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Brandenburg/Havel Verrückte Leidenschaft: Dieser Mann besitzt mehr als 13.500 Bierdeckel
Lokales Brandenburg/Havel Verrückte Leidenschaft: Dieser Mann besitzt mehr als 13.500 Bierdeckel
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10:24 13.03.2019
Der 32-Jährige Erik Lehnhardt hat mehr als 13500 Bierdeckel gesammelt. Hier zeigt er einen Untersetzer der früheren Schnura-Brauerei aus Brandenburg an der Havel. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Die Jagd nach Bierdeckeln treibt Erik Lehnhardt an. „Wenn ich einen noch nicht habe, will ich ihn unbedingt in meiner Sammlung“, sagt der Brandenburger.

Der 32-Jährige besucht Flohmärkte, An-und Verkäufe und fährt auch mal nach Rostock, Berlin und Magdeburg, um neue Exemplare zu ergattern.

Der Duft der Bierdeckel

Allein in Lehnhardts Keller befinden sich acht Kartons mit doppelten Exemplaren. Der Havelstädter schätzt, dass sie übereinandergestapelt mehr als 30 Meter hoch sind. Damit wären sie fast so hoch wie die Friedenswarte auf dem Brandenburger Marienberg.

Lehnhardt greift sich einen Untersetzer der Brandenburger Adler-Brauerei, die bis zum Jahr 1991 existierte. Er führt den Deckel zu seiner Nase und nimmt einen Atemzug.

„Das riecht nach Geschichte. Und es ist etwas Besonderes, das nicht jeder sammelt“, sagt der Brandenburger, den die Historie der Deckel, deren Formen und vielfältige Motive begeistern.

Der Brandenburger Erik Lehnhardt sammelte mehr als 13500 Bierdeckel. Sie stammen von mehreren Kontinenten, sind aber auch Dokumente der Stadtgeschichte.

Mönche und der FC Liverpool

Sie zeigen unter anderem den früheren schottischen Fußballprofi Kenny Dalglish, der jahrelang beim FC Liverpool kickte, einen sonnigen Strand in Australien und einen Mönch mit Gerstensaft.

Auch die Brandenburger Brauerei Schnura, die sich in der Bergstraße 8 befand, ist auf einem Bierdeckel verewigt. Darauf wirbt ein Werbespruch mit einem „doppelten Genuss“. Auf dem Deckel sind der Steintorturm, die St. Gotthardtkirche, der Dom und das Altstädtische Rathaus zu sehen.

Auf einem anderen Sammlerstück sind zwar keine geheimen Botschaften vermerkt, aber Rechnungen dokumentiert. „120 D-Mark Koll, 15 DDR-Mark Kapelle“ heißt es dort. Lehnhardt betont, dass früher häufig Nachrichten mit Bierdeckeln ausgetauscht wurden.

Ordnung mit einer Excel-Tabelle

Auch in Restaurants und Bars fragt er nach einzelnen Exemplaren, seine gesammelten Bierdeckel stapeln sich in Plastikboxen und im Wohnzimmerschrank. „Hier komme ich platztechnisch sicher mal an meine Grenzen“, sagt er. Sollte er viele neue Deckel ergattern, möchte er seinen Schrank umräumen.

Um den Überblick zu bewahren, ordnet Lehnhardt seine Sammlung alphabetisch in einer Excel-Tabelle. Ausgedruckt hat er sie noch nie, der Brandenburger schätzt aber, dass das Schriftstück mehrere Seiten lang wäre.

Gefahr durch den Holzwurm

Um seine Schätze vor Zerstörungen zu bewahren, hat Lehnhardt eigene Methoden entwickelt. So empfiehlt er, Bierdeckel trocken und bei Dunkelheit im Schrank zu lagern. Dann warnt er vor den Gefahren, die durch den Holzwurm entstehen und zeigt einen Untersetzer mit Bissspuren. „Seitdem schaue ich akribisch, dass das nicht noch mal passiert“, sagt der Brandenburger.

Hoffnung auf weitere Tauschpartner

In Brandenburg an der Havel wünscht sich Erik Lehnhardt mehr Tauschpartner. Er befürchtet, dass sein Hobby weniger junge Menschen begeistert. „Wie die Briefmarke stirbt es ein bisschen aus“, sagt Lehnhardt. So fuhr er zu einem Flohmarkt am Beetzsee-Center, fand dort aber keine neuen Deckel mehr.

Die Mehrzahl der Biersorten zu den jeweiligen Untersetzern hat Lehnhardt noch nicht ausprobiert. „Das ist nicht zu schaffen“, sagt er und lacht.

Der Brandenburger denkt auch über die Gründung einer Whatsapp-Gruppe für Bierdeckelsammler nach.

Zusätzlich sammelt der 32-Jährige Kronkorken, hier hat er bereits 800 Exemplare angehäuft. Wer Lehnhardt beim Aufbau seiner Kollektion unterstützen will und Bierdeckel sammelt, kann sich telefonisch bei ihm melden unter 0172/31 88 407. 

Von André Großmann

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