbilder bei der Konsumgenossenschaft Brandenburg war, zwischendurch HO-Parteisekretär, zuletzt freiberufliche Dozentin für Handelsberufe. Er, ein studierter Automatisierungstechniker, war im Getriebewerk in der Abteilung Technologie und Konstruktion tätig, später bei der Arbeiter- und Bauerninspektion, wurde nach der Wende arbeitslos. „Auf schöne, aber anstrengende vier Jahre“, blicken beide zurück nachdem sie 1983 nach Prag gingen. Er als Verwaltungsleiter der DDR-Botschaft, sie als Sekretärin.

Prager Ansichten hängen heute in ihrer gemütlich eingerichteten Neuendorfer Mietwohnung im Ortsteil Plogshagen. Vorher lebten und arbeiteten Iflands, die zwei erwachsene Kinder und einen Enkel haben, einen Steinwurf entfernt im „Süderhaus“. Eigentümer dieses Anwesens mit zwölf Ferienwohnungen ist die Havelländische Wasser GmbH Potsdam. Als ein Objektverwalter gesucht wurde, nutzte Wilmar Ifland die Chance. Von 1998 bis 2011 war er dort der Mann für alles – vom Reinigen der Appartements über Einkauf, Abrechnung, Garten bis zum Warten der Technik. Urlauber nannten ihn liebevoll den „Süderhaus-Vogt“. Im Sommer 1999 kam seine Frau als helfende Hand nach, die sich vor allem um Gästeservice und Veranstaltungen kümmerte.

„Es war eine körperlich anstrengende Zeit, aber durch den Kontakt mit den Urlaubern sehr erquickend“, sagen sie. „Wir fühlen uns nicht als Außenstehende , sondern im Dorf integriert.“ Neben Ruhe, Zusammenhalt untereinander und Natur schätzen sie die Sicherheit auf der 1000-Einwohner-Insel. Auch Iflands wollen nicht mehr weg von Hiddensee, denn sie leben da, wo andere Urlaub machen.

Anna und Wilmar Ifland. Quelle: Claudia Nack

 

Von Claudia Nack

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