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Brandenburg/Havel Das Café Rosenhag ist schon wieder dicht
Lokales Brandenburg/Havel Das Café Rosenhag ist schon wieder dicht
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07:15 31.05.2016
Verwaist: Das Café Rosenhag am Nicolaiplatz. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Josef Grosse Wiesmann hat bislang kein Glück mit seinen Caféhaus-Betreibern am Rosenhag – schon wieder ist das Café geschlossen. Vor fünf Jahren hat er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Christoph Miethke den denkmalgeschützten Bauhaus-Komplex von 1928 des Architekten Werner Schenck liebevoll saniert, die 48 Wohnungen und die beiden Läden auf 4200 Quadratmetern Nutzfläche hergerichtet. Für das Café betrieb er besonderen Aufwand, selbst die gebogene Glasfassade ließ er wieder auferstehen. Die originalen Bauhausmöbel ersteigerte Gosse Wiesmann im Internet: Gerrit Rietveld-Lampen, Vitra-Stühle, die klassischen Freischwinger von Marcel Breuer, Sitzmöbel von Mauser...

2013 eröffnete das Café am Rosenhag – betrieben wurde es vom ehemaligen Musikschulen-Chef Bernd Heese, er gab aber nach 13 Monaten schon wieder auf. Dann folgte quälender Leerstand. Im Januar 2015 präsentierten die Eigentümer einen neuen Betreiber. Konstantin Kovac hatte zuvor als Koch in verschiedenen Traditionshäusern gearbeitet, die Besitzer ließen nach seinen Wünschen sogar die Küche umbauen und den Tresen erweitern. Zwei Wochen vor der Bundesgartenschau eröffnete Kovac. Die Buga-Monate verliefen zufriedenstellend, auch wenn andere Gastronomen ungleich mehr Zulauf hatten.

Dann kam der Einbruch: Nach originellen Ideen wie Lunchpaketen zum Mitnehmen nur eine langweilige Standardkarte, auf Werbung wurde ganz verzichtet, selbst an sonnigen Tagen wurden die Außentische und Stühle nicht mehr abgekettet und einladend hergerichtet.

„Es ist mal wieder in die Hose gegangen“, sagt Grosse Wiesmann selbstkritisch. „Am Ende war es nur noch unterirdisch. Kovac hat viele Versprechen nicht gehalten, er wollte die Brandenburger ins Boot holen. Von uns hat er alle Wünsche erfüllt bekommen, auch die aufwendigen Umbauten.“ Gerade deshalb wolle er es jetzt noch ein drittes Mal probieren, wenn sich ein Betreiber findet. „Es ist doch zu schade, alles wieder herauszureißen und eine Galerie oder Ausstellung hier einzurichten.“ Die Gastronomieszene sei noch nicht so breit gefächert und ausgebaut wie in Metropolen, deshalb sei er überzeugt, dass sich zumindest im Pachtverhältnis ein solches Café auch ökonomisch betreiben lasse.

„Der neue Pächter sollte zumindest Herz haben, motiviert sein und das Bauhaus in diesem Lokal nicht ganz zugrunde richten.“ Gegen ein Verramschen des Laden und eine Beliebigkeitsgastronomie stemmen sich die Eigentümer imm er noch energisch. Ihnen hatte vor Kovac vorgeschwebt, ein kleines Abziehbild des berühmten Traditions-Café „Majestic” in der portugiesischen Hafenstadt Porto hier zu installieren – mit einem Glas Porto zur Schokocrèmetorte, dezenter Jazzmusik und kleineren Konzerten. Interessenten sind nun willkommen.

Von André Wirsing

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