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Brielower Weihnachtssterne treiben es bunt

Adventszeit im Gewächshaus Brielower Weihnachtssterne treiben es bunt

Tausende Weihnachtssterne sind in den Gewächshäusern der Brielower Gartenbaufirma Blugesa herangewachsen. Ihre Hochblätter präsentieren sich in vielen Farben. Die Kultivierung von Euphorbien ist anspruchsvoll. Ob zu nass oder zu trocken: stimmt das Klima nicht, machen die Popstars unter den Zierpflanzen schnell schlapp.

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Blugesa-Mitarbeiterin Ines Kallinich inmitten bunter Weihnachtssterne.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brielow. Es gibt sie im klassischen Rot, trendigem Weiß und schrillem Pink. Knallbunt geht es zu in den Gewächshäusern der Brielower Gartenbaufirma Blugesa. Rechtzeitig vor der Adventszeit präsentieren die Weihnachtssterne ihre Hochblätter, Brakteen genannt, in vielen Farben und Formen. „Jetzt darf nichts mehr schief gehen“, sagt Frank Wunderlich. Der Gärtnermeister ist Herr über rund 12 000 Euphorbien, die seit August von zugekauften Stecklingen zu kräftigen Pflanzen herangewachsen sind. Die Auslieferung der Weihnachtssterne an die firmeneigenen Läden in Brandenburg und Handelspartner im Berliner Umland hat gerade erst begonnen.

Humboldt sei Dank

Der Weihnachtsstern ist eine tropische Pflanze. Ganz pflegeleicht ist sie nicht. Schon ein zu kalter und zugiger Transportweg kann innerhalb weniger Tage zum Absterben führen. Die bunten Hochblätter sind nicht mit Blüten zu verwechseln, die sich zwischen den meist roten Blättern befinden.

Mit der Färbung ihrer Hochblätter lockt der Weihnachtsstern Insekten zum Befruchten der Blüten an. Zu verdanken haben wir seine Einfuhr nach Europa Alexander von Humboldt. Der Naturforscher brachte die Pflanze im 19. Jahrhundert von einer Amerikareise mit.

Daheim sollte der Weihnachtsstern an einem hellen Ort aufgestellt werden. Von Heizungen sollte man ihn fernhalten. Eine Raumtemperatur von 20 Grad ist optimal. Sparsames Gießen ist angesagt. Alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger kann nicht schaden.

Weihnachtssterne sind Sensibelchen was Temperatur, Wasser, Luftfeuchte und Lichtverhältnisse angeht. Penibel muss Wunderlich am Klimarechner für eine Temperatur von um die 18 Grad sorgen. Topf an Topf stehen die ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Farbwunder auf mit Vlies belegten Tischen, die mit Heizung und Bewässerungssystem versehen sind. „Auf alle Fälle dürfen Weihnachtssterne nicht zu nass stehen. Das kann zu Wurzelfäule führen. Aber zu trocken ist auch nicht gut. Dann machen die Blätter schlapp“, weiß der Gärtnermeister. Im Oktober hätte Wunderlich gern mehr natürliches Licht unter Glas für seine Pflanzen gehabt, doch die Sonne machte sich rar. Andererseits brauchen Weihnachtssterne über mehrere Wochen ausreichende Dunkelphasen, um zum Blühen zu gelangen. Erst dann verfärben sich die Blätter zu bunten Hinguckern. Inzwischen ist die Kultivierung abgeschlossen. In der Blugesa GmbH ist auf hunderten Quadratmetern eine Augenweide herangewachsen.

Prima Klima für Weihnachtssterne

Prima Klima für Weihnachtssterne: Gärtnermeister Frank Wunderlich sorgt für das optimale Wetter in den Gewächshäusern.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Dank zahlreicher Neuzüchtungen ist die Vielfalt der Sorten kaum noch zu überblicken. Weihnachtssterne können zweifarbig wie „Primero Glitter“ sein. Bei der jungen Kundschaft ist die weiße „Princetta“ in. „Valentino“ präsentiert sich mit gewellten Brakteen, was der Sorte den Namen Winterrose einbrachte. Größter Liebling bei den Fans ist jedoch die dunkelrote Ausgabe des Weihnachtssterns geblieben, den es ebenfalls in vielen Namen und Varianten gibt.

In den Blugesa-Läden, wie hier in Brandenburg Nord, sind die ersten Weihnachtssterne eingetroffen

In den Blugesa-Läden, wie hier in Brandenburg Nord, sind die ersten Weihnachtssterne eingetroffen. Auch Daniela Drechsler, Sabine Pitz und Doreen Kalsow (v.l.) freuen sich auf die Adventszeit.

Quelle: JACQUELINE STEINER

„Auch Pflanzen sind bestimmten Moden unterworfen. Deshalb beobachten wir die Entwicklung genau. Denn wir produzieren auf eigenes Risiko auf einem hart umkämpften Markt“, berichtet Blugesa-Geschäftsführer Robert Siemon. Rund um Brandenburg sind die Brielower die einzigen Produzenten geblieben, die noch Euphorbien kultivieren. Doch allein die Tatsache, dass es sich bei diesen Weihnachtssternen um eine regionales Produkt handelt, ist keine Verkaufsgarantie. Das kann nur die Qualität sein. Denn mit Discounterware kann und will Siemon erst gar nicht konkurrieren.

Der nächste Frühling kommt bestimmt

Der nächste Frühling kommt bestimmt: Blugesa-Geschäftsführer Robert Siemon mit jungen Primeln.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Im Schatten der Weihnachtssternwälder wird ein anderer Klassiker vermarktet – das Alpenveilchen. „Allerdings spielt die Produktion kaum noch eine Rolle. Die Nachfrage ist deutlich gesunken. Außerdem haben die Leute kaum noch kühle Plätze in ihren rundum gedämmten Wohnungen“, so Blugesa-Geschäftsführer Siemon. Er denkt bereits an den Frühling. Tausende kleine Stiefmütterchen und Primeln warten bereits als Nachrücker auf ihren Auftritt. Sind die Weihnachtssterne raus, folgen Silvestertöpfe mit einem Hauch von Frühjahrsflor.

Von Frank Bürstenbinder

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