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Brandenburg/Havel Kickstart für „Call me later“
Lokales Brandenburg/Havel Kickstart für „Call me later“
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17:20 08.02.2019
Oliver Irmer, Dana Lenk, Christoph Jordan und Andreas Weimer in ihrem Probenstudio. Quelle: Nadine Schwertfeger
Brandenburg/H

Unbekannte italienische Violinsonaten, ein Haar-Abenteuer in Liedern, eine Community Radio Show und in wenigen Tagen auch die Brandenburger Band „Call me later“. Sie alle treffen sich auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com. „Seit Kickstarter am 28. April 2009 live ging, haben 16 Millionen Menschen mit mehr als 4,1 Milliarden US-Dollar dazu beigetragen, 157.598 Projekte ins Leben zu rufen“, heißt es dort. Es geht um Schwarmfinanzierung von kreativen Projekten. Menschen helfen Künstlern und werden auf unterschiedliche Weise am Erfolg beteiligt.

Belohnung für die Spender

Auf Kickstarter.com werben Künstler mit einem kurzen Video für ihr Projekt und hoffen auf Spenden.

Bis die erbetene Summe erreicht ist, liegt das Geld auf einem Verwahrkonto.

Die Spender werden in einer Art Staffelung belohnt, welche die Band vorab festgelegt hat.

Für fünf Euro beispielsweise gibt es eine namentliche Erwähnung auf der Webseite www.callmelater.de

Für 15 Euro eine Erwähnung plus fertiges Album auf CD, für 50 signierte CD plus Band-T-Shirt. Ab 100 Euro kommen noch exklusive Songs als Download sowie ein VIP-Status auf einem Konzert dazu.

„Call me later“ hat mittlerweile ihr drittes Album „Vimana“ seit Anfang 2015 veröffentlicht, die Band gibt regelmäßig Konzerte, hat sich kontinuierlich weiter entwickelt, setzt konsequent auf eigene Musik und verzichtet auf jegliches Covern anderer Künstler. Ihr Stil treibt zwischen Hard Rock, klassischem Rock ’n’ Roll, Country-Folk, Reggae und melodiösen Pop-Songs.

„Es ärgert uns, dass wir faktisch betteln gehen müssen, doch wir sehen keine andere Möglichkeit. Offensichtlich hat gute Musik heute in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch einen hohen Stellenwert“, sagt Oliver „Zampano“ Irmer. Die Musiker wollen, dass ihre Songs im Radio gespielt werden und die Tonträger in den Plattenläden stehen. Dafür bedarf es eine Neuabmischung in einem professionellen Tonstudio. Bassist und Techniker Andreas Weimer hat alle Spuren zigfach aufgenommen, doch fehlt es an der „Schlusskosmetik“ mit bestimmten Kompressionen und Mixtechniken, die Lieder „radiotauglich“ machen. Ein Studio ist mit „Tidalwave“ von Patrick Damiani in Karlsdorf nahe Karlsruhe bereits gefunden. Das professionelle Mixen von „Vimana“ kostet etwa 7000 Euro. Und dann kommen auf die neue CD nur noch elf der ursprünglich 17 Titel.

Ein Werbefoto von „Call me later“. Quelle: Nadine Schwertfeger

„Wir müssen uns um Spenden bemühen, weil wir das Geld mit Auftritten nicht in absehbarer Zeit zusammen bekommen“, beschreibt Schlagzeuger Christoph Jordan. Veranstalter zahlten längst nicht mehr auskömmliche Preise. Von den Gagen gehen noch Ausgaben für Tontechniker, Abgaben oder Transport ab. Da bleibe nichts übrig.

Gelingt das Projekt des Spendeneinsammelns, können die vier Musiker einen Schritt weiter gehen. „Es gibt eine Plattenfirma in München, die unseren Sound sehr gut findet. Mit der neuen CD würden sie uns auch im Verkauf unterbringen und das Produkt entsprechend bewerben“, verrät Irmer.

Dieser Weg sei der erfolgversprechendere gegenüber der Tippeltappel-Tour bei den einzelnen Radiosendern. Auch wenn es kleine lustige Pannen gibt: „Wir waren auch beim Bertelsmann-Plattenlabel BMG Rights Management. Dort hat man uns empfohlen, dass wir uns ein Heavy-Metal-Label fürs Vermarkten suchen. Aber für die wären wir doch eher so etwas wie Schlagerfuzzys“, Jordan lacht darüber.

Denn eines haben sich die drei Musiker und Sängerin Dana Lenk geschworen: Sie wollen sich nicht verbiegen lassen beim Komponieren, Einstudieren und Vortragen ihrer Musik. Deshalb haben sie beispielsweise auch recht lange nach einem passenden Tonstudio gesucht. „Patrick Damiani macht Vorschläge, wir diskutieren das, schicken die Demos auch dreimal hin und her, bis es am Ende passt. Das ist ein Prozess auf Augenhöhe“, erzählt Irmer. Er ist in seinem musikalischen Leben weit herumgekommen und kennt die Branche. Die Mitglieder von „Call me later“ wollen sich deshalb nicht wie Amateure behandeln lassen, schließlich stehen besonders Gitarrist Irmer und Bassist Weimer in manchen Wochen bis zu 70 Stunden im Studio in der Spittastraße.

Von André Wirsing

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