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Brandenburg/Havel Burgmuseum nur an Wochenenden auf?
Lokales Brandenburg/Havel Burgmuseum nur an Wochenenden auf?
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16:13 08.02.2018
Den ganzen Winter über ist das Burgmuseum in Ziesar für den individuellen Besucherverkehr geschlossen. Das ist Gift für die Gästezahlen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Ziesar

Die Stadtverordneten werden auf ihrer nächsten öffentlichen Sitzung einen ausgeglichenen Haushalt verabschieden können. Das bedeutet, dass sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten. „Das ist der entspannteste Haushalt seit vielen Jahren“, findet Bürgermeister Dieter Sehm (SPD). Kämmerin Marlene Ludloff warnt allerdings vor Euphorie. Denn 16 000 Euro Überschuss sind für eine Stadt wie Ziesar zu wenig. „Die finanzielle Ausstattung bleibt knapp“, kündigte die Chefin der Finanzverwaltung im Amt Ziesar in dieser Woche vor dem Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung an.

Ohne Museum keine Sanierung

Der Landkreis unterstützt das Burgmuseum in Ziesar jährlich mit 40 000 Euro. Eine weitere Einschränkung der Besucherzahl wäre kaum vermittelbar. An den Kosten für technische Anlagen, zum Beispiel Fahrstuhl, würde sich nichts ändern.

Die Besucherzahlen im Museum lagen in den Vergangenheit bei rund 7000 Besuchern jährlich. Die sanierte Burganlage insgesamt zieht durch Kulturveranstaltungen und Feste deutlich mehr Besucher an. 2017 sollen es 13 000 Gäste gewesen sein.

Die Umnutzung des Schulinternats im früheren Wohnbereich der Bischöfe zu einem Museum, dass seit 2005 die Christianisierung der Mark zum Thema hat, war Voraussetzung für die Burgsanierung mit über fünf Millionen Euro Fördermittel.

In der Sitzung ging es streckenweise hoch her. Denn nach Ansicht von Bernd Gobel (CDU) könnte es Ziesar besser gehen. So könnte Personal im Burgmuseum eingespart werden. Nämlich durch eine Beschränkung der Öffnungszeiten auf die Wochenenden. „Wir leisten uns trotz rückläufiger Besucherzahlen ein Museum, in das jedes Jahr 200 000 Euro gesteckt wird“, monierte der Stadtverordnete. Außerdem wundert sich Gobel über die Wohnungsbaugesellschaft Ziesar (WGZ), weil sie keine Dividende an die kommunalen Gesellschafter auszahlt. Reserven sieht der CDU-Kommunalpolitiker in der Struktur des Jugendzentrums in der Badstraße. Eine hauptamtliche Leitungskraft hält Gobel für nicht mehr zeitgemäß: „Eigentlich sollte der Jugendklub längst auf eigene Füße stehen.“ Eingesparte Gelder würde Gobel lieber der Feuerwehr oder dem Musikverein zukommen lassen. Ebenso hätten die ersten nach der Wende sanierten Pflasterstraßen Reparaturen nötig.

Stadtverordneter Bernd Gobel (CDU). Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit seiner Auffassung, Ziesar würde zu wenig für seine Bürger tun, blieb Gobel jedoch weitestgehend allein. Klaus Schwanke (Freie Bürger und Bauern) erinnerte an die kostenlose Nutzung öffentlicher Einrichtungen durch die Vereine. Dietmar Varchmin (SPD-Fraktion) verwies auf die kostenlose Ganztagsbetreuung. Ordnungsamtsleiterin Eva Friedrich rechnete vor, dass die Verwaltung Personalkosten eingespart hat, um den Kommunen trotz Amtsumlage Luft zum investieren zu lassen. Für Bürgermeister Sehm waren die Äußerungen Gobels vorgezogener Wahlkampf. „Es ärgert mich dolle, wenn behauptet wird, wir würden nichts für unsere Bürger tun. 40 Prozent von dem Geld, das in Schule und Feuerwehr fließt, kommt von Ziesar. Wir haben doch eine lebenswerte Stadt“, so der Bürgermeister.

Ansonsten herrscht Konsens bei den Stadtverordneten die Öffnungszeiten des Burgmuseums nicht noch weiter zu begrenzen. Im Gegenteil: Die vor einigen Jahren eingeführte Winterschließzeit von November bis Ende März soll es ab 2018 in dieser Länge nicht mehr geben. „Das Museum muss mit Leben erfüllt werden. Würde es nur am Wochenende geöffnet, könnten wir es gleich ganz abschließen“, so Ausschussvorsitzender Varchmin. Bürgermeister Sehm ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsbaugesellschaft Ziesar. Er stellte klar, dass auch in den nächsten Jahren nicht mit einer Gewinnausschüttung an die Kommunen zu rechnen ist: „Schuldentilgung geht vor Dividende.“ Aus DDR-Zeiten muss die WGZ noch 1,4 Millionen Euro abzahlen. Das in der Tat positive Betriebsergebnis wird außerdem durch Verlustvorträge und Nachwendekredite aus den 1990er-Jahren geschmälert.

Das Burgmuseum zur Christianisierung der Mark ist in den ehemaligen Wohnräumen der Bischöfe untergebracht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auch an der stundenweise hauptamtlichen Betreuung des Jugendzentrums durch eine Sozialpädagogin soll sich nichts ändern. Klaus Schwanke: „Die Jugendlichen machen schon viel allein. Aber etwas Aufsicht kann nicht schaden. So wie es ist, läuft es gut.“

Von Frank Bürstenbinder

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