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Bundesgeld für Abfallprojekt

Brandenburg an der Havel Bundesgeld für Abfallprojekt

Aus alten Autos und Maschinen lässt sich mehr zurückgewinnen als Stahl- und Aluminiumschrott. Nämlich auch Nichteisenmetalle, Kunststoffe und selbst Verbundstoffe in ihren Bestandteilen, die sortenrein abgepackt wieder Grundstoffe für neue Kraftfahrzeuge sind. Das Verfahren wird ab dem kommenden Jahr in Brandenburg an der Havel praktiziert und war der Bundesumweltministerin bereits jetzt eine Förderung wert.

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In der Mebra-Recyclingpark-Halle werden künftig verschiedene Granulate von Metallen und Kunststoffen zurückgewonnen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Im Berliner Bundesumweltministerium wird das hiesige Remine-Projekt mit großer Aufmerksamkeit und mit Wohlwollen verfolgt: „Sehr geehrte Frau Kollegin, liebe Angelika, gern informiere ich Sie darüber, dass ich beabsichtige, das Vorhaben der Remine GmbH ,Gewinnung von Primärkunststoffen und Erhöhung der Metallausbeute bei metall- und kunststoffhaltigen Abfällen“ mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Höhe von 672.575,40 Euro zu fördern.“ Unterschrieben hat den Brief die Bundesministerin und Abgeordnete Barbara Hendricks an ihre Bundestagskollegin Angelika Krüger-Leißner (beide SPD). Das Projekt solle in Kürze auch auf der Internetseite des Umweltinnovationsprogramms des Bundes präsentiert werden.

Der Ansatz von Remine ist es, die in der Leichtfraktion der beim Schreddern anfallenden Metalle und Kunststoffe sortenrein zurückzugewinnen, um die einzelnen Wertstoffe ihrem jeweiligen Verarbeitungskreislauf zuzuführen. Das noch junge Unternehmen ist eine Tochter von TSR-Recycling, das bereits einen Großschredder in der Havelstadt betreibt – alsbald sollen auch die kleineren Stücke beim Verwerten von alten Autos und Maschinen getrennt werden und Grundstoffe für neue Materialien liefern.

Es gibt bereits eine Genehmigung für den Betrieb der Anlage in der 32.000 Quadratmeter großen Halle des Recyclingparks auf dem alten SWB-Areal. Doch will das Unternehmen aus eigenem Antrieb Veränderungen am Brandschutzkonzept vornehmen, sagt TSR-Geschäftsführer Bernd Fleschenberg: „Wir haben drei Jahre lang in einem öffentlich-rechtlichen Verfahren für unser Projekt gekämpft. Die Halle steht unter Denkmalschutz, wir wollen die fragile Kassettendecke nicht mit den schweren Entrauchungs-Anlagen belasten, suchen deshalb nach einer Lösung, diese in den ohnehin zu verschließenden Seitenwänden unterzubringen. Deshalb haben wir um eine Genehmigungsänderung gebeten.“ Das verzögere den für September geplanten Umbaustart um drei Monate oder etwas mehr. Die neue zusätzliche Förderung vom Bund ist angesichts von mehr als zwölf Millionen Euro Investition und knapp zwei Millionen Euro Landesförderung ein eher symbolischer Betrag, „doch ist dies auch ein politisches Anerkenntnis für unsere Technologie“, sagt Fleschenberg.

Genauso wichtig sei es ihm, dass auch die Nachfrage nach den Remine-Granulaten bei der Auto- und Zulieferindustrie geweckt werde, die immer komplexere Verbundwerkstoffe wie CFK (Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe) entwickele und teilweise noch zu wenig an die Recycelbarkeit denke, „im Osten sind die Menschen da sehr viel aufgeschlossener“.

Bislang hat die TSR Recycling Kunststoffreste aus verschrotteten Autos zum Verbrennen geschickt, jetzt werden mit verschiedensten Verfahren wie Magneten, Wirbelstrom, Luftdüsen und so genannten Schwebverfahren die Rohstoffe nach dem Zerkleinern sortiert und sortenrein nach den verschiedenen Fraktionen verpackt.

Von André Wirsing

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