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Brandenburg/Havel Buga bringt mehr Kriminalität nach Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Buga bringt mehr Kriminalität nach Brandenburg
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17:15 25.03.2016
Die schwerste Straftat im vorigen Jahr in der Stadt Brandenburg war der Mord an einer jungen Rumänin im Juni 2015 durch ihren Ex-Freund in Brandenburg-Nord. Das Foto zeigt, wie Polizisten den Täter vor einem Supermarkt überwältigen. Quelle: Uwe Voigt
Brandenburg/H

Die Kriminalität in Brandenburg an der Havel ist im vorigen Jahr um 15 Prozent im Vergleich zu 2014 gestiegen. Zugleich ist die Aufklärungsrate gesunken. Dies ist die Bilanz der Jahrespressekonferenz der Polizeidirektion West in Brandenburg am Donnerstag. Nach Angaben von Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, entspricht diese Tendenz auch der Entwicklung in Westbrandenburg.

8763 Straftaten zählte die Polizei in der Stadt Brandenburg 2015. Das sind 1152 Straftaten mehr als im Jahr zuvor. 4122 Fälle konnten die Beamten 2015 aufklären. Das entspricht einer Quote von 47 Prozent im Vergleich zu 55 Prozent im Jahr zuvor und sogar 62 Prozent 2013. Gestiegen ist vor allem die Zahl der Diebstähle um knapp 500 auf 2598. Etwas mehr als jeder fünfte Dieb konnte überführt werden. Eine 80 prozentige Aufklärung erzielte die Kripo bei der Gewaltkriminalität. 160 Gewaltdelikte ereigneten sich in der Stadt Brandenburg. Das sind 18 weniger als im Jahr zuvor. Im Juni wurde eine zweifachen Mutter aus Rumänien in Nord von ihrem Ex-Freund erstochen, der sich später in U-Haft umbrachte. In die Statistik 2015 geht auch der versuchte Mord an der zweijährigen Emily ein, die von ihrem Vater „mit Reinigungsmitteln gefüttert worden ist“, sagte Sven Mutschischk, Kripochef in der Polizeidirektion West.

Doppelt so viele Autoaufbrüche während der Buga

„Die Buga brachte einen Kriminalitätsanstieg“, sagte Mathias Tänzer, Leiter der Polizeiinspektion Brandenburg. Verdoppelt hat sich dadurch die Zahl der Autoaufbrüche auf 407 im vorigen Jahr. Dagegen wurden mit 67 Fahrzeugen nicht wesentlich mehr gestohlen als in den Vorjahren. Durch Buga-Wachleute wurden mehr Graffiti angezeigt. Zu 117 Wohnungseinbrüchen rückten die Beamten aus. Etwas weniger als im Jahr zuvor.

Rund zehn Prozent aller Straftaten werden von „nichtdeutschen Tätern“ verübt, sagte Tänzer. Dabei handel es sich vorwiegend um Menschen aus dem Balkan, Polen und Litauen, die gezielt zur Begehung von Straftaten den berlinnahen Raum heimsuchten. Im vorigen Jahr stieg der Anteil ausländischer Täter nach Angaben von Meyritz um 3,4 Prozent an. Flüchtlinge „tauchen als Täter fast gar nicht auf“, sagte Tänzer. Syrer und Iraker seien polizeilich „absolut unauffällig“. Registriert worden seien Ladendiebstahl oder Schwarzfahren.

Zwei Fälle von Belästigungen durch Flüchtlinge

In zwei Fällen hätten sich junge Frauen durch Flüchtlinge belästigt gefühlt, einmal im Brandenburger Marienbad und einmal in Bad Belzig. Im Marienbad habe ein Mann eine junge Frau im Whirlpool berührt. „Als sie daraufhin sofort das Becken verließ, war die Belästigung auch zu Ende. Das waren absolute Einzelfälle. Wir haben keine Kölner Verhältnisse“, so Tänzer. „Es sind tausende junge Männer nach Deutschland gekommen, das sie Kontakt zu Frauen suchen, halte ich für normal. Es kommt nur auf die Art und Weise an.“

52 Straftaten von politisch Rechten zählte die Polizei in der Stadt Brandenburg, das ist ein Anstieg um 53 Prozent. Es gab vier Gewalt- und 40 Propagandadelikte. Links motivierte Straftaten spielten in der Stadt Brandenburg mit drei leichteren Vergehen kaum eine Rolle.

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