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Brecht-Schüler diskutieren mit Politikern

Brandenburg an der Havel Brecht-Schüler diskutieren mit Politikern

Im Projekt Dialog P besuchten vier Abgeordnete aus dem Brandenburger Landtag am Montag das Bertolt-Brecht-Gymnasium und tauschten sich mit einem Politik-Kurs zu aktuellen politischen Themen aus. Nachdem Politiker und Schüler ihre Argumente vorgetragen hatten, wurde über konkrete Fragestellungen abgestimmt – mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

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In zehnminütigen Gesprächen mit den einzelnen Schülergruppen tauschten die Abgeordneten Argumente zu deren Themen aus.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Soll Cannabis legalisiert werden und sollten Schüler für guten Zensuren Geld bekommen? Diese und andere Fragen haben 11.-Klässler des Politik-Leistungskurses des Bertolt-Brecht-Gymnasium am Montagnachmittag mit vier Abgeordneten des Brandenburger Landtags im so genannten Dialog P diskutiert. Das Projekt soll Jugend und Politik zusammenbringen und einen Austausch auf Augenhöhe ermöglichen.

Lehrer Patrick Zok (Mitte) im Gespräch mit Ralf Holzschuher (SPD, links) und Dieter Dombrowski (CDU)

Lehrer Patrick Zok (Mitte) im Gespräch mit Ralf Holzschuher (SPD, links) und Dieter Dombrowski (CDU).

Quelle: Norman Giese

Dazu teilten sich die Schüler in der Vorbereitung zunächst in mehrere Gruppen auf, von denen in der Folge jede eine konkrete politische Frage behandelte. „Das Konzept besagt, dass die Schüler selbst ihr Thema wählen“, erklärt Lehrer Patrick Zok (29), der mit seinem Kurs am Dialog P teilnimmt. Rund zehn Unterrichtsstunden haben sich die 26 jungen Menschen unter seiner Anleitung auf das Treffen mit den Landtagsabgeordneten vorbereitet. Nach der Themenfindung gingen sie in die Recherche, sammelten Argumente und rüsteten sich so für den Austausch mit den Politikern.

Austausch mit vier Landtagsabgeordneten

Am Montag stand dann die Dialogveranstaltung in der Aula des Brandenburger Brecht-Gymnasiums im Stundenplan. Zu Gast waren die Abgeordneten Andrea Johlige (Die Linke), Ralf Holzschuher (SPD), Dieter Dombrowski (CDU) und Steffen Königer (AfD). Marie Luise von Halem (Bündnis 90/Die Grünen) war ebenfalls eingeladen, musste aber wegen persönlicher Gründe kurzfristig absagen.

Steffen Königer (AfD) spricht mit Schülern des Bertolt-Brecht-Gymnasiums über die Kreisgebietsreform im Land Brandenburg

Steffen Königer (AfD) spricht mit Schülern des Bertolt-Brecht-Gymnasiums über die Kreisgebietsreform im Land Brandenburg.

Quelle: Norman Giese

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde durchlief jeder der Politiker nacheinander alle Schülergruppen. An jeder Station tauschten sich die Gäste zehn Minuten mit den Gymnasiasten aus, dann ging es zur nächsten Gruppe. Am Ende berieten die Schüler noch einmal fünf Minuten über die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zu ihrer Fragestellung und stellten sie dem Kurs vor. Auf dieser Grundlage kam es abschließend zur Abstimmung aller zu den einzelnen Themen.

Gemischte Meinungen zur Kreisgebietsreform

Für die Legalisierung von Cannabis ließ sich dabei eine leichte Mehrheit finden. Eine fest geregelte und damit kontrollierte Abgabe war eines der Argumente dafür. Durch eine Versteuerung könne der Staat zudem viel Geld einnehmen, meinten die Schüler. Die psychische Abhängigkeit war indes eines der Gegenargumente. Eine Belohnung guter Schulnoten mit Geld stellte für die meisten Schüler keine gute Idee dar. Dies sei zwar eine zusätzliche Motivation, bedeute aber gleichzeitig auch mehr Druck. Außerdem würden schwache Schüler bei einer solchen Regelung benachteiligt werden.

Nach dem Austausch mit den Politikern stimmten die Schüler zu den einzelnen Themen ab

Nach dem Austausch mit den Politikern stimmten die Schüler zu den einzelnen Themen ab.

Quelle: Norman Giese

Auch die Kreisgebietsreform war Thema beim Dialog P. „Hier waren die Meinungen der Abgeordneten sehr unterschiedlich“, so die Beobachtung der Schüler. Gleiches galt dann auch für das Abstimmungsergebnis. Die Anteile von Befürwortern, Gegnern und Enthaltungen waren in etwa gleich groß. Die einen belegten ihre Meinung mit schlechten Erfahrungen mit Gebietsreformen in anderen Regionen, die anderen sagten, dass die hohe Verschuldung der Stadt Brandenburg sowie der demografische Wandel eine solche Reform notwendig machen.

Einladung in den Potsdamer Landtag

Der Austausch mit den Landtagsabgeordneten war für die Brandenburger Gymnasiasten derweil eine besondere Erfahrung. „Die wenigsten hatten zuvor schon mal mit einem Politiker gesprochen“, so Lehrer Patrick Zok. Seine Schüler hätten in den Gesprächen festgestellt, dass die Abgeordneten einerseits klar Stellung beziehen können, aber andererseits auch mal viel erzählen ohne dabei wirklich etwas auszusagen.

Gemeinsames Abschlussfoto zur Ende der Veranstaltung

Gemeinsames Abschlussfoto zur Ende der Veranstaltung.

Quelle: Norman Giese

„Es ist schön, dass man sich so sachlich mit Schülern austauschen kann“ befand auf der anderen Seite Dieter Dombrowski. Ralf Holzschuher ergänzte: „Es ist ganz wichtig miteinander zu reden. Ich komme immer gern in solche Runden.“ Spaß hatte auch Andrea Johlige, auch wenn sie „überrascht von den Abstimmungsergebnissen war“. Steffen Königer lud die Schüler schließlich ein, einmal in den Potsdamer Landtag zu kommen und sich eine Plenarsitzung anzuschauen.

Von Norman Giese

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