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Brandenburg/Havel „Paten für unsere Dom-Schätze gesucht“
Lokales Brandenburg/Havel „Paten für unsere Dom-Schätze gesucht“
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07:00 14.02.2019
Cornelia Radeke-Engst möchte nach wie vor viele Menschen für den Dom zu Brandenburg begeistern. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Cornelia Radeke-Engst war 20 Jahre lang die Dompfarrerin, elf Jahre später kehrt sie in ehrenamtlicher Funktion zurück. Sie will mit dem Dom-Förderverein noch viele Ziele erreichen. Ein Gespräch.

Frau Radeke-Engst, Sie waren lange Zeit Dompfarrerin, kehren nun in neuer ehrenamtlicher Funktion als Vorsitzende des Dom-Fördervereins zurück. Ist das ein bisschen wie heimkommen?

Cornelia Radeke-Engst: Es ist irgendwie anders. Ich liebe diesen Ort nach wie vor. Aber ich bin auch gute zehn Jahre weg, jetzt in Potsdam engagiert und es ist ein anderer Ort geworden. Das Motto „Beständig neu“ trifft diesen Zustand wohl genau.

Warum haben Sie sich für die Aufgabe im Förderverein entschieden?

Ich habe den Förderverein bereits drei Jahre im Hintergrund unterstützt, weil ich mir sehr wünsche, dass der Dom immer und immer wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt wird. Hier liegt nicht nur die Gründungsurkunde der Stadt, sondern auch die des ganzen Landes.

Und warum treten Sie ausgerechnet zu einer Zeit an, in der die Münz-Millionen ausgegeben sind, was können Sie mit dem Verein noch bewegen?

In der Tat werden die letzten Münzmittel in diesem Jahr beim Sanieren des Gebäudes Burghof 11 ausgegeben. Wir verfolgen schon ein neues Projekt, mit dem wir das Umgestalten von Ostklausur und Spiegelburg zum Haus der alten Schätze unterstützen wollen. Wir suchen für 100 Schätze Schatzpaten.

Wie soll das in der Praxis funktionieren?

Gemeinsam mit dem Museumsdirektor und dem Domstiftsarchivar haben wir jeweils 100 Schätze ausgesucht. Die Schatzpaten können sich mit jeweils 1000 Euro am Restaurieren und am sicheren Aufbewahren beteiligen. Wir hoffen beispielsweise, dass die Firmen unserer Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Beispielsweise, wenn ein Firmenchef sagt, für diese Münze gebe ich das Geld gerne. Oder eine Hausgemeinschaft eine bestimmte Buntglasscheibe erhalten will. Wenn im eigenen Haus das Geld nicht zusammenkommt, kann man in der Nachbarschaft weiter sammeln. Wenn jeder zehn Euro gibt, sind die 1000 Euro irgendwann auch beisammen.

Wie wollen Sie auf das Projekt aufmerksam machen?

Wir erstellen gerade eine Broschüre dazu. Sie hat auf der Vorderseite den Reichstaler Friedrich II von 1763. Er steckte 350 Jahre unentdeckt in einer Ritze eines Opferstocks und wurde 2013 gefunden. Bei einem Gespräch mit Oberbürgermeister Steffen Scheller hat er uns in Aussicht gestellt, Kontakte zu den Firmen in der Stadt herzustellen. Wir schreiben einen Osterbrief, in dem wir zur Mitgliederversammlung einladen, das Heft mit den Schätzen verschicken und das Projekt vorstellen. Man kann Menschen anschreiben, die einen runden Geburtstag feiern und sich statt Blumen und Süßigkeiten lieber etwas Geld für einen Schatz schenken lassen. Denkbar ist dies auch bei Beerdigungen, indem man sagt, im Angedenken an den Verstorbenen fördert man einen Schatz. Man kann etwas tun, das bleibt. Unsere Schatzmeisterin Karin Kohler treibt das Projekt voran und entwirft gerade eine Urkunde, die jeder Pate bekommen soll.

Ein Image-Problem hat der Förderverein, dass es zumindest so scheint, als würde er von Berliner Mitgliedern dominiert. Wie bekommt man mehr Brandenburger aus der Stadt für eine Mitarbeit gewonnen?

In der Tat wünschen wir uns mehr Mitglieder aus der Stadt. Wir werden mehr öffentliche Veranstaltungen anbieten und so auch über das Spektrum unserer Arbeit informieren. 50 Euro Jahresbeitrag sind für den Einzelnen vielleicht keine große Summe, aber bei vielen Mitgliedern hilft uns das ungemein. Wir bieten beispielsweise auch den Gymnasiasten für eine Zeit lang eine kostenlose Mitgliedschaft an, einfach, damit sie dem Ort verbunden bleiben, an dem sie ohnehin in der Schule zweimal die Woche zum Gottesdienst gegangen sind.

Mit welchen Veranstaltungen wollen Sie die Brandenburger interessieren?

Für den 19. Februar haben wir um 18.30 Uhr im Sommerrefektorium eine Lesung mit der jüdischen Schriftstellerin Deborah Feldmann geplant, die heute in Berlin lebt, mit ihrer Erzählung „Unorthodox“ einen Bestseller-Erfolg landete und 2017 in Deutschland „Überbitten“ veröffentlichte. In ihren Büchern, aus denen sie lesen wird, beschreibt sie einen Weg heraus aus Prägungen in ein selbstbestimmtes Leben und als Jüdin in Deutschland nach dem Holocaust ein Lebensumfeld zu finden.

Was erwartet die Brandenburger außerdem?

Wir übernehmen die Schirmherrschaft über die Brandenburger Sommerkonzerte am 24. August und beteiligen uns an der erstmals veranstalteten Langen Nacht des Domes, in der wir einige Schätze vorstellen und gemeinsam mit der Dompfarrerin Susanne Graap kleine Meditationen anbieten.

Und dann gibt es auch noch ein Jubiläum…

Am 21. Oktober wird es genau 30 Jahre her sein, dass am 21. Oktober 1989 zum Friedensgebet auf dem Burghof sich 6000 Menschen drängten. Daran werden wir erinnern im Gebet für unser Land im Dom. Im Anschluss gibt es im Sommerrefektorium ein von Pfarrerin Graap und mir moderiertes Gespräch zu der großen Wendeveranstaltung.

Sie wirken mit dem Förderverein an einem christlichen Ort, spielt das in Ihrem Veranstaltungsprogramm eine Rolle?

Ja, wir wollen mindestens eine theologische Veranstaltung im Jahr anbieten. Am 12. November geht es um das spannende Thema „Der gute Schöpfer und das Leiden der Geschöpfe – Ist Gott verantwortlich für Leid und Gewalt?“ Dazu haben wir uns den bekannten Theologen Wolf Krötke aus Berlin eingeladen, der bis 2004 als Professor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin lehrte.

Stationen von Cornelia Radeke-Engst

Cornelia Radeke-Engst war von 1988 bis 2008 Pfarrerin der Domgemeinde Brandenburg.

Dann wechselte sie für sechs Jahre zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz EKBO als Landespfarrerin für Frauen und Familien.

Seit 2014 besetzt sie die landeskirchliche Pfarrstelle für das Wiederaufbauprojekt der Potsdamer Garnisonkirche, sie ist Pfarrerin der Nagelkreuz-Gemeinde.

Im Ehrenamt ist sie seit kurzer Zeit wieder am Dom zu Brandenburg als Vorsitzende des gleichnamigen Fördervereins.

Von André Wirsing

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