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Brandenburg/Havel Café Zuckersüß mit Peter-Lustig-Charme
Lokales Brandenburg/Havel Café Zuckersüß mit Peter-Lustig-Charme
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15:56 18.08.2017
Sieglinde und Rudolf Sickel vor ihrem Café Zuckersüß am Netzener See. Dort bieten sie Kuchen, Kaffee, Limo, Sekt und Bratwurst an. Quelle: Marion von Imhoff
Kloster Lehnin

Wenn es um Impulse für den Tourismus und die Gemeinschaft in Kloster Lehnin geht, ist Rudolf Sickel immer für eine Überraschung gut. Sickel, Vorstandsmitglied im Tourismusverein Kloster Lehnin, hat nun mit seiner Frau in einer Privatinitiative einen Bauwagen zu einem rollenden Bistro umgebaut. Das soll Gästen und Einheimischen in Kloster Lehnin den Aufenthalt an schönen Orten in der Region versüßen. Das Café Zuckersüß, auf der Straße 25 Kilometer die Stunde schnell, macht seit dieser Woche und noch bis Sonntag erstmals Station am Netzener See. Unterstützt werden Rudolf und Sieglinde Sickel von ihren Nachbarn, dem Ehepaar Hensel.

Limonade, Chianti und Diätsünden: der Bauwagen von innen. Wer dort Gast ist, darf das Gefährt über zwei kleine Stufen erklimmen. Quelle: Marion von Imhoff

Es war anfangs eher eine Schnapsidee in geselliger Runde von einem Café für die Wanderer direkt an den Pilgerwegen in Kloster Lehnin. Sickel ist ein Mann der Tat. Noch am Abend googelte er nach Bauwagen. Es fand sich einer auf dem Gelände des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur. Sickel schwatzte und kaufte das Gefährt dem Verein ab und Nachbar Olaf Hensel, handwerklich geschickt, baute den Wagen einen Winter lang aus. 2500 Euro investierte Sickel. Der Wagen erhielt ein komplett neues Innenleben samt hochmoderner Küche, Profi-Kaffeemaschine und Panoramafenster. Mintgrün ist die neue Farbe, darauf das Logo Café Zuckersüß. Fertig ist ein rollendes Café, das Menschen offenbar glücklich macht. „Die Idee ist total cool“, sagt Susanne Wolff. Die 36-jährige Flensburgerin macht Urlaub am Netzener See und ist Zuckersüß-Stammgast.

Café auf Rädern

Das mintgrüne Café Zuckersüß steht noch bis zum Ende der Sommerferien, also bis zum 3. September, am Netzener See. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde endet am Montag. Dann zieht der Bauwagen zehn Meter weiter auf den Privatgrund des Hotels Seehof. Deren Chefin Sylvia Grunow hat die Sickels eingeladen, die nächsten zwei Wochen noch am See zu bleiben. „Das hat uns total gefreut“, sagt Rudolf Sickel.

„Der Wagen ist niedlich“, schwärmt auch Sylvia Grunow. Das Café sei keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung.

Weitere Stationen des Cafés werden Prützke sein und der Adventsmarkt Lehnin. Eine Einladung gibt es auch nach Berlin, doch mit Tempo 25 ist der Weg dorthin doch zu riskant.

Dass der Wagen nun direkt an der Badestelle steht und den Gästen Kuchen, Limonade, Kaffee, Bier und Bratwurst anbietet, ist auch der Gemeindeverwaltung zu verdanken. Binnen zwei Tagen nach der ersten Anfrage konnte sich Sickel im Rathaus Lehnin den Pachtvertrag für den Stellplatz abholen. Es ist Gemeindegrund.

Auch selbstgemachte Marmelade und Bonbons bietet Sieglinde im Café Zuckersüß an. Quelle: Marion von Imhoff

In ihrem Element ist Sieglinde Sickel. Sie ist als leidenschaftliche Kuchenbäckerin unter Nachbarn bekannt, nun bietet sie eine hausgebackene Birnen-Schoko-Kreation und andere Diätsünden im Café an. Unterstützt wird sie von Birgit Hensel, die als Verkäuferin arbeitet. Beide absolvierten eine Hygieneschulung beim Gesundheitsamt. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben, aber eben auch Zeit, die Sickels und Hensels investierten.

Dass die Investition ins Café Zuckersüß irgendwann wieder reinkommt, ist dem 69-jährigen Rudolf Sickel nicht wichtig. Das Paar ist vor Jahren aus Wanne-Eickel im Ruhrgebiet nach Kloster Lehnin gezogen ist. Bis zu seinem Ruhestand war Sickel Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Sachsen-Anhalt. Seine Frau arbeitet als freiberufliche Pflegegutachterin. Beschenken Sie Kloster Lehnin mit dem Café? Sickel, der als SPD-Mitglied im Nahmitzer Ortsbeirat aktiv ist, schüttelt den Kopf: „Nein, es ist ein Geschenk für uns, wenn mir mit dem Café anderen eine Freude machen.“

Gäste und Wirtin vor dem Café Zuckersüß: Sieglinde Sickel (im Hintergrund ihr Mann Rudolf), Kerstin Sonnenberg und Susanne Wolff aus Flensburg (von links). Quelle: Marion von Imhoff

Gemeindevertreter und Parteifreund Udo Wernitz findet die Aktion großartig. „Das ist eine tolle Privatinitiative und Bereicherung für Kloster Lehnin.“ Wernitz schenkte den Sickels einen Zehn-Kilo-Sack Puderzucker zur Eröffnung. Rudolf Sickel spurtet schon wieder los. Er holt Bier für die After-Work-Party an diesem Abend im Café Zuckersüß.

Von Marion von Imhoff

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