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Chaoten beschmieren und beschießen Büste

Vandalismus auf Marienberg Chaoten beschmieren und beschießen Büste

Innerhalb von nur sechs Wochen ist die Wredow-Büste auf dem Brandenburger Marienberg das Opfer von zwei Angriffen geworden. Bei der ersten Tat hatten offensichtlich verwirrte Menschen die Büste aus Steinguss als Ziel für ein Luftgewehrschießen auserkoren. Nun folgte ein zweiter Angriff – diesmal mit Farbe.

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Beschmiert: Die verunstaltete Büste auf dem Marienberg.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Nichts als rausgeschmissenes Geld? Steffen Scheller zuckt etwas resigniert mit den Schultern. Der Bürgermeister und diesjährige Präsident des Lions-Clubs weiß nun auch nicht mehr, wie es weitergehen soll mit der Büste eines unbekannten Mannes aus der Hand von Professor August Julius Wredow. Also jener Figur des Bildhauers und Brandenburger Ehrenbürgers, deren Replik der Lions-Club vor genau einem Jahr an der Rosenpergola auf dem Marienberg aufstellen ließ.

Innerhalb von nur sechs Wochen ist die Büste das Opfer von zwei Angriffen geworden. Bei der ersten Tat hatten offensichtlich verwirrte Menschen die Büste aus Steinguss als Ziel für ein Luftgewehrschießen auserkoren. Etwa 20 Einschusslöcher zählte die Denkmalschützerin Katrin Witt seinerzeit und erstattete eine Anzeige gegen Unbekannt.

In der Folge entschloss sich der Lions-Club, für diesen Vandalismus-Schaden aufzukommen. Aus der Clubkasse sollten zwei Drittel der auf 1200 Euro geschätzten Schadenskosten kommen. Katrin Witt versprach, die restlichen Mittel aus ihrem schmalen Etat zu bestreiten. Doch bevor nun mit der Reparatur begonnen werden konnte, die Einschusslöcher sollten vergipst und die Plastik neue versiegelt werden, schlugen erneut Täter zu und bespritzten die schneeweiße Skulptur mit knallroter Farbe. „Das macht einen schon sehr ärgerlich“, sagt Scheller. Die Büste im Humboldthain, die Bürste auf dem Marienberg, die Undine am Packhof und die Waldmöpse – all das seien Dinge, die durch ehrenamtliches Engagement im letzten Jahr entstanden sind. Wenn man ständig Angst haben müsse, dass so wertvolle Dinge zerstört würden, werde es schwer, neue Spender zu finden. Allein in den zurückliegenden Jahren wurde die Heine-Büste geklaut und die Steineklopferin im Theaterpark zerstört.

Die Replik der Wredow-Büste aus Steinguss, die auf einem ebenfalls beschädigten Sockel steht den die Firma Altenkirch & Tomaschewski gestaltet hatte, soll nun vorerst vom Marienberg verschwinden. Man werde den Schaden reparieren und dann sehen, wie wir weiter vorgehen, sagt Scheller.

Der charismatische, ältere Herr, dessen Kopf seit einem Jahr den klassischen Denkmalsockel inmitten der Rosenpagode auf dem Marienberg zierte ist eine Kopie der originalen Büste von Wredow. Das Original stand viele Jahre halb zerstört im Brandenburger Heimatmuseum.

Das marode Original ist 52 Zentimeter hoch und wurde von Wredow 1857 gefertigt. Den originalen Gipskopf haben die Löwen sanieren lassen. Er wurde in der Zeichenschule ausgestellt, die Wredows Namen trägt. Doch da das Werk Wredows in seiner Heimatstadt einzig in der Replik des Paris am Rosenhag sichtbar war, entschloss sich der Klub auch den Unbekannten öffentlich auf dem Marienberg zu zeigen.

Ebenso verärgert wie Katrin Witt, die gestern Steffen Scheller informierte, war auch Fred Kagels. Für den Mann von der Öffentlichkeitsarbeit des Lions-Clubs ist klar: „Der Zaun am Marienberg muss in der Nacht verschlossen werden und dann muss der Wachschutz kontrollieren. So geht es nicht weiter.“ In der Tat treiben offenbar viele Ganoven dort oben ihr Unwesen: Blumen werden hausgerissen, Äste abgebrochen, Rosen geklaut. Allein an diesem Wochenende bot sich auf dem Berg, auf den die Brandenburger zur Buga im Vorjahr noch so stolz waren, ein Bild der Verwüstung.

Von Benno Rougk

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