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Brandenburg/Havel Brandenburgs zweitschlimmster Ausblick
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburgs zweitschlimmster Ausblick
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06:07 22.11.2017
Der geschrumpfte Mülltonnen-Elefantenkäfig vor der Maerckerstraße 9. Mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist der Efeu, der den Anblick erträglicher machen soll. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H


„Brandenburgs schlimmste Ausblick“ – so titelte die MAZ im vergangenen Februar und zeigte den Müllkäfig vor der Marckerstraße 9 in Brandenburg/Havel, auf den die Bewohnerin des Erdgeschosses von ihren Fenstern aus schaut. Inzwischen hat sich einiges getan. Den alten Maßstab angelegt verdient sich der geschrumpfte Mülltonnenplatz nur noch das Prädikat „zweitschlimmster Ausblick“.

Im vergangenen Januar hatte sich die Lebensqualität von Petra Nagel, Mieterin in der Parterrewohnung der Maerckerstraße 9, deutlich verschlechtert. Die Vermieterin, die im Fläming zu Hause ist, ließ mit städtischer Ausnahmegenehmigung unmittelbar vor den Fenstern ihrer Mieterin einen etwa 6,50 mal 4,50 Meter großen Metallkäfig für den Abfall der Bewohner bauen und mit Mülltonnen bestücken.

Ein halber Meter trennt die Brandenburgerin seither vom Abfall der gesamten Nachbarschaft. Zuvor waren es ungefähr fünf Meter gewesen. Bei ihrer Genehmigung hatte die Verwaltung allerdings nicht berücksichtigt., dass das Gebäudeensemble, in dem Petra Nagel und ihre Nachbarn wohnen, denkmalgeschützt ist und die städtischen Denkmalschützer einem Abfallzwischenlager dieser Dimension nicht zugestimmt hatten.

Weil die MAZ berichtete und der auf denkmalgerechtes Sanieren spezialisierte Brandenburger Architekt Achim Krekeler den unrechtmäßigen Zustand auch schon gemeldet und die Beseitigung gefordert hatte, wurde die Stadtverwaltung ein weiteres Mal tätig.

Drei Straßen mit Gärten unter Denkmalschutz

Das Ensemble Maerckerstraße – Reimerstraße – Bebenrothufer steht einschließlich der Vorgärten und dem Innenhof unter Denkmalschutz.

Alle Bauprojekte sind daher denkmalrechtlich genehmigungspflichtig.

Das Büro Achim Krekeler hat die Maerckerstraße 4 bis 6 in der Nachbarschaft saniert und musste dabei hohe denkmalpflegerische Anforderungen erfüllen. Dem Architekten zufolge, der sich im städtischen Denkmalbeirat engagiert, ist es tatsächlich nicht einfach, für die Aufstellung der Mülltonnen eine gute Lösung zu finden.

„Es ist sich um eine Verbesserung der Situation bemüht worden, sowohl im Anblick als auch in den Abmessungen“, erklärt Rathaussprecher Jan Penkawa. Die Verwaltung zur jüngeren Entwicklung: „Die Einhausung für die Mülltonnen wurden seitlich zur Grundstücksgrenze und zum Haus hin mit Efeu begrünt, der bereits etwa die Höhe der Mülltonnen erreicht hat. Insgesamt wurde der Müllstandplatz im Vergleich zum ursprünglichen Zustand nahezu halbiert. Aktuelle Beschwerden liegen derzeit nicht vor.“

Petra Nagel nimmt den weiterhin hässlichen Ausblick allenfalls enttäuscht in Kauf. Daraus ihre Zufriedenheit abzuleiten wäre verfehlt. „Für mich ist der neue Zustand keine Lösung und kaum eine Verbesserung“, sagt sie. Denn der Müll stehe weiterhin vor ihrem Fenster. Sie muss ihren Kopf um einiges nach links in Richtung Haustür drehen, um den versammelten Abfall nicht mehr zu sehen.

Ihre im Februar geäußerte Befürchtung, dass der Müll in der warmen Jahreszeit stinken würde, ist eingetreten. Petra Nagel: „Im Sommer war es schlimm. Ich konnte mein Fenster nicht öffnen. Jetzt im November geht es.“

Von Jürgen Lauterbach

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