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Brandenburg/Havel Bundesverdienstkreuz für Bettina Damus
Lokales Brandenburg/Havel Bundesverdienstkreuz für Bettina Damus
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11:10 17.12.2015
Bettina Damus (Mitte) ist am Mittwochabend mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Bettina Damus ist keine Heldin, sondern ein Vorbild. So zitiert Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) den italienischen Dichter Luigi Pirandello: „Es ist leichter ein Held zu sein als ein Ehrenmann. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer.“ Der Kirchmeisterin der Gotthardt- und Christusgemeinde hat Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen auf Vorschlag von Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Die 80-Jährige ist seit 1969 ununterbrochen für die St.-Gotthardt-Kirche tätig. Von 1989 bis 2003 wirkte sie als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, danach diente sie der Gemeinde ebenfalls ehrenamtlich als Kirchmeisterin. Sie kümmert sich ebenso um zwei evangelische Kindergärten wie um die Kirchenaufsicht und selbst um das Putzen der Fenster im Kirchturm.

Vielen Brandenburgern – auch Nichtchristen – ist sie bekannt als die Retterin von Gotteshäusern. Sei es ihr Engagement für die bereits 1997 dem Abriss geweihte Dorfkirche Saaringen, für die sie schnell einen Verein gründete, der das Gebäude mit Hilfe von Fördermitteln erwarb. Als 2012 das Dach der ältesten Kirche in der Stadt, St. Gotthardt, riesige Löcher zeigte, hatte Bettina Damus innerhalb von nur zweieinhalb Jahren das komplette Sanieren bewerkstelligt. Das Gotteshaus behält seine außergewöhnliche Denkmalqualität mit 120 000 Ziegeln aus fünf Jahrhunderten.

Oberbürgermeisterin Tiemann verband in ihrer Laudatio auch sehr persönliche Erinnerungen mit dem Aufzählen der Verdienste der geehrten Kirchmeisterin. „Für mich ist Bettina Damus seit vielen Jahren der gute Geist von Sankt Gotthardt. Ein gutes Beispiel dafür ist das erfolgreiche Sanieren der Nordkapelle.“ So sei es möglich gewesen, die Kapelle dem Ehrenbürger Vicco von Bülow zu seinem 85. Geburtstag zu übergeben. Im Rampenlicht der Öffentlichkeit stünden zwar häufig Größen aus Sport und Showbusiness, aber viel zu selten Menschen, die sich im Alltag für Ihr Gemeinwesen einsetzen, sagte Tiemann.

Die Geehrte reagierte gewohnt bescheiden. „Ich bin dankbar für diese Ehrung, hatte bei den ganzen Dingen, die aufgezählt worden sind, auch immer viele gute Helfer. Egal ob im Gemeindekirchenrat, im Chor oder bei der Kirchenmusik. Ich hoffe, dass ich meine Arbeit noch lange weitermachen kann.“ Minutenlang applaudierten die Stadtverordneten stehend der Ordensträgerin.

Von André Wirsing

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