Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Chorkonzert und Kammermusik vom Feinsten
Lokales Brandenburg/Havel Chorkonzert und Kammermusik vom Feinsten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 02.03.2017
Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht und die Brandenburger Vocalconcertisten bei ihrem Auftritt. Jacqueline Steiner Quelle: Jacqueline Steiner
Anzeige
Brandenburg/H

Reformation und Luther allenthalben. Doch Brandenburg und ihre Kirchengemeinden haben sich mit der 500-Jahr-Feier bislang zurückgehalten. Aber was nicht ist, wird ja noch kommen. Das Jahr ist schließlich erst gut acht Wochen alt. Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht und die Brandenburger Vocalconcertisten widmeten sich in der vorletzten Abendmusik 2017 in der Domaula jedoch nicht den kraftvollen Liedern Martin Luthers, sondern Versen von Paul Gerhardt, der sie als Pfarrer mitten im Dreißigjährigen Krieg schrieb.

Die Literaturgeschichte neigt dazu, Paul Gerhardt mit aller Hochachtung auf andächtige Innigkeit und den liebenswerten Ton eines biederen Hausvaters festzulegen. Doch da ist mehr zu entdecken, denn nicht alles ist in Beschaulichkeit umgesetzt. Spannungsreiche barocke Bildrede findet man mit einer strahlenden Zugewandtheit zu unserer Welt und zugleich mit der tiefen Sehnsucht nach der anderen.

Marcell Fladerer-Armbrecht hat in seiner Auswahl keinen Querschnitt durch das Liedschaffen Paul Gerhardts vorgelegt. Doch selbst mit den drei Liedern „Sollt ich meinem Gott nicht singen“, „Gib dich zufrieden und sei stille“ sowie „Die güldne Sonne“ konnte ein farbiges Kaleidoskop von Kompositionen vorgestellt werden, die von Kirchenmusikern aus drei Jahrhunderten stammen. Das Interesse der Mitwirkenden galt jenen Kantoren, die vor allem Musik für den gottesdienstlichen Gebrauch schrieben. Dabei war ihnen der Bekanntheitsgrad der Musiker zweitrangig.

Kirchenmusiker des 20. Jahrhunderts wie Martin Lutschewitz, Claus Stemann, Paul Ernst Ruppel, Jürgen Pfiester oder der in Brandenburg lebende Ernst Damus gehörten dazu. Sie griffen alte Formen und Kompositionsprinzipien auf und verstanden sie zeitgemäß zu umkleiden. Die Brandenburger Vocalconcertisten, die seit gut drei Jahren als Projektchor auftreten, sangen die kunstvollen, innig-schlichten Sätze mit großer Warmherzigkeit, doch vor allem wurde Wert auf eine klare Textausdeutung gelegt. Der Chorsatz „Gib dich zufrieden“ des Berliner Romantikers, dessen Musik an Felix Mendelssohn Bartholdy erinnert, wurde jedoch zum spannungsreichen sängerischen Höhepunkt des sehr gut besuchten Konzerts.

Zwischen den Paul-Gerhardt-Teilen spielten Ute Wolff, Flöte, Hanno Koloska, Fagott, und Marcell Armbrecht-Fladerer, Orgel und Klavier, Kammermusik vom Feinsten. So wurden das frühbarocke tänzerische Settima Sonata des Italieners Dario Castello, Händels von warmer Herzlichkeit durchflutete Sonate in e-Moll und Mozarts abwechslungsreich-charmante Sonate in F-Dur von den drei Interpreten einfühlsam und klangschön gespielt.

Das musikalische Schwergewicht der Abendmusik lag zweifellos in der Sonate für Fagott und Klavier von Michail Glinka, einem bedeutenden russischen Romantiker. Das Werk mit seinen manchmal virtuosem Überschwang und Steigerungen, aber auch lyrischen Passagen, fiel aus der ansonsten fein abgestimmten delikaten Programmgestaltung abrupt heraus. Doch Hanno Koloska und der Domkanator wussten die Wirkungskraft der Sonate des Russen zu einem dichten Musikerlebnis werden zu lassen.

Von Klaus Büstrin

Aufregung am Brandenburger Hauptbahnhof: Ein herrenloser Koffer hat am Montagmorgen für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Das Gepäckstück wurde um 8.45 Uhr in einem Zug der Linie RE1 gefunden, der aus Richtung Berlin kam. In der Havelstadt wurde der Zug gestoppt. Spezialkräfte der Bundespolizei gaben vier Stunden später Entwarnung.

27.02.2017

Die beiden großen Brandenburger Karnevalsvereine haben am Samstag hunderte Brandenburger mit ihren Shows begeistert. Am Montag feiern die Havelnarren und der Brandenburger Karnevalsclub zusammen den letzten Höhepunkt der Saison.

27.02.2017

Zu mehr Sachlichkeit beim Thema Wolf ruft der Vorsitzende des Jagdverbandes Brandenburg/Havel auf. Scharf verurteilte er jetzt eine Falschmeldung, dass in Polen ein Jäger von einem Wolf getötet worden sei. „Diese Falschmeldung kam nachweislich aus unserem Verband.“

27.02.2017
Anzeige