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Buga-Fährmann pendelt 20 Touren am Tag

Brandenburg/Havel: Per Schiffchen im Minuten-Takt zum Packhof Buga-Fährmann pendelt 20 Touren am Tag

20-mal am Tag pendelt Buga-Fährmann Robert Marquardt in Brandenburg an der Havel vom Parkplatz am Wiesenweg zum Packhof. Der 35-Jährige lenkt sonst große Frachtschiffe über die Wasserstraßen Europas. Nun ist er immer binnen Minuten am Ziel.

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Robert Marquardt schippert die ankommenden Buga-Gäste vom Wiesenweg zum Packhof

Quelle: Marion von Imhoff

Brandenburg/H.  . Robert Marquardt lenkt das „Fließige Lieschen“ mit sicherem Griff. Der Berliner ist der Buga-Fährmann auf dem kleinen Schiffchen. 20-mal am Tag pendelt Marquardt zwischen dem Anleger am Parkplatz Wiesenweg und dem Packhofareal. Vom Haupteinflughafen also zum Buga-Einfallstor. Der 35-Jährige schippert sonst auf großen Kähnen Kohle durch ganz Europa. Jetzt sind Abfahrt- und Ziel nur sieben Minuten voneinander entfernt.

20 Passagiere sind am Anleger Wiesenweg zugestiegen. In Wetterjacken, mit Regenschirmen und festem Schuhwerk ausgerüstet. Nach dem Ablegen steigen sie sieben Minuten später am Packhof-Gelände aus. Aus Pritzwalk, dem Erzgebirge, Weißwasser, Salzwedel, Trier, Wittenberge und Köln sind sie angereist in die Havelstadt. Es nieselt. Das Wetter – es gehört dazu. „Das nehmen wir wie es kommt“, sagt Monika Janz gelassen.

Klatschmohn, Frieda und Pusteblume

Die Fähre legt ab und tuckert Richtung Jahrtausendbrücke. Am Ufer hofft ein Angler auf Glück. Es ist früher Vormittag. Die Promenaden sind noch leer. Die Fähren voll. Vier von ihnen pendeln zwischen dem Wiesenweg. Salzhofufer und Packhof. Klatschmohn, Frieda (nicht Flieder), Pusteblume und das Fleißige Lieschen. Letzteres nähert sich der Jahrtausendbrücke. Die Schönheit der Bundesgartenschau entfaltet sich für die Fahrgäste nun auch von der Havel aus in voller Pracht.

Vorbei kommt die Fähre noch an träge wippenden schweren Motorjachten, die an den Steganlagen mit Tauen befestigt sind. Die Fähren der Rederei Nordstern brauchen keine Taue, um sicher am Kai zu liegen. Ein wuchtiges Magnetsystem fixiert die Schiffe an den Anlegern. Es ist ein neuer technischer Stand. Niederländische Ingenieure ließen sich dieses System Anfang der 2000er Jahre einfallen. Es macht Hafenarbeiter überflüssig, die sonst üblicherweise die Taue annehmen und wie seit Jahrhunderten schon an schweren Pollern an Stegen oder Kais vertäuen. Das System ist simpel: Ein Magnet ist am Anleger fixiert, das Gegenstück am Schiffsrumpf. Das spart in der Schifffahrt Zeit und Geld. Robert Marquardt ist dennoch nicht angetan. Er muss nun punktgenau einparken. „Ich mache schon lieber mit Tau fest“. Mit dem Magnet-System sei es „bei Wellen und beweglichem Untergrund gar nicht so einfach“. Zu merken ist das nicht. Routiniert manövriert der Berliner das Fleißige Lieschen näher an den Steg. Vorwärts, kurz rückwärts, langsam kommen sich die Magnete näher. Dann, plopp, gehen sie eine feste Verbindung ein, eine zwischen Schiff und Land.

Ein bisschen Spaß muss sein

„Packhof: Die 33 Buga-Themengärten sind erreicht“, ruft Marquardt seinen Passagieren zu. „Bitte nur aussteigen mit jültiger Buga-Eintrittskarte“, berlinert der Schiffsfährer.

Die Passagiere verlassen die kleine Fähre. Robert Marquardt wartet kurz. Niemand steigt zu. Streng nach der Uhrzeit des Fahrplans legt er wieder ab. Die Klatschmohn kommt ihm da schon entgegen. Der Kapitän, der sich lieber Schiffsführer nennt, steuert gen Salzhofufer, unter der Jahrtausendbrücke hindurch. Dort am Ufer vor der Sankt-Johannis-Kirche steht unter einem Sonnenschirm vor dem Regen geschützt Thomas Kaluzny, 55 Jahre alt aus Brandenburg. Der Job des gelernten Zimmerers ist es, den Landungssteg vom Anleger auf das Schiff zu schieben, damit Fahrgäste zu- oder aussteigen können. Doch jetzt ist niemand da. Marquardt legt wieder ab. Drei Minuten später legt er am Wiesenweg an. Er ist am Ziel und Ausgangspunkt.

Die kurze Fahrt ist vielen Passagieren zu kurz. Einige fahren mehrmals hin und her, um das Wasservergnügen in Ruhe zu genießen. „Manche steigen gar nicht aus, sondern wollen nur die Bootstour machen“, berichtet Marquardt. Ein Euro kostet die Hinfahrt pro Stopp, drei Euro hin und zurück, für Kinder ab sieben Jahren und Jugendliche die Hälfte.

Am Wiesenweg sitzt ein Rathenower in einem Holzhäuschen. Er verkauft die Fahrgarten für die Buga-Fähre. „Sie können 20 Minuten laufen oder sieben Minuten mit der Fähre am Packhof sein“, ruft der 52-Jährige. Die Angesprochenen schütteln den Kopf. „Wir laufen!“ Der Rathenower lächelt. „Ein Euro ist einigen noch zu teuer.“

Von Marion von Imhoff

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