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Bürgerfest gegen eine „Steinwüste“ am Packhof

Brandenburg an der Havel Bürgerfest gegen eine „Steinwüste“ am Packhof

Picknick am Packhof in Brandenburg an der Havel. Die Bürgerinitiative schätzt, dass am Samstag mehr als 2000 Besucher am Packhoffest teilgenommen haben. Die Initiative wehrt sich gegen die geplante Bebauung des Areals mit einem Hotel. Mehr als 4000 Unterschriften wurden bisher gesammelt.

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Volksfeststimmung am Packhof. Die Bürgerinitiative wehrt sich auch gegen die überarbeitete Hotelplanung.

Quelle: Ann Brünink

Brandenburg/H. Picknick am Packhof. Die Veranstalter schätzen, dass im Laufe des Samstagnachmittags mehr als 2000 Besuchern am Packhoffest teilgenommen und ein paar schöne Stunden erlebt haben. Überall auf dem idyllischen Gelände sah man Familien mit Kindern auf der Wiese Picknick machen. Andere saßen an Biergartentischen oder standen in kleinen Gruppen zusammen und diskutierten den Konflikt über die umstrittene künftige Bebauung des Innenstadt-Areals.

Die Organisatoren waren glücklich, denn ihr Partykonzept ist aufgegangen. Etwa 30 Bürger hatten sich rund um den harten Kern der Packhof-Initiative an der Vorbereitung des Festes beteiligt. Ob Kuchenbüffet oder Grillangebot, ob Kinder- oder Musikprogramm, die Besucher fühlten sich angesprochen.

Auf lange Reden wurde verzichtet. Dafür haben sich die Trommelgruppen der Stadt zusammengetan und den Besuchern ein Trommelevent geboten. Vier Gestalten mit riesengroßen Köpfen ließen schließlich ihre Masken fallen und bekannten sich zugehörig zur Künstlergruppe Nora Schlecht.

Trotz der nur kurzfristige Anfrage trat die Brandenburger Band Patchwork auf. „Brandenburg an der Havel ist unsere Heimatstadt“, erklärt Bandmitglied Andreas Schalinski. „Wir sind hier aufgewachsen. Auch wenn wir nicht mehr alle Acht hier wohnen, so interessiert uns doch, wie sich die Stadt weiter entwickelt.“

Die Band, die kommendes Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, war ein Publikumsmagnet. Passend zum Anlass spielten sie das „Maklerlied“. Verstärkt wurde der Patchwork-Auftritt von Sara Pieper, Sängerin bei Nothing Toulouse. Der Song „Hier spricht dein Herz“ von Gregor Meyle kam besonders gut an.

Die Packhof-Bürgerinitiative informierte über ihren Widerstand gegen die Packhof-Hotelpläne und rief dazu auf, das eigene Anliegen mit Unterschriften zu unterstützen. Innerhalb weniger Wochen haben den Angaben zufolge knapp 4000 Menschen unterschrieben, außerdem online mehr als 1400.

Auch wenn der Hamburger Investor Premero vor wenigen Tagen ein überarbeitetes Konzept vorgestellt hat, habe sich grundlegend nichts geändert, sagt Hanswalter Werner von der Bürgerinitiative. Auch mit dem jetzt kleiner geplanten Hotel und dem „Parkhaus-Koloss“ mitten auf dem Gelände seien die Probleme nicht gelöst.

„Das ist eine Mogelpackung, die aus dem Packhof eine Steinwüste machen will, eine Brutalität in Stein, die jeglichem Konzept von behutsamer und lebenswerter Stadtentwicklung widerspricht“, wettert der frühere Gymnasialdirektor. Er fürchtet mit seinen Mitstreitern, dass „das Herz der Stadt Brandenburg den Kapitalinteressen privater Investoren geopfert werden“ soll und der öffentliche Raum zum „Spekulationsobjekt“ wird.

Breite Bürgerbeteiligung bei der Planung fordert die Bürgerinitiative Packhofgebiet, die sich mit ihren 238 Mitgliedern auf eine jahrelange Auseinandersetzung einstellt und auch gerichtliche Schritte prüfen will. Zunächst müsse unbedingt der Verkauf des Packhofgeländes an einen Investor mit allen Mitteln verhindert werden, solange die Planungsphase noch nicht abgeschlossen ist: „Ist das Gelände erst verkauft, kann der Investor bauen wie er will“, befürchtet die Bürgerinitiative.

Information: Am Mittwoch, den 7. September, hat Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann von 18 bis 20.30 Uhr zur Einwohnerversammlung in den Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses eingeladen.

Von Ann Brünink

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