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Brandenburg/Havel Das Brausen in Sankt Katharinen
Lokales Brandenburg/Havel Das Brausen in Sankt Katharinen
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17:07 27.08.2017
Der gewaltige Orgelprospekt in Sankt Katharinen lässt die Kraft der Musik ahnen, doch fehlt das Schwellwerk mit den romatischen Pfeifen. Quelle: privat
Brandenburg/H

Gewaltiges Brausen erfüllte am Freitag den Raum, es kam von den Emporen der Katharinenkirche. Zur Sommer-Orgel-Nacht, die in diesem Jahr bereits zum 21. Mal stattfand, erklangen beide „Königinnen der Instrumente“, die Haupt- und die Chororgel, sogar gleichzeitig. Im ersten Teil des Konzerts demonstrierte Litwinski eindrucksvoll den Facettenreichtum der Hauptorgel. Nun kennt er sein Instrument in- und auswendig, aber dennoch begeisterte wieder die sorgfältige Registrierung, die den Klangfarbenreichtum der Orgel hervorhob. Litwinski verband dies mit einem lebendigen und technisch einwandfreien Spiel. Gleichzeitig bot er ein abwechslungsreichen Programm, bei dem deutlich wurde, dass er auch stilistisch ein versierter Organist ist. So erklangen unter anderen des Barockkomponisten Vincent Lübeck transparent bleibendes und warmherzig gespieltes Praeludium in E-Dur, das von meditativer Stille durchdrungene Stück „Wine of Peace“ von Charles Camilleri. Auch die spielfreudigen Variationen über das Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Andreas Willscher hatten ihren Platz. Bei der Wiedergabe der Sonate Nr. 1 in d-Moll von August Gottfried Ritter, der ab 1847 fast 40 Jahre als Organist am Magdeburger Dom wirkte, sorgte Litwinski für ein romantisches Hörerlebnis. Dem Werk, das ein übergreifendes Beziehungsgeflecht aufweist, gab er differenzierende Spannungsmomente.

Dass beide Instrumente nach der Pause gleichzeitig erklangen, war dem Vorhaben geschuldet, die Liwinski und der kürzlich gegründete Freundeskreis Orgelprojekt St. Katharinen verbinden. Die Hauptorgel auf der westlichen Empore sieht älter aus als sie in Wirklichkeit ist. Der kunstvoll gestaltete Orgelprospekt für das einstige Instrument des Orgelbauers Joachim Wagner wurde 1726 geschaffen. Das klingende Instrument baute jedoch vor 80 Jahren die Potsdamer Firma Schuke in das barocke Gehäuse ein, Die Orgel im Chorraum ist begrenzter in ihren klanglichen Möglichkeiten, hat dadurch nicht so viel Power. Sie wurde von der Firma Jehmlich in Dresden erbaut. 2005 kam sie in die St. Katharinenkirche.

Litwinski und der Freundeskreis streben ungeahnte sinfonische Klangerlebnisse für das Gotteshaus an, durch gleichzeitiges Erklingen beider Orgeln. Dazu ist ein Zentralspieltisch vonnöten, von dem aus beide „Königinnen“ bedient werden. Auch der Bau eines neuen Schwellwerkes ist geplant. Für dieses Vorhaben werden Spender gesucht. Welchen Klang das gemeinsame Musizieren hervorrufen kann, gaben der Stadtkantor und die aus Südkorea stammende und in Brandenburg tätige Organistin Suhyun Lim kund. Damit sie bei ihrem weitgehend synchronen Spiel nicht ins Schleudern gerieten, wurde ein Lautsprecher sowie ein Mikrofon an beiden Orgeln installiert, um eine Kommunikation zwischen den Spielern zu ermöglichen.

Auch hierfür hielten die Musiker ein abwechslungsreiches Programm vor. Nach einem gravitätischen Auftakt mit Musik zu einem Pontifikalamt von Marco Enrico Bossi, bereiteten das tänzerische Wechselspiel im „La Mantouana“ von Ludovico Grossi da Viadana (16. Jahrhundert) Freude. Darin war auch Giovanni Gastoldis „In dir ist Freude“ nicht zu überhören. Zum Finale dann das mächtige Brausen. Beide Organisten schufen eine Fassung für zwei Orgeln der Symphonie d-Moll für Orgel und Orchester des Pariser Spätromantikers Alexandre Guilmant.

Schwungvoll und effektsicher musizierten Suhyun Lim und Fred Lirtwinski das sinfonische Werk, so dass die Zuhörer die Künstler mit stürmischem Beifall feierten.

Von Klaus Büstrin

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