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Brandenburg/Havel Kopf beim Radeln und Stallrundgang durchgelüftet
Lokales Brandenburg/Havel Kopf beim Radeln und Stallrundgang durchgelüftet
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06:24 19.08.2014
Frank-Walter Steinmeier machte Station bei der Brielower Agrar GmbH, deren Chef Gehard Ullrich selbst Fahrradfreak ist. Quelle: C. Nack
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Brielow/Radewege

Nach dem langen Krisengespräch in Berlin zum zugespitzten Ost-Ukraine-Konflikt hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei der Radtour am Montag von Brielow-Ausbau nach Radewege seinen Kopf zwar nicht frei gekriegt, aber durchgelüftet. Die Brielower Agrar GmbH und das 2011 eingeweihte Landfrauenstübchen waren Auftakt seiner diesjährigen Sommertour, die er trotz harten Arbeitspensums bis morgen mit Stationen in Brandenburg, Rietz, Dippmannsdorf, Pritzerbe und Rathenow absolvieren will, um Hallo zu sagen in seinem Wahlkreis.

„Wir sind kein Vorzeigebetrieb mit nagelneuen Ställen, legen aber großen Wert auf artgerechte Tierhaltung mit viel Auslauf, Licht, Luft und Einstreu“, betonte Geschäftsführer Gerhard Ullrich. Davon konnten sich Steinmeier und mitradelnde SPD-Genossen beim Rundgang überzeugen. Von den rund 1000 Brielower Rindern sind 270 Milchlieferanten mit einer durchschnittlichen Lebensleistung von 32 000 Litern pro Kuh, 210 Mastbullen und 330 Jungrinder. Mutterkühe, tragende Färsen und Trockensteher machen „Urlaub“ auf der Weide, berichtet Tierproduktionschef Karsten Heinz. Jährlich würden über das Tochter-unternehmen 40 bis 60 tragende Jungrinder exportiert – nach Nordafrika, in Balkanländer, nach Russland. Zwar seien gestern doch noch drei Tiere weggegangen, doch Präsident Putins angekündigter Importstopp für Lebensmittel aus der EU habe psychologische Auswirkungen auf den derzeit bei 35 Cent pro Liter liegenden Milchpreis. Ullrich, auch Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Brandenburg/Havel, befürchtet, dass er um zehn bis 15 Prozent fallen wird. Daher wären die Bauern auch in dieser Hinsicht für Steinmeiers Engagement dankbar.

Brielower Agrar GmbH

Der Betrieb verfügt über 309 ha Grünland und 1349 ha Acker. Brotfrucht ist Winterroggen (Hektarertrag: 47,1 Dezitonnen/Durchschnitt: 41,2). Auch bei Gerste, Weizen, Triticale und Raps liegt er höher als sonst. Jetzt laufen Rapsbestellung und 3. Grünlandschnitt. Ende September beginnt die Ernte von Sonnenblume und Mais.
Zum Tierbestand gehören u. a. 270 Milchkühe, 210 Mastbullen, 330 Kälber, 80 Mutterkühe, zwei Zuchtbullen.
Das Unternehmen hat 22 Beschäftigte, zwei Saisonkräfte, zwei Azubis.

Mit der Getreideernte ist Ullrich zufrieden. „Es war eine über dem Durchschnitt liegende gute Ernte, leider bei nicht so guten Preisen“, erklärte er vor selbst gefertigten Schautafeln dem Außenminister. „Wir sind kein Betrieb mit Monokultur, sondern neben Getreide mit Ölsaaten, Erbsen, Silo- und Körnermais breit gefächert“, sagte der Geschäftsführer. Das helfe in „verrückten Sommern“ wie diesem mit punktuell sehr unterschiedlichen Niederschlägen und Bedingungen. Während laut Ullrich einige Berufskollegen jetzt noch Getreide zu stehen hätten, sei man auf den Feldern rund um Brielow und Radewege einschließlich Raps am 3. August um Mitternacht fertig gewesen. „Wir hatten 2007 ein nasses Jahr.“ Viel zu erklären brauchte er nicht, denn die Fotos von damals mit Ausspülungen, Abbrüchen und gefluteten Ställen sprachen für sich.

Bevor sich Steinmeier nach geradelten sechs Kilometern auf dem Hof am Landfrauenstübchen mit Kartoffelsuppe stärkte, zollte er der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und der vor 14 Jahren gegründeten 25 Mitglieder zählenden Ortsgruppe um Helga Ullrich seinen Respekt. „Das Große hat mit dem Kleinen zu tun. Auch hier am Beetzsee spielt der Ukraine-Konflikt und das Hoffen auf eine Lösung eine Rolle“, so Steinmeier.

Von Claudia Nack

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