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Brandenburg/Havel „Bringen Sie sich in Sicherheit!“
Lokales Brandenburg/Havel „Bringen Sie sich in Sicherheit!“
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13:59 05.08.2015
Mit dem Polizeistreifenboot WSP 8 auf Streife. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Für Paddler ist es wie ein Schlag in die Magengrube. Starke Böen pressen vom Breitlingsee heranrollende Wellen in die Havelmündung. Ihre hohen Schaumkronen sind ein untrügliches Zeichen für eine ruppige Überfahrt bei Windstärke 4. Vorbei die gemütliche Kanufahrt auf der Niederhavel. Sturmtief Zeljko lässt schon am Sonnabendmittag die Muskeln spielen. Auf den Brandenburger Seen haben seine Ausläufer freie Fahrt.

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Für Paddler ist es wie ein Schlag in die Magengrube. Starker Wind presst Wellen mit hohen Schaumkämmen in die Havelmündung. Vorbei die gemütliche Kanufahrt auf der Niederhavel. Die ersten Ausläufer von Sturmtief Zeljko toben sich auf dem Breitlingsee aus. Doch noch sind viele Wassersportler unterwegs. Mittendrin im Schlamassel das Polizeistreifenboot WSP 8.

Mittendrin im drohenden Schlamassel das blau-weiße Polizeistreifenboot WSP 8. Unter Deck ist Siegfried Krebs Herr über zwei Mal 225 PS. Mit soviel Maschinenkraft gibt es fast nichts, was einen Seemann erschüttern kann. Doch der Polizeihauptmeister kennt die Tücken der heimischen Seen: „Das ist nur ein Vorgeschmack. Dreht der Wind erst von Süd auf West, geht auf dem Plauer See die Post ab.“ Bei einem ausgewachsenen Sturm können Wellen dort schon mal an der Metermarke kratzen.

„Bringen Sie sich in Sicherheit“

Krebs gibt Gas. Die schwimmende Polizeistation kämpft sich zu einem Bungalowboot vor, dass am Ostufer von Buhnenwerder Deckung sucht. „Behalten Sie ihr Windmesser im Auge und bringen Sie sich rechtzeitig in Sicherheit“, warnt Kollege Michael Fritze die Urlauber. Das Ehepaar will es mit seiner fahrenden Schrankwand nach B

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Für Paddler ist es wie ein Schlag in die Magengrube. Starker Wind presst Wellen mit hohen Schaumkämmen in die Havelmündung. Vorbei die gemütliche Kanufahrt auf der Niederhavel. Die ersten Ausläufer von Sturmtief Zeljko toben sich auf dem Breitlingsee aus. Doch noch sind viele Wassersportler unterwegs. Mittendrin im Schlamassel das Polizeistreifenboot WSP 8.

randenburg schaffen. Nur, wie geht das am Schnellsten? Der Wasserschutzpolizist zeigt in Richtung Leuchtfeuer: „Da müssen Sie rüber. Dann vier Kilometer die Havel stromauf.“

Glimpflich davongekommen

Beim Durchzug des Sturmtiefs Zeljko sind die Stadt Brandenburg und die umliegenden Orte glimpflich davon gekommen. Es blieb bei einigen umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen.

Die Leitstelle musste in der Nacht zum Sonntag für die Havelstadt sowie für die Kreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming 108 sturmbedingte Alarmierungen auslösen.

In Plaue wurde der Fischerjakobi am späten Samstagabend abgebrochen. In der Neustadt und in der Mötzower Vorstadt kam es zu Stromausfällen.

Trotz der Unwetterwarnung auf allen Kanälen ist die WSP 8 nicht allein auf dem Wasser. Steuerbord schaukelt ein Partyboot vorbei. Ein motorgetriebenes Floß mit Pavillon. Mehr nicht. Die jungen Leute holen sich nasse Füße und winken der Polizei zu. Der an Deck stehende Fritze grüßt mit nachdenklichem Gesicht zurück. Segelyachten und Kajütboote sind immer noch unterwegs.

Um erfahrene Skipper machen sich die Beamten auf ihrer Streifenfahrt die wenigsten Sorgen. „Die haben ihre Wasserfahrzeuge im Griff. Dagegen geraten Laien auf gemieteten Hausbooten schnell mal in Schwierigkeiten“, berichten die Polizisten. Kentern bei Sturm ist die absolute Ausnahme. Aber das Auffahren auf Buhnenköpfe bei Niedrigwasser, Rempeleien bei Anlegemanövern oder Manöverchaos beim Schleusen gehören fast zum Alltag. In Bahnitz hat Polizeihauptmeister Fritze schon Bungalowboote rückwärts aus der Schleuse fahren sehen.

Der Wind flaut ab

Keine Angst vor Wellen haben drei Jetski-Fahrer, die in hohem Tempo über den Breitling preschen. 25 Stundenkilometer sind dort erlaubt. Bootsführer Krebs stellt sich ihnen mit der WSP 8 in den Weg, gibt Signal zum Stoppen. Kollege Fritze befragt die auf ihren 250-PS-Boliden schaukelnden Männer nach den Sportbootführerscheinen. Alle nicken. Hergeben müssen sie die Dokumente nicht. Das Wasser wird wieder ruppiger. Mit einem „fahrt sinnig, Jung’s“, gibt die Polizei den Jetski-Fahrern den Weg frei. Das Streifenboot nimmt Kurs auf den Silokanal. Sofort flaut der Wind ab.

In Höhe Hohenmeyenbrücke der nächste Stopp. Mit einem Gaff muss Fritze einen auf der Havel treibenden Drehsessel aus der Havel fischen: „Den möchte keiner in die Schraube bekommen.“ Der Sturm war das bestimmt nicht. Erst am Abend macht sich Zeljko mit Wucht über Brandenburg her. Wenn auch nicht so heftig, wie befürchtet. Die Wassersportler sind da alle längst in Sicherheit.

Von Frank Bürstenbinder

Es klingt wie eine Szene aus einem Gangster-Film: Zwei Männer gehen am Samstagmorgen in einen Schmuckladen mitten in der Altstadt in Brandenburg an der Havel. Sie ziehen eine Waffe, es muss schnell gehen. Die Mitarbeiterin wird gefesselt und in die Toilette gesperrt, dann ist der Tresor dran. Sie flüchten, doch hinterlassen der Polizei wertvolle Spuren.

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