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Brandenburg/Havel Clips gegen die Luftnot beim Treppensteigen
Lokales Brandenburg/Havel Clips gegen die Luftnot beim Treppensteigen
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19:45 03.08.2016
Der Herzkathetereingriff wird vorbereitet. Quelle: Archiv Oliver Ritter
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Brandenburg/H

Die Kardiologen des Brandenburger Klinikums können bestimmten herzkranken Patienten seit einigen Wochen mit einem schonenden Eingriff das Leben leichter machen. Die Klinikärzte setzen mit Hilfe eines Katheters eine sogenannte Mitraklappe ein und verbessern damit die Herzleistung. Die ersten zehn Patienten haben den Eingriff, der ihnen eine Operation erspart, gut überstanden, berichtet Chefarzt Oliver Ritter.

Herzspezialisten sprechen von einer Mitralklappeninsuffizienz, wenn die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer undicht ist.

Bei schweren Formen dieser Herzklappenerkrankung ist die herzchirurgische Behandlung das Therapieverfahren, das seit vielen Jahren üblich und etabliert ist.

Doch es gibt Patienten, die zu viele Begleiterkrankungen haben oder zu alt und gebrechlich sind, um eine Operation am offenen Herzen gut zu überstehen. „Diesen Patienten konnten wir früher nicht helfen“, berichtet Oliver Ritter, seit einem Jahr Chefkardiologe am städtischen Klinikum in der Hochstraße.

Ohne Operation mussten diese zumeist älteren Menschen weiter mit einem überforderten Herz leben, das es wegen der undichten Mitralklappe nicht schaffte das Blut, wie es sein soll, in die Hauptschlagader zu pumpen. Stattdessen floß das Blut zurück. Das Herz wurde zu stark beansprucht, so dass die kranken alten Menschen körperlich wenig belastbar waren, unter Luftnot litten, beim Treppensteigen schnell an ihre Grenzen stießen.

Die Mitraclip-Therapie schließt seit einigen Jahren die Lücke zwischen Herzoperation und unbehandeltem Leid des Patienten. Bisher mussten alte, oft mehrfach kranke Brandenburger in Fachkliniken nach Cottbus oder Berlin reisen, um den Eingriff dort vornehmen zu lassen. Seit diesem Frühsommer dürfen sie sich den Weg ersparen.

Clips verhindern, dass Blut zurückfließt

Zugelassen ist das Mitraclipverfahren nur für ältere Menschen, für die eine Herzoperation nicht in Frage kommt. Die Operation bleibt also für junge Menschen mit Mitralklappeninsuffizienz das Mittel der Wahl.

Durch ein etwa kugelschreiberdickes Katheter, das von der Leiste zum Herzen geführt wird, schieben die Kardiologen den Clip an die gewünschte Stelle, die zuvor genau ausgemessen wurde. Das erfordert sehr viel Fingerfertigkeit und Übung. Die Clips sollen verhindern, dass Blut wieder zurückfließt

Experten der Herstellerfirma sind bei den ersten fünfzig Eingriffen anwesend. Laut Ritter können sie aufgrund ihrer großen Erfahrung wertvolle Hinweise geben.

Bis die Katheteruntersuchung erfolgreich abgeschlossen ist, können bis zu vier Stunden vergehen.

Die Vollnarkose ist laut Chefarzt Ritter notwendig, um die Atemwege zu sichern.

Große Narben entstehen nicht. Die Öffnung an der Leiste wird am Ende des Eingriffs genäht.

Oliver Ritter, der die Therapie von seinem früheren Arbeitsort an der Uniklinik Würzburg kennt, weist darauf hin, dass nicht jeder Patient für den schonenden Eingriff über Herzkatheter in Frage komme. Denn nicht alle Klappenschäden eignen sich für diese Behandlungsmethode.

Die Entscheidung darüber trifft nach den geltenden Vorschriften ein Herzteam, das zuvor alle Befunde, die Krankengeschichte des Patienten und denkbare Begleiterscheinungen bespricht. Dazu kommen ein- bis zweimal im Monat Herzchirurgen der Bernauer Fachklinik nach Brandenburg/Havel , die in Ostdeutschland über die größte Erfahrung mit Mitraclips verfügen.

Der Mitraclip-Eingriff wird nach Darstellung Ritters im Herzkatheterbereich seiner Klinik unter Vollnarkose vorgenommen, beteiligt daran sind einschließlich des Anästhesisten zehn Fachärzte und Schwestern. Mit ein bis drei Mitraclips soll die undichte Klappe möglichst wieder so dicht gemacht werden, dass kein Blut mehr zurückfließt.

Nach zehn Mitraclip-Eingriffen ist die Brandenburger Kardiologie als Zentrum zertifiziert. Professor Ritter rechnet damit, dass sein Zentrum etwa 50 Eingriffe im Jahr vornehmen wird, ein bis zwei pro Woche.

Seine ersten Mitraclip-Patienten waren zwischen 75 und 85 Jahre alt und haben die Behandlung gut überstanden. Acht von ihnen seien nun wieder viel besser belastbar, hätten von diesem Eingriff „super profitiert“, die anderen beiden immerhin auch „ein bisschen“. Die Erfolgsquote sei vergleichbar mit der einer Herzoperation.

Von Jürgen Lauterbach

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