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Buga-Debakel: Wahl zwischen Pest und Cholera

Brandenburg an der Havel Buga-Debakel: Wahl zwischen Pest und Cholera

Der andauernde Streit zwischen Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und ihrem Vize Steffen Scheller auf der einen Seite und dem Beigeordneten Michael Brandt (alle CDU) auf der anderen Seite geht in eine neue Runde. Noch immer geht es um die mit großem Defizit beendete Buga – und darum, wer die Verantwortung trägt.

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Versteht seinen Kollegen Michael Brandt nicht mehr: Steffen Scheller.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Der seit Monaten andauernde Rathauskrieg zwischen Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und ihrem Vize Steffen Scheller auf der einen und dem Beigeordneten Michael Brandt (alle CDU) auf der anderen Seite geht in eine neue Runde. Wie berichtet, hatte Brandt im Zusammenhang mit der umstrittenen Sperrung der Brandenburger Altstadt während der Bundesgartenschau 2015 Tiemann vorgeworfen, es hätte in ihrem Ermessen gelegen, die weitgehend sinnlose Sperrung aufzuheben.

Das habe sie, so Brandt sinngemäß, aber nicht getan, weil sie als Buga-Zweckverbandsvorsitzende der Buga hätte zugeben müssen, dass die prognostizierten Besucherzahlen unrealistisch waren. Scheller hatte Brandts Kritik als „Frechheit“ bezeichnet und erklärt, er habe erlebt, dass Tiemann Brandt bat, die Sperrung aufzuheben. In der Verwaltung und in der CDU fragen sich einige: Warum äußert sich in allen Fragen, in denen Tiemann in den zurückliegenden Monaten in Kritik geriet, stets Scheller, während sie meist unsichtbar bleibt?

Dies offenbar im Blick habend, hat Brandt nachgelegt. Im Juni 2015 habe der Buga-Zweckverband, dessen Chefin Tiemann war, ihm noch mitgeteilt, dass man unverändert „von 1,4 Millionen Besuchen ausgeht“, so Brandt. Basierend auf den Zahlen sei mit der Stadt in Abstimmung mit der Polizei eine Gefahrenprognose erstellt worden. Auf dieser Basis wurde die Sperrung verfügt. Schellers Kritik, sagt Brandt, „bedauere ich sehr. Zu keinem Zeitpunkt ging es mir darum, jemanden vorzuführen.“ Ihm ging es nur darum, „Zwänge darzustellen.“ Dies sei er seinen Mitarbeitern schuldig. „Ich hätte mir dabei Unterstützung gewünscht, auch von Steffen Scheller“, so Brandt weiter.

„Meine Mitarbeiter und ich hatten die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera“, erinnert sich Brandt. Auf der einen Seite die Gefahrenprognose – auf der anderen Seite der Unmut der Bevölkerung. „Richtig ist, dass die Verbandsvorsteherin Tiemann trotz Aufforderung keine Leitungsentscheidung getroffen hat“, obwohl ihr die realen Besucherzahlen bekannt waren. Und richtig sei auch, „dass die Oberbürgermeisterin Tiemann keine Leitungsentscheidung getroffen hat, sich über die vom Zweckverband gelieferten Zahlen und Prognosen hinwegzusetzen“, so Brandt weiter. Scheller wollte sich gestern nicht im Detail äußern. Betont aber: „Herr Brandt hätte auf die Bitte von Frau Tiemann hin problemlos entscheiden können.“

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Von Benno Rougk

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