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Brandenburg/Havel „Schauspielerin aus Leidenschaft“
Lokales Brandenburg/Havel „Schauspielerin aus Leidenschaft“
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17:19 07.05.2014
Die Schauspielerin Christiane Ziehl leitet das Jugendtheater. Quelle: C. Griebel
Brandenburg an der Havel

MAZ: Muss man vor Ihnen Angst haben? Oder wie motivieren Sie die Jugendlichen, dabei zu bleiben, auch wenn die Arbeit schwierig wird?

Christiane Ziehl: Ich denke, dass die Jugendlichen trotz gelegentlicher Konflikte dabei bleiben, weil sie Vertrauen zu mir haben und weil es mir gelingt, meine eigene Leidenschaft für das Theaterspielen auf sie zu übertragen. So schaffen wir es, Krisen zu überstehen. Außerdem motivieren sich die Jugendlichen auch gegenseitig und helfen sich untereinander, wenn es nötig ist

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ziehl: Es kommt immer wieder vor, dass bei einzelnen Jugendlichen trotz intensiven Probens der Knoten erst sehr spät platzt, manchmal erst kurz vor der Premiere. Und bevor die Verzweiflung bei dem Betroffenen zu groß wird, bieten die Darsteller mit mehr Erfahrung dem Betreffenden schon mal an, individuell mit ihm zu proben.

Also jemanden aus der Schusslinie zu nehmen?

Ziehl: Ja, das könnte man so sagen. Angst haben sie sicherlich nicht vor mir, aber ich kann mir vorstellen, dass die Jugendlichen manchmal wütend auf mich sind. Doch wenn dann bei der Premiere alles so richtig gut läuft, dann sind sie unvorstellbar glücklich, weil sie für ihren Erfolg hart gearbeitet haben.

Wann wussten Sie, dass Sie Schauspielerin werden wollten?

Ziehl: So lange ich denken kann. Aber ich habe mich nicht getraut und habe nach dem Abitur zunächst eine technische Berufsausbildung und ein Studium absolviert. Erst mit 23 Jahren habe ich mich an der Theaterhochschule Hans Otto in Leipzig beworben und bin gleich im ersten Anlauf angenommen worden.

Haben Sie diesen Entschluss irgendwann bereut?

Ziehl: Nein, nie. Ich bin Schauspielerin aus Leidenschaft. Der schönste Moment in meinem Berufsleben war, als ich die Zulassung zur Schauspielschule bekam. Ich war überglücklich. Auch heute noch lasse ich für eine gute Rolle alles stehen und liegen.

Als Regisseurin des Brandenburger Jugendtheaters eilen Sie von Erfolg zu Erfolg. Woher nehmen Sie Ihre Einfälle? Erscheinen Sie Ihnen im Traum?

Ziehl: Mir ist tatsächlich mal ein Projekt im Traum eingefallen. Als ich im Krankenhaus lag, war mir morgens beim Aufwachen klar: Ich mache Feuchtgebiete. Vielleicht hat mich die Krankenhaussituation zu dem Thema inspiriert. Ansonsten ist mir wichtig, dass wir Stücke spielen mit Rollen, die möglichst dem Alter der Jugendlichen entsprechen. Und es muss ein Stoff sein, der mich nicht langweilt.

Machen Sie sich vor den Proben ein Konzept?

Ziehl: Nein, ich starte mit ein paar Ideen. Wenn ich an einer Inszenierung arbeite, bin ich Tag und Nacht nur mit dem Stück beschäftigt. Besonders wichtig ist es mir, tabufrei an die Stoffe heranzugehen.

Wie bereiten Sie die Jugendlichen auf ein neues Stück vor?

Ziehl: Wir lesen das Stück gemeinsam und sprechen darüber. Dafür verteile ich vorher die Rollen?

Sie besetzen die Rollen schon in diesem frühen Stadium?

Ziehl: Nein, nein, das ist nicht endgültig. Da wird noch viel getauscht. Und die Jugendlichen werden auch vorher gefragt, welche Rolle sie übernehmen möchten. Die endgültige Entscheidung liegt dann aber bei mir, anders geht es nicht.

Welche Kriterien haben Sie für die Besetzung der einzelnen Rollen?

Ziehl: Ich muss überzeugt sein, dass jemand die Rolle bewältigt. Das ist manchmal eine Herausforderung. Bei Frühlings Erwachen hat beispielsweise Lisa Marquardt die Rolle der jungen Prostituierten Ilse übernommen. Die war ihr völlig wesensfremd. Dennoch passte die Rolle zu Lisa, weil die Darstellerin eine gewisse Reife ausstrahlen und eine gute Stimme haben muss. Doch die zarte, intellektuelle Lisa musste sich die Rolle schwer erarbeiten, weil sie so ganz weit weg von der Figur der derben, ordinären Ilse ist, die laut und unsensibel redet. Ich finde, Lisa macht das großartig.

Wie nähern Sie sich mit den Jugendlichen dem Stück und den Rollen an?

Ziehl: Die Spielszenen sind Grundlage für einen sehr freien, sehr spielerischen Umgang mit dem Text. Wir improvisieren, experimentieren, probieren alles Mögliche aus, lassen unserer Phantasie freien Lauf. Ich versuche dabei, die Stärken der Darsteller auf der Bühne herauszufinden. Auf diese Weise erarbeiten wir uns Szene für Szene das ganze Stück.

Wer unterstützt Sie in Ihrer Arbeit?

Ziehl: Abgesehen vom technischen Support des Brandenburger Theaters, bei dem natürlich auch die Hauptfinanzierung liegt, wird das Jugendtheater moralisch und finanziell seit Jahren von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann unterstützt und vor allem von den Freunden des Brandenburger Theaters.

Was planen Sie als nächstes?

Ziehl: Frühlings Erwachen wird in der nächsten Spielzeit fortgesetzt. Mit den Brandenburger Symphonikern wird es zu Weihnachten eine szenische Lesung der Weihnachtsgeschichte geben. Zur Buga möchte ich eine kleine, feine Produktion zu Theodor Fontanes wunderbaren Mädchenfiguren machen. Und ein ganz großer Traum von mir ist es, gemeinsam mit den Brandenburger Symphonikern Peer Gynt mit der Musik von Grieg als Fantasiegeschichte zu realisieren. Vielleicht wird ja 2016 was daraus.

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