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CDU gibt Wahlkampfstartschuss

Brandenburg an der Havel CDU gibt Wahlkampfstartschuss

Was Steffen Scheller tun will, wenn er am 25. Februar zum Oberbürgermeister von Brandenburg gewählt wurde, verriet er am Samstag. Um den CDU-Kandidaten und amtierenden OB noch bekannter zu machen, veranstaltete die CDU am Samstag den Neujahrsempfang in der Werft mit 200 Gästen.

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Hat da der Vorgänger Tipps für den Nachfolger? Helmut Schliesing (li., SPD) im Gespräch mit Steffen Scheller (r.) und Dieter Drombowski.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. 14 Jahre sind vergangen, „seit ich als Kapitän das Schiff übernahm“, erinnert sich Dietlind Tiemann (CDU), langjährigste Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg seit Generationen. Sie habe sich 2003 gleich „ordentliche Offiziere gesucht“, eine „tolle Mannschaft“. In der Tat kamen schnell Michael Brandt und Steffen Scheller (beide CDU) als ihre Beigeordneten auf die Brücke. Jetzt, so Tiemann, „bin ich von Bord gegangen“ – aber sie könne „guten Gewissens gehen“. Denn „ich hinterlasse ein gut bestelltes Feld!“

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Zum Neujahrsempfang hatten die Brandenburger Christdemokraten zahlreiche Vertreter von Vereinen und Verbänden aus der Stadt und der Region in die Werft eingeladen.

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Um dieses erntereife Feld sehen und spüren zu können, lud Tiemann etwa 200 Gäste beim Neujahrsempfang der CDU ein, die Augen zu schließen, und sich nach 2003 zurückzuversetzen. In eine Zeit, in der der Landesvater Brandenburg als „Aschenputtel der Mark“ bezeichnete. Unter ihrer Regie, sei „aus dem Aschenputtel ein schöner Schwan“ geworden. Als ihre größten Erfolge zitiert Tiemann die Bundesgartenschau 2015 und den Erhalt der Kreisfreiheit. „Nun ist die Basis da.“ Aber es bedürfe der Führung. Und deshalb wolle sie dem Wahlvolk empfehlen, die Kapitänsrolle in die Hände jenes „erfahrenen, selbstständigen, jungen Mannes zu übertragen.“ Damit ist Tiemann, die noch den CDU-Kreisverband führt, beim Thema. Um den OB-Kandidaten Steffen Scheller bekannter zu machen, veranstaltete die CDU am Samstag den Neujahrsempfang in der Werft mit 200 Gästen.

Der Ort war gut gewählt, um Kapitäne, erste Offiziere, Tanker und Schlepper in den Reden in Szene zu setzen. Das gelang: Die Stimmung war, wie es sich für den Wahlkampfauftakt gehört, fast euphorisch, die meisten Menschen ob geistvoller Reden und Getränke gut gelaunt.

Bevor Scheller in die Bütt durfte, ergriff Steven Breetz das Wort. Der Generalsekretär der Landes-CDU sprach kurz, elegant und hatte auch inhaltlich etwas zu sagen. Er erinnerte daran, dass es dem Land – trotz allem Streit – gut gehe. Dass hier Frieden und Sicherheit herrsche, dürfe bei jedem durchaus auch für Demut und Dankbarkeit sorgen. Überdies hoffe er, dass sich aus den Verhandlungen von CDU und SPD eine solide Regierung ergebe.

Schellers 20-minütige Rede war geprägt von dem Versuch, sich einerseits von seiner Kapitänin zu emanzipieren, die eigenen Truppen hinter sich zu vereinen und dennoch allen politischen Akteuren in der Stadt die Hand zu reichen. Scheller blickte zurück auf zehn Jahre, deren „Kurs ich als erster Offizier sehr gern mitbestimmt habe.“ Die Folge sei, dass „Menschen, die unsere Stadt besuchen, von ihr schwärmen.“

Mit Blick auf das Haushaltsdefizit von 140 Millionen Euro, das Scheller vorrangig der Unterfinanzierung durch das Land zuschreibt, räumt er dennoch ein: „Um all das zu ermöglichen mag es sein, dass es Zeiten gab, in denen wir etwas mehr aus dem Tank nehmen mussten, um weiter gut voranzukommen oder auch um weiterzukommen.“

Die Kritik seines Konkurrenten Jan van Lessen, der mit Blick auf sechs Jahre ohne Haushalt einen Kassensturz fordert, meint Scheller: Das sei nicht notwendig. Alles sei transparent. Er unterstellte, van Lessen, dieser wolle einen Kassensturz nur, „um sich von wichtigen Aufgaben zu trennen.“

Bevor die Besucher sich miteinander beschäftigen konnten, hatte Scheller noch zwei Pfeile im Köcher, die er im Falle seiner Wahl am 25. Februar abschießen will: Die Errichtung einer Tiefgarage unter den Neustädtischen Markt und die Errichtung von weiteren Parkhäusern am Rand der Innenstadt und am Bahnhof. Außerdem wolle er die Chancen der Digitalisierung besser nutzen und einen freien Internetzugang an den zentralen Orten der Stadt anbieten.

Von Benno Rougk

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