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Camill Leberer zeigt ungewöhnliche Werke

Galerie am Klostersee Camill Leberer zeigt ungewöhnliche Werke

Camill Leberers Bilder wirken geheimnisvoll. Und abweisend. Etwa so, wie wenn jemand eine Sonnenbrille mit verspiegelten Gläsern trägt. Die glatten Oberflächen der Bilder wirken perfekt, unangreifbar. Es geschehe durchaus ab und .an, dass ihm auch mal ein Bild misslinge, verrät der Künstler. Seine Werke sind jetzt in Lehnin zu sehen.

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Camill Leberer (l.) im Gespräch mit dem Galeristen Eckhart Haisch.

Quelle: Ann Brünink

Lehnin. „Das sieht ja aus wie unser neuer Spiegel“, ruft ein Galeriebesucher beim Anblick eines Kunstwerks von Camill Leberer freudig überrascht aus. Hat der Künstler das gehört oder nicht? Jedenfalls geht er auf diesen Zwischenruf nicht ein. Betrachtung des eigenen Körpers statt kontemplativer Versunkenheit? Auch wenn die Bildträger seiner Kunstwerke aus Stahl sind und teilweise so glatt poliert werden, dass man sich darin tatsächlich hervorragend spiegeln kann, so ist der Vergleich dennoch nicht zutreffend. Denn Leberers Bilder entstehen in einem aufwändigen Produktionsprozess.

Den beschreibt Galerist Eckhart Haisch bei der Eröffnung der Ausstellung „Ponderosa Highway“ in der Galerie am Klostersee in Kloster Lehnin ausführlicher. Die Stahloberfläche eines Bildes bearbeite Leberer zunächst mit der Flex. „Sie wird strukturiert, schraffiert. Die rotierende Trennscheibe bildet feine Grate, in denen sich das Licht fängt, Lichtbrechungen und Reflexionen wechseln mit dem Standort des Betrachters.“ Die auf den Stahlkörper aufgetragenen Farbschichten seien luzide im Wechsel mit verdichtenden Farbschichten. Die Bildfläche werde so zum Bildraum mit ungewöhnlicher Tiefenwirkung durch Licht und Farbe. Stellenweise bekommt der Betrachter den Eindruck, als ob er Einschlüsse in einer dicken Glasplatte sieht.

Leberers Bilder wirken geheimnisvoll. Und abweisend. Etwa so, wie wenn jemand eine Sonnenbrille mit verspiegelten Gläsern trägt. Die glatten Oberflächen der Bilder wirken perfekt, unangreifbar. Es geschehe durchaus ab und .an, dass ihm auch mal ein Bild misslinge, verrät der Künstler. Das zeige er dann aber niemandem, sondern werfe es weg. Er könne nicht sagen, wann ein Bild vollendet ist. Das habe er einfach im Gefühl, sagt er. Er kenne auch das Gefühl des Zuviel, bekennt er offen. Manchmal lasse sich ein Bild durch verkleinern noch retten. Normalerweise läuft der Prozess anders herum, das heißt, dass die kleinformatigen Bilder den Impuls geben, um ein neues großformatiges Bild zu schaffen.

Flowgefühle – also diesen euphorischen Schaffensrausch – kenne er nicht. Sein Schaffensprozess sei ein sehr bewusstes Arbeiten, das hohe Konzentration erfordere. Er arbeite täglich in seinem Atelier, aber nicht zu festen Zeiten. Camill Leberer (Jahrgang 1953) ist in den Beruf des Künstlers nach und nach hinein gewachsen. Bevor er von 1978-1984 an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Bildhauerei studiert hat, hatte er bereits Ur- und Frühgeschichte von 1977-1978 an der Universität Freiburg studiert. Und er hat zuvor auch richtig den Beruf des Steinbildhauers erlernt. Auch in Japan war er eine Zeit lang studienhalber. Die einzelnen Teile seines Lebenslaufes hätten sich zu einem harmonischen Ganzen gefügt, erzählt der Künstler. „Ich wechsele öfter die Medien – also ich schaffe mal Zeichnungen, mal Skulpturen und mal Bilder – um wach zu bleiben und mich weiter zu entwickeln“, berichtet der Künstler.

Von Ann Brünink

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