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Bürger wehren sich gegen Remex-Expansion

Groß Kreutz Bürger wehren sich gegen Remex-Expansion

Der Groß Kreutzer Gemeinderat hat sich Dienstagabend gegen die beantragte Expansion der Firma Remex ausgesprochen. Zuvor hatten Anwohner ihre Sorgen geäußert. Die Remex GmbH arbeitet kontaminierten Boden von Baustellen auf und möchte wegen des Baubooms ihre Kapazitäten auf 45.000 Tonnen jährlich erhöhen.

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Jörg Mallok und Kerstin Mallok-Gerwin kritisieren Remex. Der Aktenordner ihres Kampfes ist dick.

Quelle: Mai

Groß Kreutz/ Jeserig. Der Groß Kreutzer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend dem Expansionswunsch der Bodenaufbereitungsfirma Remex GmbH eine Absage erteilt. Vorausgegangen war eine teils emotionale Debatte, bei der Anwohner heftig gegen den Schwerverkehr der Firma protestierten. Zudem fürchten sie Gefahren durch Staubbelastungen durch den belasteten Boden.

Mehrheitlich fiel der Antrag des Unternehmens mit Hauptsitz in Düsseldorf danach im Gemeinderat durch. Einzig die Groß Kreutzer Gemeindevertreterin Ingrid Hübner (SPD) stimmte für den Antrag der Firma. Das Gemeindevotum kann jedoch nach Angaben des Sprechers des Landesumweltamt, Thomas Frey, generell von der Behörde ersetzt werden. „Dann, wenn das Einvernehmen rechtswidrig versagt worden ist“, so Frey. Dies sei zu prüfen.

Expansionswunsch durch Bauboom

Remex will nach Aussage des Bereichsstellenleiters Dieter Kuschel wegen des derzeit herrschenden Baubooms ihre jährliche Aufnahmekapazität von kontaminiertem Boden von 30 000 Tonnen auf 45 000 Tonnen erweitern und braucht dafür nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz die Genehmigung des Landesumweltamtes. Dafür soll eine Halle für rund 300 000 Euro erweitert werden. Der wieder aufzubereitende Boden stammt von Baustellen aus dem Raum Berlin. Kuschel widersprach am Mittwoch den erhobenen Vorwürfen durch die Anwohner. Dazu zählt der Vorwurf, Lastwagen würden vorschriftswidrig ohne Plane kontaminierten Boden durch Groß Kreutz fahren. Heftiger Kritiker von Remex ist Jörg Mallok, Betreiber der Pension Kräuterscheune. Seit Jahren kämpft er mit einer Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr. „15 200 Lastwagenfahrten im Jahr durch Groß Kreutz bedeutet die beantragte Kapazitätserweiterung von Remex“, so Mallok. Hinzu komme bereits der Schwerlastverkehr, der sich durch Groß Kreutz Richtung Deetzer Deponie quäle. „Wir sind gegen diesen Schwerverkehr und fordern Tempo 30 für die gesamte Bahnhofsstraße“, sagt Mallok.

Das Firmengelände grenzt an den Bahnhof

Remex muss den Boden in einer Halle abladen, um Umweltbeeinträchtigungen zu vermeiden. Die Firma hat ihr Gelände am Industriegelände hinter dem Groß Kreutzer Bahnhof auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Agro-Chemischen Zentrums Groß Kreutz.

Nach Angaben des Landesumweltamtes werden die Einwände der Bürger gegen die Remex-Expansion wegen „Bedenken zu Lärm- und Staubbelastungen“ am 5. Oktober erörtert. Bereichschef Kuschel sagte, bis zum 16. September habe das Unternehmen Zeit, auf die Einwände zu reagieren. „Wir werden besprechen, was man tun kann, um die Sorge und Nöte der Bürger zu minimieren“, so Kuschel. Einzelheiten dazu wolle er noch nicht nennen. Remex hat nach Unternehmensangaben 60 Standorte in Europa und Asien und beschäftigt 650 Mitarbeiter, drei davon in Groß Kreutz.

Von Marion von Imhoff

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