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Brandenburg/Havel Classic Summer bietet zum letzten Mal beste Unterhaltung
Lokales Brandenburg/Havel Classic Summer bietet zum letzten Mal beste Unterhaltung
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14:35 22.07.2018
„Wunderbar“: Mit diesem Hit wurde Eva Lind im Ford-T-Modell von Familie Fröhlich zur Bühne chauffiert. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Eine laue Sommernacht, Künstler, die sich nicht zu wichtig nehmen und mehr als 1000 Gäste mühelos fast vier Stunden unterhalten, ein gutes Catering und ein stimmungsvolles Heinrich-Heine-Ufer. Die siebte Auflage des Classic Summer konnte nur ein Erfolg werden. Mit Knalleffekten.

Die beleibte Reihe Classic Summer – in diesem Jahr zum siebten Mal durchgeführt – hat keine Zukunft. Organisator André Eckhardt hat vor vollem Hause am Heineufer verkündet, dass es 2019 keine Veranstaltung mehr geben wird.

Veranstalter André Eckhardt hatte die Mitwirkenden sorgfältig ausgewählt und auf eine Mischung aus Können und Entertainment, aus Bewährtem und Neuem gesetzt. Die Violinistin Mona Seebohm eröffnete das Programm mit einem wilden Medley aus „Fluch der Karibik“ und setzte erst am Ende in der Dunkelheit ihr Markenzeichen, die Lasergeige, mit einer Vivaldi-Hommage und einer Adaption ihrer US-Kollegin Lindsey Stirling ein.

Von Turandot zur englischen Kirche

Vertraut sind dem Publikum die „Drei jungen Tenöre“, obwohl diesmal nur Frontmann Ilja Martin dabei war, der neue Partner um sich geschart hat. Darunter den in Wollin geborenen Richard Neugebauer, der in Brandenburg an der Havel Betriebswirtschaftslehre studierte, bevor er sein Sängertalent zum Beruf gemacht hat. Mit Klassikern wie „Nessun Dorma“ aus „Turandot“, dem „Chianti-Lied“ von Gerhard Winkler oder dem englischen Kirchenlied „Amazing Grace“ hatten sie die Zuhörer schnell auf ihrer Seite.

Und „Rampensau“ Martin wiederholte seinen vor Jahren gefeierten Medley-Auftritt als Elvis Presley. „Mal sehen, ob es atemtechnisch noch reicht.“ Hat es, das Publikum tobte. Ebenso bei der Classic-Summer-Hymne „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“, die 1971 erstmals von den „Flippers“ veröffentlicht wurde.

Mary Poppins lässt grüßen

Im Ford-T-Modell von 1917 wurde die Sopranistin Eva Lind von der Brandenburger Familie Fröhlich vor die Bühne chauffiert – die Österreicherin brillierte an der Wiener Staatsoper oder in der Arena di Verona. Ihren Auftritt am Heine-Ufer nahm sie ernst. Auch wenn sie nicht als böse Königin oder Violetta erschien, verzauberte sie ihre Zuhörer mit glockenklarer Stimme und brillanter Gesangstechnik, so in „O mio babbino caro“ aus Puccinis „Gianni Schicci“. Frenetisch beklatscht wurden die Gassenhauer „Que Sera, Sera“ aus „Der Mann, der zuviel wusste“ oder „Chim Chim Cher-ee“ aus „Mary Poppins“.

Ihren definitiv letzten Auftritt hatten die vier in „Phenomen“ vereinten Tenöre aus der Schweiz, die sich in ihrer Heimat im Vorjahr verabschiedet hatten. Eckhardt hatten sie allerdings ihr Kommen zuvor zugesagt – sie lösten ihr Versprechen ein und sangen sich noch einmal in popklassische Hochform, verließen sogar ihr Fach: „L'ultima Notte di un Novizio“ (Die Nacht vor der Priesterweihe) ist eigentlich ein Lied für die Bariton-Stimmlage. Doch gemeinsam bekamen sie das glänzend hin. Bezaubernd ihre fein abgestimmte „Hallelujah“-Interpretation von Händels „Messias“.

Gold-CD von Brandenburg

Vom Veranstalter bekamen die vier Tenöre, die unter großer Fackelbegleitung durch die KCH-Frauen einzeln durchs Publikum zur Bühne geschritten waren, selbst gemachte „Goldene CD“ mit einer gerahmten Erinnerung an Brandenburg an der Havel, wo sie zum dritten Mal gastierten.

Ganz großes Kino dann mit den sieben Tenören gemeinsam in „You raise me up“ von Josh Groban und „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Zu „Time to say Goodbay“ kam Eva Lind hinzu, bevor André Eckhardt für den größten Knaller sorgte und begründungslos verkündete, dass der 7. gleichzeitig der letzte Classic Summer war.

Beim abschließenden gemeinsamen Singen des lustigen neapolitanischen Liedes „Funiculi, Funicula“ unter dem Donnern des Feuerwerks gab es ziemlich viele fragende Gesichter. Eckhardt hatte es geschafft, die Nachricht bis zum Schluss geheim zu halten. Er gönnte seinem Team sowie den Helfern von Feuerwehr, KCH und DLRG noch einmal einen öffentlichen Bühnenauftritt, teilweise flossen Tränen, viele Zuhörer klatschten stehend Beifall.

Mangel an Sponsoren

Offensichtlich hat das Sommer-Event seine Grenzen erreicht. Über Kartenpreise zwischen knapp 30 und knapp 100 Euro war so eine Veranstaltung, hinter der auch ein ungeheurer logistischer und technischer Aufwand (Bühnenbild, Lichtshow und Sound beinahe makellos) nicht mehr zu stemmen, einige Tage zuvor hatte Eckhardt noch gesagt, „das geht in dieser Qualität nur mit einer Vielzahl von Sponsoren“. Am Sonntag bestätigte er das gegenüber MAZ: „Die Zahl der Sponsoren ist in unserer Stadt begrenzt. Man soll das Glück nicht überstrapazieren, wir hatten sieben Jahre lang Super-Wetter. Es wird neue Ideen und Formate geben.“

Eine tröstliche Nachricht gibt es für die Fans: Die klassischen „Melodien zur Weihnacht“ wird es am 8. Dezember im Paulikloster geben.

Von André Wirsing

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