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Briefkästen: Sonntags bleibt die Klappe zu

Post prüft Wirtschaftlichkeit Briefkästen: Sonntags bleibt die Klappe zu

Briefkästen, die sonntags geleert werden? Ebenso gut könnte man versuchen in einer Poststelle ein Telegramm aufzugeben. Sonntagsleerungen sind so gut wie ausgestorben. In Potsdam-Mittelmark gibt es nur noch eine Hand voll solcher Anlagen. Doch auch diese Standorte stehen auf dem Prüfstand.

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Briefkästen mit einem roten Punkt werden auch an Sonntagen geleert. Doch davon gibt es immer weniger.

Quelle: dpa-Zentralbild

Mittelmark. Die Deutsche Post stellt die Sonntagsleerung ihrer Briefkästen auf den Prüfstand. Bis zum 31. März will das Unternehmen die Wirtschaftlichkeit der Anfahrten überprüfen. Das gilt auch für die gelben Sammelbehälter zwischen Havelland und Fläming. „Es geht nicht um die Demontage von Anlagen, sondern um die Anpassung der Leerungen an den tatsächlichen Bedarf“, sagt Post-Sprecherin Tina Birke der MAZ auf Nachfrage.

Als Richtwert gilt: Wenn der Füllstand des Briefkastens weniger als zehn Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge beträgt, müssen Briefkästen sonntags die große Klappe halten. Ziel der Maßnahme ist die Einsparung von Sonntagsarbeit für Postbedienstete. Die haben in Potsdam-Mittelmark am siebten Tag der Woche ohnehin nicht mehr viel zu tun. Über die Jahre sind die allermeisten Sonntagsleerungen längst still und heimlich eingestellt worden. Eine Dienstleistung aus einer längst vergangenen Zeit, als die Leute noch Telegramme aufgaben.

Internet und Briefkästen

Auf der Internetseite der Deutschen Post www.deutschepost.de sind alle Informationen über die Dienstleistungen der Post zu finden. So zum Beispiel über die Portogebühren, wonach eine Postkarte 0,45 Euro Porto kostet und ein Standardbrief 0,70 Euro.

Nachzulesen sind außerdem alle von der Deutschen Post betriebenen Briefkastenstandorte und deren Leerungszeiten. Sonntagsleerungen in Potsdam-Mittelmark gibt es schon jetzt nur noch in Werder, Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow.

In den Gemeinden rund um die Stadt Brandenburg zum Beispiel hält sonntags überhaupt kein Postauto mehr vor einem Briefkasten. Das ist bei den fünf Standorten in Wusterwitz genauso wie bei den vier Briefkästen in der Lehniner Ortslage. In Bad Belzig, Wiesenburg, Niemegk, Pritzerbe und Ziesar ist die Situation nicht besser. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Immerhin: Sonnabends werden bislang unverändert Briefe und Karten abgefahren. Sogar vom anderen Ufer der Havel – in Kützkow.

Sonntags nur im Speckgürtel

Wer unbedingt Wert darauf legt, dass seine Post noch am Sonntag auf die Reise geht, muss lange Fahrten antreten. Je nach Himmelsrichtung wären das in Genthin der Briefkasten am Marktplatz, in Loburg in der Dammstraße oder in Rathenow in der Wilhelm-Külz-Straße. Doch wirkliche Alternativen dürften diese Standorte nicht sein. Die mittelmärkischen Briefkästen mit Sonntagsöffnungszeit kann man an einer Hand abzählen. Da wäre noch eine Anlage in der Eisenbahnstraße in Werder, zwei Kästen in Kleinmachnow sowie jeweils ein Briefkasten in Stahnsdorf und Teltow. Im Speckgürtel wird offenbar noch mehr klassische Post an den Wochenenden verschickt als in den berlinfernen Regionen. In der Stadt Brandenburg bieten sich bislang noch die Standorte in der Sankt-Annen-Straße und in der Geschwister-Scholl-Straße an.

Bangen um den roten Punkt

Was von diesem kläglichen Rest nach der Wirtschaftlichkeitsprüfung übrig bleibt, ist derzeit unklar. Die Auswertung wird zeigen, welche Briefkästen den roten Punkt behalten dürfen. Den tragen nur Anlagen, die sonntags geleert werden. An den Leerungszeiten von montags bis sonnabends soll nach Angaben von Unternehmenssprecherin Tina Birke nicht gerüttelt werden. Die jeweiligen Leerungszeiten sind auf den Kästen vermerkt. Wie Birke berichtet, sind 84 Prozent der Briefe Geschäftsbriefe, die montags bis freitags verschickt werden. Bei dem Rest von 16 Prozent handele es sich um Post von Privatkunden, die sich auf die Einwurftage von Montag bis Sonntag verteile.

Von Frank Bürstenbinder

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