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Brawag-Spezialist sorgt für frisches Wasser

Johannes Anger half in Kathmandu Brawag-Spezialist sorgt für frisches Wasser

Normalerweise sitzt Johannes Anger in seinem Brawag-Büro und bändigt unglaubliche Datenströme, erfasst und analysiert Durchlaufmengen und Stoffbestandteile. Für vier Wochen hat er seinen ruhigen Arbeitsplatz eingetauscht mit einem aufregenden Hilfseinsatz in Nepal. Dort half er, die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen.

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Wenn Johannes Anger (Mitte) mit seinem rollenden Labor eintrifft, zeigen sich die Nepalesen sehr interessiert an der Wassertechnik.

Quelle: THW

Brandenburg an der Havel. Am 25. April hatte 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu die Erde mit einer Magnitude von 7,8 gebebt. Ein erstes THW-Team der Seewa-Einheit war sechs Stunden später in der Luft auf dem Weg nach Nepal. Seewa heißt „Schnelle Einsatzeinheit Wasser Ausland“.

Es geht darum, die Zivilbevölkerung nach einer solchen Katastrophe schnellstmöglich mit trinkbarem Wasser zu versorgen. Am 11. Mai flog das zweite Zehn-Mann-Team über Istanbul nach Kathmandu – dabei war auch Johannes Anger. Einen Tag später bebte es erneut – mit Stärke 7,2. „Ich hatte mich bereits aktiv gemeldet, bekam dann einen Anruf von unserer Zentrale in Kiel, musste mich mit dem Arbeitgeber abstimmen.“ Die Brawag willigte ein. „Das ist selbstverständlich, wir sind ohnehin dazu verpflichtet“, sagt Firmensprecherin Madlyn Weber.

Eine Aluminiumkiste mit Medikamenten, Schlafsack, Hygieneartikeln und Kleidung hat Anger immer griffbereit in der Wohnung. Mit einer Frachtmaschine waren 20 Tonnen Equipment unterwegs: Drei komplette Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Werkzeug und Material zum Rehabilitieren von Brunnen und Leitungen. „Die Anlagen schaffen zusammen 20 Kubikmeter pro Stunde.Deshalb lag unser Hauptaugenmerk darauf, die dortige Versorgung wieder flott zu bekommen.“

Es gibt auch beim THW eine Arbeitsteilung: Ein Brunnenbauer bewertet, ob es genügt, eingefallenes Geröll herauszunehmen, ob man den Brunnen reparieren und verstärken kann oder ob ein neuer gebohrt werden muss. Genauso geht der Rohrleitungsbauer vor – nötigenfalls werden neue Rohre gekauft und verlegt. „man bekommt in Nepal gut Rohre zu kaufen, natürlich wird in der Krise schnell alles teurer.“ Diesen Effekt kennt Anger bereits, er war auch schon beim großen Beben 2010 in Haiti dabei.

Tobias Anger ist der Analysespezialist. Er ist mit seinem Tropenlabor unterwegs, unter anderem mit Brutschrank für Keime und Photometer zum Bestimmen von Schwermetallen. Die empfindlichen elektronischen Geräte aus Europa würden schnell aufgeben – es war täglich mehr als 30 Grad heiß bei 14 Sonnenstunden und es war vor allem sehr staubig. Aber auch die einfache Technik lockte neugierige Kinder und Erwachsene an. „Sie waren sehr interessiert und dankbar“, erzählt der 29-Jährige.

Am meisten erstaunt hat ihn, wie schnell die örtlichen Wasserversorger ihr Netz wieder in den Griff bekommen haben. Auch dank der THW-Helfer: Nach Rücksprache mit dem Auswärtigen Amt ließen diese fünf Tonnen an Werkzeugen und Generatoren in Nepal als Ersthilfe.

Von André Wirsing

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