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Brandenburgerin feiert 101. Geburtstag

Brandenburg an der Havel Brandenburgerin feiert 101. Geburtstag

Älter als ein Jahrhundert: Bronislawa Stahlberg aus Brandenburg an der Havel wird am Sonntag 101 Jahre alt. Nur eine ihrer drei Töchter ist noch am Leben. Auch in ihrer Jugend hatte Bronislawa Stahlberg es nicht leicht. Nach mehreren Schicksalsschlägen war sie bereits mit 13 Jahren auf sich allein gestellt.

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Bronislawa Stahlberg (rechts) mit Tochter Monika Höfke.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. „Ich kann gar nicht glauben, dass ich schon 101 Jahre alt werde“, sagt Bronislawa Stahlberg. Doch an diesem Sonntag erreicht sie genau dieses Alter und hinterlässt dabei noch einen guten Eindruck. Hat die alte Dame ein Geheimrezept? „Ich esse viel Obst“, erzählt sie und zeigt auf das neben ihr stehende, gut bestückte Obstschälchen. Neben allerlei Obst befinden sich in ihrem Zimmer im Seniorenzentrum „Martha Piter“, wo Bronislawa Stahlberg seit fünf Jahren lebt, jede Menge Blumen.

„Obst und Blumen liebt sie über alles“, weiß Monika Höfke, die einzige noch lebende von ursprünglich drei Töchtern. Gemeinsam mit ihren zweiten Mann Hermann arbeitete die heute 101-Jährige lange Zeit bei einer gärtnerischen Produktionsgenossenschaft bei Werder. Ihre Verbundenheit zu Obst, Gemüse und Blumen lebte sie zudem im heimischen Garten aus.

Mit 13 Jahren auf sich allein gestellt

Geboren wurde Stahlberg in Kriele. Den kleinen Ort bei Neuruppin gibt es 101 Jahre später aber nicht mehr. In ihrer Jugend war sie früh auf sich alleine gestellt. Ihr Vater sowie die beiden Geschwister gingen im Krieg auf der Flucht von Polen nach Deutschland verloren, ihre Mutter starb als sie gerade einmal 13 Jahre alt war. In einer Gaststätte fand das damals nur Polnisch sprechende Mädchen ein neues Zuhause. Dort arbeitete sie zunächst als Dienstmädchen, wurde dann zur Köchin ausgebildet und lernte nebenbei Deutsch.

Im Jahr 1935 heiratete Bronislawa Stahlberg zum ersten Mal und erhielt dadurch die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus der Ehe, die später zerbrach, gingen ihre drei Töchter hervor. „Sie sparte jeden Pfennig, damit wir eine ordentliche Lehrstelle erhielten oder studieren konnten“, erinnert sich die 75-jährige Monika Höfke. Nach ihrer zweiten Hochzeit 1958 führte die Familie ein glückliches Leben bei Werder.

Schicksalsschläge zu Beginn des neuen Jahrtausends

Umso größer war die Trauer, als 2001 erst Ehemann Hermann und später zwei ihrer Töchter verstarben. Bronislawa Stahlberg zog darauf hin zu ihrer einzig verbliebenen Tochter Monika nach Kirchmöser. Dort erfreute sie sich – wie sollte es anders sein – vor allem an der Gartenarbeit.

Seit 2011 wohnt sie nun im Seniorenzentrum. „Es war ihre Idee“, sagt Monika Höfke, die ihre Mutter mindestens zweimal pro Woche besucht. „Sie fühlt sich hier sehr wohl.“ Mit einem Rollator ist sie auf den Fluren der Einrichtung unterwegs, auf den benachbarten Markt – frisches Obst und frische Blumen sind nach wie vor Pflicht – geht es im Rollstuhl in Begleitung von Tochter Monika. Auch wenn Seh- und Hörkraft mittlerweile zu Wünschen übrig lassen, klagt die 101-Jährige nicht. Im Gegenteil: „Die Schwestern wundern sich, dass ich mich nie beschwere.“ Ihren Geburtstag feiert Stahlberg, die fünf Enkel, neun Urenkel und einen Ururenkel hat, am Sonntag im Kreise der Familie.

Von Norman Giese

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