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Brandenburg/Havel Bürgerbündnis will Pflegenotstand bekämpfen
Lokales Brandenburg/Havel Bürgerbündnis will Pflegenotstand bekämpfen
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10:29 01.03.2018
Altenpfleger-Schülerin Elisa Jojade (l.) und Krankenschwester Jenny Ringpfeil kümmern sich um eine Patientin. Quelle: Frank Pechhold
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Brandenburg/H

In Brandenburg/Havel hat sich vor wenigen Tagen ein „Bürgerbündnis“ zusammen gefunden, das sich für mehr Personal in Pflegeheimen und Krankenhäusern der Stadt und dem Umlandes stark machen will.

Die 21 Beteiligten haben sich, wie es heißt, wegen des „Personalnotstandes“ im städtischen Klinikum zusammengefunden. Dort sind die Gespräche zum Tarifvertrag Entlastung einen Schritt vorangekommen.

Das „Bürgerbündnis für mehr Personal im Pflegebereich und im Krankenhaus“ nimmt keineswegs nur das städtische Krankenhaus in der Hochstraße in den Blick, sondern auch alle anderen Einrichtungen, die in der Pflege kranker und alter Menschen tätig sind. Die Verantwortung für die Probleme in der Pflege sieht das Bündnis vor allem bei den Bundespolitikern.

Erstes Treffen mit mehreren Linken-Politikern

Das erste Treffen des neuen Zusammenschlusses fand am 22. Februar in der Gaststätte Marienberg statt, berichtet Werner Becker im Auftrag der Gründungsversammlung. Zu den Gründern gehören Linken-Politiker wie Elke Kroll, Lutz Krakau, Andreas Kutsche, Bernd Lachmann sowie Wolfgang Gleis vom Seniorenbeirat und Klinikum-Betriebsratschef Renato Steinbrink.

Zur nächsten Beratung am Freitag, den 9. März um 17 Uhr an gleicher Stelle sei jeder Bürger eingeladen, heißt es. In der ersten Diskussion, so berichtet Werner Becker, habe sich Widerspruch gegen die Darstellung geregt, der Personalnotstand wäre allein im Klinikum zu beklagen. In den Alten- und Pflegeheimen sei die Personalnot noch erschreckender.

Bündnis verfolgt breiten regionalen Ansatz

Das Bürgerbündnis sieht die Kliniken um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Werner Becker: „Der Rückstand der medizinischen Behandlungspflege im stationären wie ambulanten Bereich gegenüber den modernen Behandlungsmethoden der Ärzte und deren Leistungen ist höchst besorgniserregend.“ Denn ein Mangel an Pflegepersonal beeinträchtige die Qualität der erbrachten Leistungen insgesamt.

Der Personalnotstand trete dort am deutlichsten hervor, wo die Möglichkeiten der Veränderung am geringsten seien – auf der kommunalen Ebene, schreibt das Bündnis. Gleichwohl verfolgen die Beteiligten einen regionalen Ansatz.

Sie möchten viele Bürger der Stadt und des Umlandes dafür gewinnen, „gemeinsam, laut, vernehmlich und öffentlich sichtbar Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben, die zur Überwindung der Personalnot gebotenen, längst überfälligen Maßnahmen zu ergreifen.“

Leichte Annäherung bei Tarifverhandlungen über Entlastung

Das Bündnis will die Bürger mit Infostände, Unterschriftensammlungen, Flyern und in Bürgerveranstaltungen mobilisieren. Die Initiative ist in einer Zeit angelaufen, in der die Geschäftsleitung des städtischen Klinikums und die Gewerkschaft Verdi über einen Tarifvertrag „Entlastung“ für die Pflegekräfte verhandeln.

Das aktuelle Angebot der Klinikleitung geht Verdi noch nicht weit genug, weil es nicht zur tatsächlichen Entlastung der derzeit beschäftigten Pflegekräfte beitrage, teilt Gewerkschaftssekretär Torsten Schulz mit.

So finde die Tarifkommission den Einsatz von Auszubildenden unter teilweiser Anrechnung als Pflegefachkraft untragbar. Maßgaben fehlten noch, wie es mit einer Bettenreduzierung oder anderweitigen Konsequenzen aussieht, wenn die Mindestbesetzung unterschritten wird.

Auch Verdi findet die Suche nach Fachkräften schwierig

Verdi teilt die Auffassung von Geschäftsführerin Gabriele Wolter, dass es derzeit schwierig sei, überhaupt Fachkräfte zu gewinnen, um die Mindestbesetzung umzusetzen.

Für die Rettungsstelle, den Kreißsaal, die Radiologie, das OP-Zentrum und die Anästhesie vermisst Verdi noch ein Angebot der Klinikleitung. Zum nächsten Verhandlungstermin am 13. März erwartet die Gewerkschaft ein deutlich konkreteres Angebot.

Von Jürgen Lauterbach

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