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Caterer bleibt auf seiner Rechnung sitzen

Forderung an Krauses Insolvenzverwalter Caterer bleibt auf seiner Rechnung sitzen

Im Insolvenzverfahren der Firma IBP des früheren Bundesverkehrsministers Günther Krause (62) haben auch mehrere Brandenburger Gläubiger offene Forderungen beim Insolvenzverwalter angemeldet. Dazu gehört aber auch das Steakhaus Görden. Als Caterer hatte es vor zwei Jahren etwa 150 Gäste Krauses bewirtet. Doch sein Geld bekam er nicht.

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Erst bekamen Krauses Sommergäste 2014 gutes Essen geboten und dann eine Modenschau. Der Caterer wartet bis heute auf sein Geld.

Quelle: Foto: Lauterbach

Brandenburg/H. Im Insolvenzverfahren der Firma IBP des früheren Bundesverkehrsministers Günther Krause (62) haben auch mehrere Brandenburger Gläubiger offene Forderungen beim Insolvenzverwalter in Berlin angemeldet. Darunter sind ehemalige Angestellte von Krauses Unternehmensberatung. Dazu gehört aber auch das Steakhaus Görden. Als Caterer hatte es vor zwei Jahren etwa 170 Gäste Krauses bewirtet. Doch sein Geld bekam er nicht.

Rückblende: Wie in den Jahren zuvor lädt Günther Krause, Geschäftsführer der Firma IBP, am 16. August 2014 zum Sommerfest auf sein Anwesen in der Brandenburger Allee in Kirchmöser. Auswärtige Geschäftspartner und Freunde sind bei diesen Festen ebenso willkommen wie einige Brandenburger.

CDU-Stadtverordnete wie Doris Seeber und Michael Kilian waren ebenso unter den Gästen des prominenten Christdemokraten wie Moderator André Eckhardt und der Autor dieser Zeilen in seiner Eigenschaft als MAZ-Berichterstatter.

Günther Krause ließ jedes Mal groß auffahren. Die Gäste lobten jedes Mal die Qualität des üppigen Büffets und der Bewirtung. So war es auch vor zwei Jahren am 16. August 2014. So wie im Vorjahr war das Steakhaus Görden mit dem Catering beauftragt und erfüllte die Aufgabe mit Engagement und beachtlichem Personalaufwand.

Geschäftsführer Torsten Ost kannte seinen Kunden in Kirchmöser bereits und nahm den Auftrag gern an. Doch diesmal fuhr er einen großen Verlust ein. „Auf der Rechnung sind wir sitzengeblieben“, erzählt der Geschäftsmann, der sich nicht gern an die „unangenehme Sache“ erinnert. Denn den Schaden hatte er.

„Das hat schon eine ganze Weile gedauert, bis ich mich davon erholt habe“, berichtet der Mann, der sich ein Bein ausgerissen hatte, um Krauses Gäste Qualität zu bieten. Die dürften in der großen Mehrzahl bis heute nicht wissen, dass ihr Gastgeber zumindest bis heute die Zeche nicht bezahlt hat. Sonst wäre es vielen von ihnen vermutlich peinlich.

Gespräch nächste Woche

Rechtsanwältin Nadine Wild hat reagiert auf den Vorwurf Krauses gegen den Insolvenzverwalter und sie, dass vorhandene Vermögenswerte nicht genutzt würden.

Gegenüber MAZ teilte Wild mit: „Trotz aller Vorwürfe: Wir werden das Verfahren weiter ordnungsgemäß abwickeln. Das Anlagevermögen wie Grundstück und Aktien wird in Absprache mit Herrn Krause im Sinne der Gläubiger verwertet. Dazu gibt es bereits nächste Woche einen Gesprächstermin mit ihm. Der Insolvenzverwalter, Moritz Sponagel und ich sind zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung für alle Seiten finden werden.“

Aus anderen Quellen ist zu erfahren, dass sich laufend neue Gläubiger melden, mittlerweile sollen sich allein die zusätzlichen Forderungen auf einen mittleren fünfstelligen Betrag belaufen.

Die Gläubigerversammlung findet am 31. August 2016 in Potsdam statt.

Als der Gastronom vom Görden von der Insolvenz der Krause-Firma IBP in der MAZ las, wandte er sich an das Rechtsanwaltbüro des Berliner Insolvenzverwalterbüros Sponagel. Dort meldete er seine Ansprüche an, so wie frühere Angestellte der IBP, die zeitweise ohne Gehaltszahlung für Krause gearbeitet haben.

Insolvenzverwalterin Nadine Wild ermutigt Gläubiger wie die Arbeitnehmer und der Gastronom, ihre Forderungen in ihrem Büro geltend zu machen. Ob sie diese befriedigen kann, weiß sie allerdings bisher nicht. Die Gläubigerversammlung ist für den 31. August anberaumt.

Günther Krause betont weiterhin, dass seine Firma nicht pleite sei und dass er die Schulden in naher Zukunft begleichen werde. Allerdings wartet Torsten Ost inzwischen schon fast zwei Jahre auf sein Geld. Wie viel das ist, das möchte er nicht bekannt geben.

In Sachen Festbewirtung teilt Günther Krause mit, dass der Brandenburger Caterer eine Abtretung bekommen habe, was aber keine Schuldübernahme bedeutet.

Aus seiner Privatschatulle kann der frühere CDU-Politiker die Schulden nach Lage der Dinge kaum begleichen.

Seit drei Jahren befindet er sich in Privatinsolvenz, weil Gläubiger Forderungen mit einem deutlich siebenstelligen Betrag an ihn haben, wie der Rostocker Verwalter der Privatinsolvenz, Herbert Hülshagen, auf Anfrage mitteilte. Der Insolvenzverwalter würde also auf etwaiges Privatvermögen zugreifen.

Von Jürgen Lauterbach

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