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Christiane Ziehl: „Ich bin eben Schauspielerin“

Brandenburg an der Havel Christiane Ziehl: „Ich bin eben Schauspielerin“

Sie ist froh, eine Frau zu sein und plädiert dafür, dass ein jeder machen soll, was er oder sie am besten kann. Klassische Geschlechterrollen sind ihr völlig fremd. Die Gewinnerin des diesjährigen Frauenpreises der Stadt Brandenburg, Christiane Ziehl, zeigt sich im MAZ-Gespräch glücklich und völlig entspannt. Darüber hinaus hat sie eine Menge zu sagen.

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Nett kann jeder: Die Schauspielerin Christiane Ziehl, 66, zeigt in den Proben mit den Jugendlichen gerne auch mal ihre strenge Seite.

Quelle: Charlotte Klimas

Brandenburg/H. „Ich bin froh, eine Frau zu sein. Frauen dürfen Schwäche zeigen, ich durfte als Frau ein Kind bekommen, und außerdem sind Frauen schöner als Männer, – zumindest, solange sie jung sind“, sagt Christiane Ziehl. Und die Leiterin des Brandenburger Jugendtheaters hat noch einen weiteren Grund zur Freude. Im Rahmen der 27. Brandenburgischen Frauenwoche ist die 66-Jährige mit dem Frauenpreis 2017 geehrt worden.

„Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet“, sagt die Schauspielerin. „Dementsprechend war ich etwas perplex.“ Gleich im Anschluss der Veranstaltung sei sie deshalb auch mit ihren Jugendlichen direkt in die Proben verschwunden, als wäre nichts gewesen. „Ich bin dennoch sehr dankbar für den Preis und habe mich riesig über diese große Ehrung gefreut“, so Ziehl.

Schon lange hat Christiane Ziehl wegen ihres jahrelangen Engagements als Leiterin des Jugendtheaters im Fokus für den Frauenpreis gestanden, sagt Stifterin Margrit Spielmann. Denn die Ehrung richte sich an diejenigen, die der Stadt Brandenburg mit ihrem Wirken „besonders gut tun“.

Dieser Meinung sind auch die Jungen und Mädchen vom Jugendtheater, die in einer gemeinsamen Rede für ihre Chefin so einige Liebeserklärungen abgegeben haben. „Ein Junge syrischer Abstammung hat gesagt, er habe durch mich Deutsch gelernt. Jemand anderes meinte, er sei durch mich stärker geworden“, erzählt die Leiterin.„Das hat mich so sehr gerührt!“

Bereits Generationen von theaterbegeisterten Jugendlichen hat Christiane Ziehl auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet und sie gibt zu, dass sie richtig streng sein kann. „Ich habe viel von den jungen Menschen während der Proben verlangt, vor allem Leistung und Disziplin. Ich bin eben keine Theaterpädagogin, sondern Schauspielerin“, sagt sie. Mit 23 Jahren hat Ziehl an der Theaterschule Hans Otto in Leipzig ihre Ausbildung begonnen.

Die Verkleinerung am Theater in Brandenburg an der Havel, auf dessen Bühne sie nach dem Studium in zahlreichen Rollen zu sehen war, macht sie traurig. Die Regiearbeiten am Jugendtheater hat sie dennoch stets als Chance gesehen, auch weiterhin kreativ arbeiten zu können. Durch den Kontakt mit jungen Menschen bleibe sie selbst jung und lerne, die Dinge nicht so ernst zu nehmen. „Jugendliche sind außerdem voller Sehnsucht. Somit habe ich mir auch ein Stück Sehnsucht über die letzten Jahre erhalten können.“

Dem Thema der Gleichberechtigung begegnet die Frau in zweiter Ehe hingegen eher nüchtern: Männern würde noch immer nicht zugestanden, Schwäche zu zeigen.„Die Frage lautet aber: Sind denn überhaupt alle Frauen gleich, sind denn alle Männer gleich?“ Immerhin sei sie für Reparaturen am Eigenheim verantwortlich, ihr Mann könne dafür aber viel besser kochen. „Ich finde jeder soll das machen, was er am besten kann – das ist wahre Gleichberechtigung für mich.“

Und was kann Christiane Ziehl nun am besten? „Trotz meiner Arbeit im Jugendtheater bin ich im Herzen immer Schauspielerin geblieben. Spielen muss einfach sein“, sagt Ziehl und freut sich über die anstehenden Aufführungen des Stücks „Nacktbadestrand“ in Potsdam und Berlin-Neukölln, in denen sie selbst in der Hauptrolle auf die Bühne treten wird.

Von Charlotte Klimas

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