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Brandenburg/Havel Butzower Lehrerin fängt Regen ein
Lokales Brandenburg/Havel Butzower Lehrerin fängt Regen ein
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14:53 21.09.2016
Wieder kein Regen: In den letzten Wochen blieb der Messzylinder von Ines Schönberg oft leer. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Butzow

Das Treibhaus und die nächsten Bäume stehen einige Meter entfernt. Kein Gewächs und keine Aufbauten sollen die Arbeit der „Konventionellen Niederschlagsmessstation“ beeinträchtigen. So der sperrige Name für den Regenmesser, den der Deutsche Wetterdienst (DWD), im Garten von Ines Schönberg (45) eingemessen und installiert hat. Seit 2008 beobachtet die Grundschullehrerin das Wetter in Butzow. Ganz freiwillig und aus Interesse an der Natur. Genauer gesagt geht es um die Niederschläge, die den Erdboden erreichen. Dabei bleibt nichts dem Zufall überlassen.

Jeden Morgen muss die Messstation zur selben Zeit abgelesen werden. Dazu wird ein Sammelgefäß, dass sich unter einem Trichter befindet, in einen Messzylinder entleert – wenn es denn geregnet hat. Der sonnige September machte die ehrenamtliche Niederschlagsbeobachterin dennoch nicht arbeitslos. Die aktuelle Situation in Butzow muss in jedem Fall an die DWD-Zentrale in Offenburg gemeldet werden. „Selbst im Sommer muss ich vermerken, dass es nicht geschneit hat“, berichtet Ines Schönberg. Die Daten übermittelt die Butzowerin mit Hilfe einer speziellen App auf ihrem Smartphon. Ist sie einmal verhindert, springt Vater Klaus Falkenberg am Regenmesser ein.

Wissen wollen die Experten vom Deutschen Wetterdienst die Niederschlagsmenge und die Art des Niederschlages. Im Winter wird mit dem Zollstock die Schneehöhe gemessen und der Bedeckungsgrad beschrieben. Das penible Reglement ist nicht jedermanns Sache. Deshalb hat es der DWD auch nicht leicht neue Wetterbeobachter zu finden. Über 30 Jahre machte in Butzow Erich Prelwitz den Job. Dann gab der Rentner aus Altersgründen auf.

„Ich führe die Arbeit gerne weiter, weil mich das Wetter schon immer interessiert hat“, so Ines Schönberg. Ihr Wissen gibt sie gern im Sachkundeunterricht an die Erst- und Zweitklässler der Radeweger Grundschule weiter. Beim Klassenbesuch auf dem heimischen Grundstück erklärt die Lehrerin ihren Schülern die Funktionsweise des sogenannten Hellmann-Regenmessers.

In den letzten Wochen hat nicht viel Regen den Auffangbehälter mit einem Durchmesser von knapp 16 Zentimeter erreicht. Mit 17,1 Liter auf den Quadratmeter war der August deutlich zu trocken. 60 bis 70 Liter wären für diesen Monat normal gewesen. Auch der Juli lag mit 49,2 Liter unter dem langjährigen Mittelwert. Der September wird wohl insgesamt noch trockener ausfallen. Wetterkapriolen gab es immer. So waren auch die 1970er-Jahre sehr trocken. Dagegen fielen in Butzow allein im Juli 2011 insgesamt 225,5 Liter Regen auf den Quadratmeter. Davon allein 50,6 Liter am 30. Juli 2011. Ob es mit dem Herbstanfang deutlich feuchter wird, vermag Ines Schönberg nicht vorherzusagen: „Ich werde zwar oft gefragt, aber auf Regen kann auch ich nur hoffen.“

Von Frank Bürstenbinder

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