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Lungenärztin führt viel Gutes im Schilde

Neue Stiftung in Brandenburg/Havel Lungenärztin führt viel Gutes im Schilde

Die Stadt Brandenburg ist Sitz einer neuen Stiftung, die Camino Verde (Grüner Weg) heißt und viel Gutes im Schilde führt. Sie will die Jugendhilfe fördern, Auslandsaufenthalte bedürftiger Schüler, Musikunterricht, Jugend- und Alteneinrichtungen sowie die Kleintier- und Pflanzenzucht. Die Lungenärztin Helma Hesse setzt einen Teil ihres Vermögens für mildtätige Zwecke ein.

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Eleonore Büning (links) und Helma Hesse sind das Herz der neuen Stiftung.

Quelle: Lauterbach

Brandenburg/H. Die Stadt Brandenburg ist Sitz einer neuen Stiftung, die Camino Verde (Grüner Weg) heißt und viel Gutes im Schilde führt. Die am 9. November vom Innenministerium anerkannte Stiftung des bürgerlichen Rechts möchte freie Träger der Jugendhilfe fördern, Auslandsaufenthalte bedürftiger Schüler, Musikunterricht, Jugend- und Alteneinrichtungen sowie die Kleintier- und Pflanzenzucht im Hinblick darauf, dass regionale Obst-, Gemüse- und Kräuterarten ebenso erhalten werden wie gefährdete Tierrassen, die zu einer regionalen Landwirtschaft gehören.

Stifterin Helma Hesse (66) möchte auf ihrem neu angelegten grünen Weg aber nicht gleich die ganze Welt retten, sondern in kleinen Schritten zu einem gesellschaftlich bewussteren Leben anregen. „Unsere Stiftung soll eine offene Plattform sein, auf wir verschiedene sinnvolle Ideen entwickeln und verwirklichen können“, erklärt die in Österreich geborene und in der Steiermark aufgewachsene deutsche Ärztin.

Kleine Schritte sollen es sein

Die Stiftungsgründerin und -vorsitzende und ihre Stellvertreterin, die Musikkritikerin Eleonore Büning, verstehen die Camino-Verde-Stiftung als Basis, um das Bewusstsein für eine landestypische Ernährung zu fördern, die sich an den Jahreszeiten orientiert. Unterstützen möchten die beiden miteinander befreundeten Frauen auch das Zusammenleben von Menschen in einem Mehrgenerationenprojekt. Sie stellen sich – ohne übertriebenes Sendungsbewusstsein – gegen ein entfremdetes Leben, in dem alte Leute ausgegrenzt und abgeschoben werden.

Zehn Stiftungen mit Sitz in Brandenburg

Helma Hesse ist Ärztin für Allergologie, Lungenheilkunde, Umweltmedizin und Reisemedizin in Berlin. Ihre Doktorarbeit hat sie über die Schlafkrankheit geschrieben.

Eleonore Büning ist Musikwissenschaftlerin. Ihre Doktorarbeit erschien unter dem Titel „Wie Beethoven auf den Sockel kam“. Die Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist Vorsitzende des Preises der deutschen Schallplattenkritik.

Camino Verde ist eine von neun neuen Stiftungen bürgerlichen Rechts, die das Potsdamer Innenministerium im vergangenen Jahr anerkannt hat. Damit führt das Ministerium in Brandenburg 228 rechtsfähige Stiftungen, darunter 21 kirchliche Stiftungen und acht Familienstiftungen.

Zehn Stiftungen haben ihren Sitz in Brandenburg/Havel, darunter die Wredowsche Zeichenschule, die Vicco-von-Bülow- und die Alfred-Flakowski-Stiftung.

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens vom Stifter festgelegte, in der Regel gemkeinnützige Zwecke verfolgt. Dabei wird in der Regel das Vermögen auf Dauer erhalten, Zuwendungen speisen sich aus den Stiftungserträgen.

„Stifter leisten einen wichtigen Beitrag zum bürgerschaftlichen Miteinander, ihr Engagement ist Ausdruck von gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein“, sagt Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Die in Berlin praktizierende Lungenfachärztin und Allergologin ist alles andere als eine abgehobene Akademikerin, bezeichnet sich selbst als Hausfrauenmedizinerin. Die bestens vernetzte Frau packt gern an, erledigt Handwerkliches gern selbst, hat das eigene Haus mit auf Vordermann gebracht, ist eine Meisterin im strategischen Denken und Organisieren. „Frau Hesse baut schneller etwas auf als ein Ferkel blinzeln kann“, veranschaulicht Eleonore Büning die Gabe der Stifterin.

Helma Hesse hat die Stiftung mit 250 000 Euro Vermögen ausgestattet, indem sie die Hälfte ihrer Arztpraxis verkauft hat. Da sie alleinstehend sei, keine Kinder habe, mit ihrer Praxis Geld verdiene und gern andere Menschen unterstütze, habe sie sich zur Stiftungsgründung entschlossen, berichtet die Lungenärztin und Tropenmedizinerin, die fünf Jahre als Entwicklungshelferin unter anderem in Afghanistan, Namibia und im Sudan aktiv war.

250 000 Euro zum Start

Aus aktuellem Anlass organisiert die Stiftung in ihren ersten Wochen die Freiwilligenarbeit mit syrischen Flüchtlingen. In dem Zusammenhang suchen Helma Hesse und Eleonore Büning eine oder zwei syrische Familien, die in Nauen leben. Dort, an den Rohrwiesen, hat die Stiftung nämlich ein Brachland gepachtet, auf dem Kleinvieh Mist machen darf, auf dem regionales Obst und Gemüse gedeihen sollen. Wie geschaffen also für eine landwirtschaftlich orientierte Familie aus Syrien, findet die Stifterin, die praktischerweise einen Garten- und Landschaftsplaner kennt, der helfen kann.

Dass die Stiftung der Berlinerinnen in der Stadt Brandenburg angesiedelt ist, hat einen rein praktischen Grund. Der Stiftungssitz ist dem Steuerberater der Ärztin zu verdanken, der sein Büro in der Havelstadt hat. Ansonsten hat Helma Hesse gar keinen ausgesprochenen Bezug zur Stadt ihrer Stiftung.

Von Jürgen Lauterbach

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