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Brandenburg/Havel Bühne frei für die Omi mit der großen Klappe
Lokales Brandenburg/Havel Bühne frei für die Omi mit der großen Klappe
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07:00 23.02.2016
Das schelmische Lächeln steht ihm wirklich gut: Torsten Rohde steckt hinter der Online-Omi Renate Bergmann. Quelle: Thorsten Wulff
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Brandenburg/H

So einer Omi sollte keiner dumm kommen. Renate Bergmann fackelt nicht lange, sie schlägt zu – mit Worten. Beispiel gefällig? „Stefan prahlt manchmal, weil er einen Selfie mit Til Schweiger hat. Ich habe jetzt einen vor dem Grab von Hildegard Knef, da wird er staunen.“ Oder: „Uns hat eben ein Leichenwagen überholt, als wir im Koyota unterwegs waren. Der Fahrer hat gegrinst und rübergewinkt. Sehr ungezogen!“

Mit solchen Kommentaren hat es Renate Bergmann sehr weit gebracht. Im Internet ist sie mit ihren Sprüchen so berühmt geworden, dass der Rowohlt-Verlag die alte Dame aus der virtuellen Welt genommen und ihre Weisheiten und Frotzeleien gedruckt. Vier Bücher gibt es mittlerweile. Am 3. März kommt Renate Bergmann nach Brandenburg an der Havel, während der Frauenwoche, um vom Leder zu ziehen.

Mehr als 31.000 Twitter-Follower

Die Sache hat allerdings einen entscheidenden Haken: Die Alte ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Hinter diesem Namen verbirgt sich Torsten Rohde, der aus einer Laune heraus die 82 Jahre alte Online-Omi zur Welt gebracht hat. Rohde, 41 Jahre alt, Absolvent der Brandenburger Fachhochschule, hat in der Weihnachtszeit 2012 die Grille für sich entdeckt. Per WhatsApp tauscht sich Rohde mit einem Freunde über das allgemeine Familien-Gedöns aus, über Gepflogenheiten, Sprüche und was die lieben Verwandten am Kaffeetisch bewegt. Gerade die immer gleichen Anekdoten und „Weißt du noch“-Bemerkungen, die die beiden Männer teilen, fesseln Rohde auf ihre Weise.

Den ersten Spruch setzt er am 16. Januar 2013 bei Twitter ab: „Guten Tag. Ich heiße Renate Bergmann und bin neu hier. Ich suche nette Damen oder Herren für gemeinsame Unternehmungen. Bitte schreiben Sie.“ Binnen weniger Tage gibt es viele Reaktionen, verbindden sich Tausende mit dem Tweet. Alle wollen wissen, was die nassforsche Seniorin zu sagen hat.

Seit drei Jahren im Netz aktiv

Längst ist die virtuelle Dame ins reale Leben Rohdes eingedrungen. „Ich wollte Urlaub machen“, sagte er einmal dem Magazin „Stern“, „wusste aber nicht, ob ich dort Internetzugang habe“. Ohne Internet keine täglichen Nachrichten von Omi. Also schickte er Renate zeitgleich in den Urlaub, ins Sauerland zu Tochter Kirsten. Und die kann, wie die Fangemeinde weiß, Handys und Internet überhaupt nicht leiden. Dann muss Omi eine Weile schweigen.

Termin: Wer am 3. März um 18 Uhr dabei sein möchte, meldet sich in der Fouqué-Bibliotbek an unter 03381/584203.

Von Heiko Hesse

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