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Brandenburg/Havel Brasilianischer Sonnenschein in Roskow
Lokales Brandenburg/Havel Brasilianischer Sonnenschein in Roskow
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12:50 26.09.2016
Marianne Porto mit Roskower Gasteltern Kathrin und Nico Vogel. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Roskow

Jung, hübsch – und mutig. Noch vor drei Wochen konnte Marianne Porto (16) kein Wort deutsch sprechen. Trotzdem wollte das dunkelhaarige Mädchen mit dem freundlichen Lächeln im Gesicht unbedingt für ein knappes Jahr in das Land zwischen Rhein und Oder. Über ein internationales Schüleraustauschprogramm der Rotary-Organisation hat es geklappt. Marianne ist jetzt Roskowerin auf Zeit.

Aufnahme fand die Brasilianerin auf dem Hof von Nico und Kathrin Vogel. Deren Tochter Nele (16)) überlässt ihr Zimmer gern der Schülerin aus Südamerika. Denn im Gegenzug ist Nele Vogel selbst seit wenigen Tagen über das selbe Austauschprogramm weit weg von zu Haus – nämlich in Japan.

Die Schülerin fand freundliche Aufnahme

„Wir sind gerade dabei uns an die neue Situation zu gewöhnen. Dabei macht es uns Marianne leicht. Sie bringt brasilianischen Sonnenschein in unser Haus“, berichtet Nico Vogel. Im Dorf spricht sich die Anwesenheit der Austauschschülerin langsam herum. Marianne ist begeistert von der freundlichen Aufnahme. Mit etwas englisch klappt die Verständigung, die ersten deutschen Vokabeln sitzen. Marianne ist nicht zum Vergnügen in Deutschland.

Die Brasilianerin nimmt am Von-Saldern-Gymnasium in Brandenburg am regulären Unterricht der 11. Jahrgangsstufe teil. Und zwar im Biologie-Tutorium. Um dem Lehrstoff überhaupt folgen zu können, bekommt sie Einzelunterricht in Deutsch für Ausländer. Außerdem besucht Marianne nach dem Unterricht zwei Mal in der Woche einen Deutschkurs in der Volkshochschule.

Mit dem Bus zurück nach Roskow

Morgens wird sie von Nico Vogel im Auto mit nach Brandenburg genommen. Eine völlig neue Erfahrung ist für die 16-Jährige dagegen die selbstständige Fahrt mit dem Überlandbus von Brandenburg zurück nach Roskow. In ihrer nordbrasilianischen Heimatstadt Caruaru im Bundesstaat Pernambuco ist dies aus Sicherheitsgründen eher unüblich.

Marianne ist ein sportliches Mädchen, geht regelmäßig Joggen und spielt gerne Volleyball. Das deutsche Essen ist für die Austauschschülerin überhaupt kein Problem – inklusive kleiner Sünden, wie dem leckeren Kuchen aus Päwesin. „Als Ausgleich zu den langen Schultagen zeigen wir Marianne an den Wochenenden viel von Brandenburg, Potsdam und Berlin“, berichtet Kathrin Vogel.

Schuljahr wird nicht anerkannt

Unbedingt sehen möchte Marianne München. Eisbein und Lederhosen prägen auch in Brasilien ein weit verbreitetes Deutschlandbild. Nach der Schule möchte Marianne gerne Zahnärztin werden. Der Weg dorthin dauert wegen des Roskower Umweges ein Jahr länger. Denn das 11. Schuljahr in Deutschland wird in ihrer Heimat nicht anerkannt, was die junge Brasilianerin jedoch gern in Kauf nimmt.

Von Frank Bürstenbinder

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