Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Bürgerhaus wird zur Geduldsprobe
Lokales Brandenburg/Havel Bürgerhaus wird zur Geduldsprobe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 21.10.2017
Bürgermeister Ralf Werner drängt auf den Umbau des alten Hortes zu einem Bürgerhaus. Quelle: Frank Bürstenibnder
Anzeige
Golzow

Die Gemeinde nimmt Kurs auf den Umbau des ehemaligen Hortgebäudes auf dem Gelände der Grundschule zu einem Bürgerhaus. Allerdings nicht so schnell, wie es sich Ralf Werner gewünscht hätte. Erstmals verweigerten die Gemeindevertreter in dieser Woche ihrem fraktionslosen Bürgermeister auf breiter Front die Gefolgschaft. Werner hatte in Abstimmung mit dem Planungsbüro bereits einen Baustart am 5. März 2018 im Kopf. Um den Termin halten zu können, hätten die Abgeordneten am Dienstag die Vergabe weiterer Planungsleistungen beschließen sollen. Doch dazu kam es wegen massiver Bedenken nicht.

Jede Menge zu tun auf dem Schulcampus

Die Baugenehmigung für eine Umnutzung des alten Hortgebäudes liegt bereits vor. Im Kern geht es um die Entwicklung eines multifunktionalen Bürgerhauses für etwa 100 Personen.

Im aktuellen Haushalt sind dafür zunächst 181 000 Euro eingestellt.

Über 11 000 Euro wurden bereits für Planungsleistungen ausgegeben.

Derzeit läuft noch die Sanierung der benachbarten Schulturnhalle. Dabei kommt Geld aus dem Investitionsprogramm für Kommunen des Landes zum Einsatz.

Die Arbeiten am Sportboden und an den Prallwänden laufen. Auch die neuen Sanitäranlagen sind bald fertig. Im November sollen die letzten Abnahmen erfolgen. Danach kann die Turnhalle wieder für den Schulsport genutzt werden.

Im Sommer 2018 steht der Bauabschnitt 2 für die weitere Sanierung in der Schule an. Der Anbau eines Fahrstuhls soll 2019 mit dem 3. Bauabschnitt folgen. Derzeit besuchen 115 Mädchen und Jungen die Grundschule. Tendenz steigend.

Im Kern geht es um die Kosten. Schon 2013 wurden mit einem ersten Beschluss die Weichen für eine Umnutzung des Flachbaus zu einem Bürgerhaus gestellt. Damals wurde von einer Bausumme von 180 000 Euro ausgegangen. Inzwischen bewegen sich die geschätzten Kosten bei rund 340 000 Euro. „Wir haben nicht grundsätzlich etwas gegen das Projekt. Doch wie sollen wir unseren Bürgen, die noch mit kaputten Straßen leben müssen, diese Entwicklung erklären“, sagte Wolfgang Neumann (Unser Golzow). Für Wolfgang Göricke (Freie Wähler Golzow) stellte sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Kosten zum Bauvolumen: „Wir bauen doch nicht neu, sondern sanieren nur einen Altbau.“

Der Hort-Flachbau auf dem Gelände der Golzower Grundschule stammt aus den 1970er-Jahren. Geplant ist ein Umbau zum Bürgerhaus für die Vereine, Gemeindearbeiter und ein Bürgermeisterbüro. Quelle: Frank Bürstenbinder

Peter Schmieder (Freiwillige Feuerwehr) befürchtet, dass die Kommunalaufsicht die Investition verweigern könnte. „Dann hätte die Gemeinde umsonst Geld in die Planung gesteckt, so Schmieder. Sein Fraktionskollege Christian Köppel bemängelte die seiner Ansicht nach fehlende Kommunikation über die von Bürgermeister Werner vorangetriebenen Verfahrensschritte. Auf Köppels Vorschlag wurde das Thema nach längerer Debatte auf den 7. November vertagt. Im Bauausschuss wollen sich die Kommunalpolitiker mit dem Planungsbüro über mögliche Kostensenkungsmaßnahmen verständigen. Auf der Gemeindevertretersitzung am 21. November soll dann endgültig über die Vergabe der weiteren Planungsleistungen entschieden werden. Angesichts des Widerstandes erklärte sich auch der Bürgermeister mit dieser Verfahrensweise, die einstimmig befürwortet wurde, einverstanden.

Der Flachbau auf dem Grundschulgelände darf derzeit wegen Brandschutzmängel nicht genutzt werden. Die Umnutzung als Bürgerhaus setzt umfangreiche Sanierungsarbeiten voraus. Bürgermeister Werner appellierte an die Gemeindevertreter die Bedürfnisse der ortsansässigen Vereine nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Brücker Amtsdirektor Marko Köhler stellte klar, dass Schule und Hort ein künftiges Bürgerhaus weiterhin für Veranstaltungen nutzen können. Kämmerin Melitta Boese sieht in der Finanzierung der Baumaßnahme wegen der deutlichen besseren Einnahmesituation keine Probleme.

In der Turnhalle werden gerade die Prallwände und der neue Fußboden eingebaut. Auch die Sanitäranlagen sind bald fertig. Quelle: Frank Bürstenbinder

Planerin Michaela Rast verwies auf die deutlich gestiegenen Preise für Bauleistungen als einen Grund für die Kostenentwicklung. Doch sieht sie Möglichkeiten zur Einsparung, die sie zur Sitzung des Bauausschusses vorlegen will. Bürgermeister Werner warnte vor einem weiteren Zeitverzug: „Sonst wird alles nur noch teurer.“ Er drängt das Amt Brück darauf, noch im Dezember den Haushalt 2018 zur Beschlussfassung vorzulegen. Wenigstens ein Ende der Sanierung der Schulturnhalle ist in Sicht. Mitte November soll es die letzten Abnahmen geben.

Von Frank Bürstenbinder

Potsdam-Mittelmark Monika Königsmarck aus Wusterwitz - Ehrenamtliche Bibliothekarin seit 1998

Die kleine und gemütliche Bibliothek in Wusterwitz wäre ohne Monika Königsmarck undenkbar. Die heute 67-Jährige führt die Bücherei des Amtes Wusterwitz seit 1998 und das ehrenamtlich. Seit 2013 betreut sie die jährlich 100 Leser alleine. Doch nicht nur das ist ihre Aufgabe.

18.10.2017

Innerhalb der Bauschutt-Deponie Deetz im Landkreis Potsdam-Mittelmark soll sich die Entsorgungsfläche von derzeit elf Hektar um weitere knapp 15 Hektar mehr als verdoppeln. Ein entsprechendes Planverfahren läuft. Landesweit sind die Deponiekapazitäten für mineralischen Abfall wie Bauschutt laut einem Gutachten nahezu erschöpft.

21.10.2017
Brandenburg/Havel Sportfischer setzen Karpfen aus - Auf Wiedersehen an der Angel!

Damit ihnen auch in Zukunft die Fische nicht ausgehen, haben die organisierten Angler rund um Brandenburg 1,5 Tonnen Spiegelkarpfen ausgesetzt. Die Besatzmaßnahme wird über die Mitgliedsbeiträge finanziert.

18.10.2017
Anzeige