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Chinesen kaufen Krahnepuhler Knowhow

Steine von Liaplan Chinesen kaufen Krahnepuhler Knowhow

Seit 1840 ist Krahnepuhl ein Produktionsstandort. Bis heute werden an der Havel zwischen Briest und Tieckow Steine für die Bauwirtschaft hergestellt. Ton spielt als Rohstoff eine wichtige Rolle. Doch nur in Form gebrannter Kügelchen. Chinesen haben von der Liaplan Nord GmbH eine Lizenz erworben.

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Liaplan-Geschäftsführer Bernd Volkmann.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Krahnepuhl. Dass es Krahnepuhl bis in die Landkarten geschafft hat, ist wohl den einst reichen Tonvorkommen zu verdanken. Seit 1840 werden an der Havel zwischen Briest und Tieckow Steine für die Bauwirtschaft produziert. Die Zeit der gelben Klinker und Betonhohlblockerzeugnisse ist längst vorbei. Heute verlassen Hightech-Steine das von der Liaplan Nord GmbH betriebene Werk, das 1992 in Betrieb ging. Sie können Schall absorbieren, schmücken Fassaden, machen aus Eigenheimen Energiesparhäuser und sorgen für ein prima Klima in Innenräumen.

Frisch geformte Steine verlassen den Fertiger

Frisch geformte Steine verlassen den Fertiger.

Quelle: Frank Bürstenbinder

„Wir haben mit unseren Produkten bundesweit eine Marktnische besetzt. Der Erfolg lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken“, berichtet Geschäftsführer Bernd Volkmann. Der von niedrigen Zinsen getriebene Bauboom kommt auch in Krahnepuhl an. Der traditionsreiche Steineproduzent arbeitet in zwei Schichten. Die Mitarbeiterzahl wurde von 18 auf 23 aufgestockt. Vor allem der Vertrieb ist schlagkräftiger als früher. Mit den in einem Jahr gefertigten Steinen könnten rund 1000 Eigenheime errichtet werden. Es gibt aber auch gewerbliche Kunden. Die Bahn wird weiter mit schallabsorbierenden Steinen aus Leichtbeton mit dem Zuschlagstoff Liapor für den Gleisoberbau beliefert.

Drei vertraglich gebundene Speditionen liefen Krahnepuhler Steine zu Baustellen in ganz Deutschland aus. Klimawandteile werden gerade bei der Sanierung der alten Tuchfabrik in Wittstock verbaut. Das künftige Feuerwehrgebäude in Schmerzke wird aus Liaplan-Steinen errichtet, wie sie schon bei der Erweiterung des DRK-Kinderdorfes in Brandenburg und bei der Radeweger Feuerwehr zum Einsatz kamen. Selbst im Ausland kommen die Produkte gut an. 2015 erwarben die Chinesen eine Lizenz, um in einer heimischen Fabrik Steine nach Krahnepuhler Art zu fertigen. Vorzeigeprodukt des Unternehmens ist der 42,5 Zentimeter starke Liaplan Ultra 08 mit herausragenden Dämmeigenschaften.

Geschäftsführer Bernd Volkmann (l) und Verkaufsleiter Stefan Meyer

Geschäftsführer Bernd Volkmann (l.) und Verkaufsleiter Stefan Meyer.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Herzstück der Produktionsstätte ist der Steinefertiger, wo gebrannte Tonperlen, Zement und diverse Zuschlagstoffe gemischt, geformt und verdichtet werden. Drei Tage haben die Steine Zeit zum Abbinden. Dann werden die Hohlräume mit Styroporkugeln gefüllt und anschließend mit Wasserdampf verschweißt. Die Lkw-Ladungen werden so zusammengestellt, dass alle Einzelposten den Bauherren mit einem Transport erreichen – vom Giebelstein bis zum Kleber.

Material für eine  komplette Baustelle wartet auf den Abtransport

Material für eine komplette Baustelle wartet auf den Abtransport.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Weil die Geschichte der heimischen Baustoffindustrie nicht in Vergessenheit geraten soll, hat Liaplan-Geschäftsführer Volkmann eine lange geplante Idee in die Tat umgesetzt. Im Musterhaus der Firma gibt es eine Ausstellung über die Krahnepuhler Unternehmenshistorie zu sehen. Fotos, Betriebsdokumente und Alltagsgegenstände der Ziegeleiarbeiter ergänzen die Ziegel-Exposition, die für Interessenten auf Anmeldung zugänglich ist. Mitgewirkt an der Ausstellung hat unter anderem Sven Kornisch von den Freunden der Ziegeleigeschichte in der Mark Brandenburg. Im nächsten Jahr wollen sich die Krahnepuhler mit ihrer Sammlung an einer zentralen Ausstellung im Brandenburger Landesmuseum beteiligen.

Von Frank Bürstenbinder

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