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Bürgermeister gibt das Tempo vor

Ketzür: Autofahrer sollen langsamer fahren Bürgermeister gibt das Tempo vor

Vor ein paar Jahren wurde Ketzür zur Tempo-30-Zone erklärt. Nur hält sich kaum noch einer dran. Bürgermeister Eberhard Pinkpank geht jetzt in die Offensive. Er ruft die Autofahrer zu mehr Disziplin auf. Er selbst will Vorbild sein. Peinlich genau achtet das Gemeindeoberhaupt auf seinen Tacho.

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Eberhard Pinkpank hält sich in Ketzür an Tempo 30.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Ketzür. Eberhard Pinkpank achtet peinlich genau auf seinen Tacho, wenn er mit dem Auto durch Ketzür fährt. Der Bürgermeister will Vorbild sein: „Wer mich überholt, fährt garantiert zu schnell.“ Die Ortslage wurde vor ein paar Jahren zur Tempo-30-Zone erklärt. „Am Anfang hat das auch gut funktioniert. Inzwischen macht sich der alte Schlendrian breit. Die Leute geben wieder Gas – und zwar nicht nur Auswärtige“, bedauert der Bürgermeister.

Dabei muss der 260-Seelen-Ort am Beetzsee keinen Durchgangsverkehr verkraften. Ketzür ist ein Sackgassendorf. Wer zur Mühle, an den Badestrand oder zum Campingplatz fährt, sollte Zeit haben. Doch Amtsdirektor Guido Müller präsentierte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung das Gegenteil. Bei einer Tempokontrolle waren sieben Autofahrer deutlich schneller unterwegs als erlaubt. Für ein klitzekleines Dorf wie Ketzür ein besorgniserregendes Ergebnis.

„Wir werden uns mit der Problematik in der Gemeindevertretung beschäftigen müssen“, findet Bürgermeister Pinkpank. Erst recht nach dem kürzlich ein Vater mit seinem Sohn beinahe von einem Auto auf der Dorfstraße erfasst worden wäre. Die langgezogene Fahrbahn verführt zum zügigen Fahren. Problem: In Ketzür gibt es keine Gehwege. Dafür wieder erfreulich viele Kinder. Doch was kann eine Kommune zum Schutz vor Rasern noch machen? Weniger als Tempo 30 geht nicht. Künstliche Bodenwellen oder Aufpflasterungen sind unbeliebt. Denkbar wäre ein digitaler Tempo-Anzeiger hinter dem Ortseingang. Andere Kommunen schwören auf die moralische Wirkung der rot aufleuchtenden Ziffern bei zu schnell fahrenden Zeitgenossen.

Nicht nur in Ketzür muss sich die Gemeinde Beetzsee mit Schnellfahrern beschäftigen. Auch die anderen beiden Ortsteile Gortz und Butzow haben ihre Problemstellen. Zum Beispiel in Höhe des Butzower Campingplatzes, der sich zu beiden Seiten der Landesstraße befindet. Dort ist Tempo 70 erlaubt. Eine Vorverlegung des Ortseingangsschildes wurde der Kommune zunächst nicht erlaubt. „Auch eine Tempo-50-Variante ist nach einem Lokaltermin mit dem Landesbetrieb nicht in Sicht“, sagte Ordnungsamtsleiterin Katrin Mühlenberg auf Nachfrage. Dafür soll bei der Ortseingangstafel das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Heikel ist die Situation auch in der Gortzer Ortseinfahrt aus Richtung Butzow. In der Kurve gibt es keinen Gehweg.

Von Frank Bürstenbinder

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