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Brandenburg/Havel Buga-Städte erhalten Lenné-Medaille
Lokales Brandenburg/Havel Buga-Städte erhalten Lenné-Medaille
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00:17 23.01.2016
Preisträger und Ideengeber: Klaus Neumann, Roy Wallenta, Dietlind Tiemann , Ronald Seeger, Klaus Eichler und Jens Aasmann (von links nach rechts). Sie haben sich verbündete gesucht, um ihre verrückten Ideen von der Regionen-Buga durchzusetzen. Quelle: Wirsing
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Berlin/Brandenburg/H

„Ehrwürdige Majestät, sie begreifen immer noch nicht das Geistreiche unserer Idee.“ Der einzige, der ungestraft so mit Friedrich Wilhelm IV. Reden durfte, war Peter Joseph Lenné - ein genialischer Gartenbaumeister, Stadtplaner, Visionär und Künstler. Seine Spuren hat er in weiten Teilen Brandenburgs und Berlins hinterlassen, er hat diese verschönert, in Wert gesetzt, hat Politiker erst in die Enge getrieben, sie dann überzeugt und schließlich fasziniert.

Er hat alte Denkmuster aussortiert, in besagter Szene ging es um das Anlegen des Köpenicker Feldes, das „Buddelpeter“ mit einem Kanal erschloss, der eben nicht schnurgerade verlief, mit hohen Mauern und streng parallel begleitenden Spazierwegen.

Medaille für die Ausrichter

Neues Denken wagten auch fünf Bürgermeister im Herbst 2006 – angespitzt von zwei „Verrückten“: Klaus Eichler, ehemaliger Abteilungsleiter im Potsdamer Bauministerium, sowie Klaus Neumann, Landschaftsplaner, Garten- und Städtebauprofessor. Unter der Überschrift „Stadt-Landschaft-Garten“ trafen sich beide mit den Stadtoberhäuptern von Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Rhinow und Havelberg, um über eine gemeinsame Schau über 70 Kilometer, fünf Städte und zwei Bundesländer zu sinnieren und gemeinsam zu träumen.

Am Dienstagabend bekamen genau diese Stadtoberhäupter von der bundesweit hoch angesehenen Lenné-Akademie die Peter-Joseph-Lenné-Medaille überreicht. Neumann zog in seiner Laudatio erstaunliche Parallelen zwischen dem Gartenbaumeister und dem Bürgermeisterteam. Vom Unverständnis und dem Umgang mit den Landesherren war bereits kurz die Rede. Noch im Dezember 2006 flogen die Visionäre hochkant aus dem Ministerium – mit ihren spinnerten Ideen, für die kein Geld da sei. Was folgte, war ein beständiges Auf und Ab, das gipfelte in dem Buga-Zuschlag am 15. November 2007 auf dem Kongress der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft DBG in Köln. Die Grün-Fürsten der Republik hatten dann schneller verstanden als die Landesherren.

Buga-Zuschlag im Jahr 2007

Lenné war ein ausgezeichneter Netzwerker – er zog Koryphäen wie Friedrich August Stüler, Peter Beuth, Ludwig Persius sowie Wilhelm und Alexander von Humboldt auf seine Seite. Die Buga-Bürgermeister taten es ihm gleich, sicherten sich die Unterstützung von Ministern wie Jörg Schönbohm, Ulrich Junghanns oder der Bundestagsabgeordneten Margrit Spielmann. Und es gab noch den Aspekt der Cleverness: Worte, die man nicht sagt; Ziele, die man nur denkt. 1821 will Lenné von seinem Herrn eine Baumschule – zweimal wird sie ihm verwehrt. Im dritten Versuch fragt der Gartenbauer nach Obst- und Seidenbäumen, die bekommt er anstandslos. Legendär ist eine IHK-Veranstaltung im Jahr 2007 in der Havelmühle Rathenow, die sich komplett um die Buga drehte, aber ganz anders hieß: „Wirtschaftsstrategische Ausrichtung des Havellandes“. Da muss man drauf kommen.

Werner Küsters war lange Zeit Chef des Bundes der Garten- und Landschaftsbauer und damit einer der drei Gesellschafter der DBG, er hat auf fachlicher Seite den Weg für Neues geebnet. „Die Konkurrenten aus Karlsruhe um die Buga 2015 waren so perfekt vorbereitet und so arrogant, die brauchten uns gar nicht. Ich bin so froh über unsere Entscheidung von damals für die Havelregion, weil wir hier nicht nur Gartenschau, sondern echte Stadtentwicklung und ein Aufblühen der Menschen, ein Neuentdecken der Heimat erleben durften.“

Froh über Entscheidung

Gemeinsam mit Neumann hofft er auf „die Macht des Beispiels für Europa“: In Luxemburg plant man eine Regionenschau für 2020, ähnliche Projekte gibt es in Castrop-Rauxel und Bingen-Andernach.

Im Namen der Geehrten sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann: „Behalten sie den Mut neue Wege zu gehen, auch wenn es heißt, das geht gar nicht. Unser Lohn sind die Menschen, die wiederkommen.“

Von André Wirsing

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