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Brandenburg/Havel Hilfe aus dem Himmel ist Tagesgeschäft
Lokales Brandenburg/Havel Hilfe aus dem Himmel ist Tagesgeschäft
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11:59 09.07.2018
Dompfarrerin Susanne Graap in Seelensdorf. Quelle: Frank Bürstenbinder
Seelensdorf

Herr, erbarme dich! Vielleicht hilft es ja. Am Sonntag haben die Teilnehmer eines Gottesdienstes im Grünen den Wunsch nach einem Ende der Trockenheit in ihre Fürbitten aufgenommen. „Die Kiefern verdursten, der Mais vertrocknet. Manchmal verschlägt es mir die Sprache angesichts der Probleme in der Welt“ , sagte Dompfarrerin Susanne Graap bei ihrem Auftritt in Seelensdorf. Mit ihrer „Schmetterlingspredigt“ hatte sie sich ganz dem Thema der Schöpfung gewidmet.

Gottesdienst im Grünen in Seelensdorf. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

„Gott hat die Natur so wundervoll gemacht. Doch der schöne Sommer mit den Sonnenblumen vor dem azurblauen Himmel ist nicht ungetrübt. Wir erleben eine große Trockenheit und die Waldbrandgefahr ist groß. Die bedrohliche Lage zeigt, wie wichtig es ist, alles zu tun, um Gottes Schöpfung zu bewahren“, sagte die Pfarrerin vor zahlreichen Christen aus der Domgemeinde und anderen Gästen aus dem Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, die auf Holzbänken unter freiem Himmel vor dem Seelensdorfer Glockenstuhl Platz genommen hatten. Graap erinnerte an den Waldbrand in der Nacht zum Sonnabend bei Seelensdorf, der zum Glück noch vor der Entwicklung zu einem Großfeuer gelöscht werden konnte.

700-Jahr-Feier steht bevor

Seelensdorf feiert 2019 das 700. Jahr der urkundlichen Ersterwähnung. Das war nicht geplant. Denn erst 1975 fand die 600-Jahr-Feier statt. Grundlage war das Anlegen eines Landbuches von Kaiser Karl IV im Jahr 1375.

Nach einem überraschenden Dokumentenfund im Brandenburger Domarchiv musste Seelensdorfs Geschichte umgeschrieben werden. Entdeckt wurde eine Kaufurkunde von 1319. Diese belegt den Erwerb des Ortes durch Bischof Johann von Tucheim.

Mit einer Forstbetriebsfläche von über 1900 Hektar ist das Domstiftsforstamt Seelensdorf der älteste und größte kirchliche Waldbesitz in der Mark Brandenburg. Der Forst ist durch alle Zeiten hindurch eine unverzichtbare Lebensgrundlage des Domstifts.

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Gastgeber Domstiftsforstmeister Friedrich Hinz dankte den Feuerwehrleuten aus Pritzerbe, Hohenferchesar, Marzahne, Fohrde sowie von der Berufsfeuerwehr Brandenburg für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen. Staub und Rauch hatten die nächtlichen Löscharbeiten behindert. „Seelensdorf ist in der Vergangenheit mehrfach abgebrannt. Deshalb haben wir auch keine Kirche. Heute ist es schnell möglich tausende Liter Wasser in den Wald zu schaffen. Eine großartige Leistung“, würdigte Hinz die Löscharbeiten.

Rauch an Flugsicherung gemeldet

Auch glaube er wieder an Hilfe aus dem Himmel, meinte Hinz in Anspielung auf jenen Piloten, der aus seiner Maschine am Freitagabend den Rauch an die Deutsche Flugsicherung (DFS) gemeldet hatte. Von welchem Flugzeug die Warnung abgesetzt wurde, ist derzeit noch unklar. DFS-Sprecher Stefan Jaekel sagte der MAZ: „In den Tagesberichten der Fluglotsen in Tegel und Schönefeld ist kein Eintrag zu finden. Dazu sind die Lotsen auch nicht verpflichtet. Die Weitergabe solcher Beobachtungen gehören zum normalen Tagesgeschäft.“

In Seelensdorf gibt es nur wenige Häuser. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Domstiftsforstmeister bat die Gäste vor der sich anschließenden Kaffeetafel nicht den Wald zu betreten: .„Es wird Zeit, dass wir wieder mehr auf uns aufpassen. Denn wenn sich einer daneben benimmt, kann er uns alle in große Gefahr bringen.“ Seelensdorf mit seinen rund 35 Einwohnern ist von über 1800 Hektar Wald umgeben. In den letzten zehn Jahren war die Gemarkung von Feuer verschont geblieben. Alt-Domstiftsforstmeister Robert Hinz sieht das Wetter und die Brandgefahr nach 33-jähriger Berufserfahrung in der Seelensdorfer Heide gelassen: „Wärme muss man aushalten. Und die schlimmsten Zündler gibt es zum Glück nicht mehr – die NVA und die Russen.“

Seelensdorf ist älter

2019 feiern die Einwohner des kleinen Wohnplatzes die 700-Jahr-Feier. Eine im Domstiftsarchiv aufgefundene Urkunde belegt, dass Bischof Johann von Tucheim Seelensdorf 1319 erwarb. Die Gottesdienste im Grünen gehen zurück auf eine Anregung von Altbischof Albrecht Schönherr (1911-2009), der die früheren Missionsfeste in Seelensdorf begründete.

Von Frank Bürstenbinder

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