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Butzow gegen den Rest der Mittelmark

Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Butzow gegen den Rest der Mittelmark

Butzow gegen den Rest! Der 200-Seelen-Ort am Beetzsee nimmt es im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gegen die durchsanierte Konkurrenz aus dem Fläming und dem Potsdamer Umland auf. Die Butzower wollen vor allem mit ihrem regen Gemeinschaftsleben punkten.

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Wenn sich Väter mit ihren Kindern eine Auszeit nehmen, gehört das zum Butzower Gemeinschaftsleben.

Quelle: privat

Butzow. Restaurierte Kirchen gibt es in vielen Orten. Schicke Fassaden und gepflegte Grünanlagen auch. Doch wie ist es um die Zukunft der Dörfer zwischen Havelland und Fläming bestellt? Darum dreht es sich beim 10. Kreiswettbewerb, an dem sich elf Kommunen in Potsdam-Mittelmark beteiligen. Erstmals geht Butzow ins Rennen. Das 200-Seelen-Dorf am Beetzsee hält die Fahne für den Altkreis Brandenburg hoch. Die Konkurrenz kommt aus dem Fläming und dem Potsdamer Umland. Es gibt andere Neulinge wie Fresdorf (Michendorf) oder Marzahna (Treuenbrietzen. Die Töplitzer (Werder) und Bliesendorfer (Werder) zählen nach Jahren zu den Wiedereinsteigern. Und dann gibt es Orte wie Benken (Wiesenburg), die auf eine Dauerteilnahme abonniert sind.

Zahlreiche Veranstaltungen

In Butzow werden jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen organisiert. Diese reichen vom Frühlingsfest bis zum Adventsmarkt. Großen Zuspruch findet die Hubertusmesse in der Kirche.

Das nächste Projekt ist die Umgestaltung der Alten Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit einem Saal für 75 Personen, einer Terrasse, Küche und neuen Sanitärräumen.

Überregional bekannt ist Butzow für seinen am Beetzsee gelegenen Campingplatz. Dort steht eines der letzten Empfangsgebäude der Westhavelländischen Kreisbahn. Es dient heute als Sanitärtrakt.

 

Auf den ersten Blick hat Butzow, das ein Ortsteil der Gemeinde Beetzseeheide ist, nicht viel zu bieten. Es gibt keine Kita, die letzte Gaststätte hat schon vor Jahren geschlossen, einen Dorfladen sucht man vergebens. Die Zukunft schöpfen die Butzower aus anderen Werten: Zusammenhalt, Nachbarschaftshilfe und einem großen Netzwerk, wenn es darum geht innovative Ideen für ein lebendiges Dorf in die Tat umzusetzen. Es sind Kontakte, die vom Freundeskreis Westhavelländische Kreisbahn bis zum langjährigen Wahlkreisbüro von Frank-Walter Steinmeier reichen.

Ortsvorsteher Dirk Lange führt die Wettbewerbskommission über den Storchenradweg bei Butzow

Ortsvorsteher Dirk Lange führt die Wettbewerbskommission über den Storchenradweg bei Butzow.

Quelle: Frank Bürstenbinder

„Wir haben eine baufällige Kirche saniert, veranstalten sieben Feste im Jahr. Jetzt bereiten wir den Umbau der alten Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus vor“, warb Ortsvorsteher Dirk Lange am Mittwoch vor den Mitgliedern der aus dem ganzen Landkreis zusammengestellten Wettbewerbskommission. Motor des Butzower Aufbruchs ist der 2005 gegründete Förderverein, der nicht nur die eigenen Mitglieder mit einer gesunden Unruhe auf Trab hält. Darunter ist der Unternehmer Thomas Mohr, der sich 1992 ein altes Haus zum Wohn- und Firmensitz umgebaut hat. „Ich habe mit Bedauern das Aus für unsere Dorfgaststätte erlebt. Inzwischen unterstütze ich den Förderverein und freue mich, dass ein Gemeinschaftsleben auch ohne Kneipe möglich ist“, so Mohr.

Zum Tag des offenen Denkmals schauten die Butzower über den eigenen Kirchturm hinaus

Zum Tag des offenen Denkmals schauten die Butzower über den eigenen Kirchturm hinaus. Zusammen mit den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Sieghard Wolter (M.) besuchten sie eine aktuelle Ausgrabungsstätte unterhalb des Flachsberges bei Gortz.

Quelle: privat

So wie der Treppenspezialist denken auch die anderen 16 Firmeninhaber , mit denen das kleine Dorf gesegnet ist. Wo Hilfe gebraucht wird, sind Muskeln und Maschinen nicht weit. Egal, ob eine Bühne gebaut, ein Fischerkahn aufgestellt oder das sowjetische Ehrenmal von aus der Form geratenen Gehölzen befreit wird.

Paul Müller trägt die Geschichte der Butzower Friedhofseiche zusammen, die von einem Lehrer gepflanzt worden sein soll

Paul Müller trägt die Geschichte der Butzower Friedhofseiche zusammen, die von einem Lehrer gepflanzt worden sein soll.

Quelle: Frank Bürstenbinder

„Wir wollen der Jury zeigen, dass die Butzower kein Strohfeuer entzündet haben. Unsere Arbeit ist auf Kontinuität angelegt, die allen Generationen zugute kommen soll“, sagte Bernhard Weise, Vorsitzender des Fördervereins „Butzower Dorfkern“. Jüngstes Mitglied ist Paul Müller. Der 18-Jährige will in Potsdam Biowissenschaften studieren. Nebenbei engagiert er sich im Förderverein. Gerade soll er die Geschichte der Butzower Friedhofseiche recherchieren. Der Baum könnte zum Ziel einer der nächsten organisierten Spaziergänge werden. Jury-Chefin Steffi Marquardt zeigte sich nach drei Stunden Butzow beeindruckt von einem Dorf, dass sie sonst nur von der Durchreise kennt.

Über die Chancen des Beetzseeheide-Ortsteils wollte die Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt noch nichts verraten. Die Sieger werden am 26. Oktober am Seddiner See gekürt.

Von Frank Bürstenbinder

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