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Buga: Das Defizit steigt weiter

Gartenschau in finanzieller Misere Buga: Das Defizit steigt weiter

Das Buga-Defizit steigt und steigt. Bis zu 12 Millionen Euro sollen es sein. Bislang nahm man an, dass die Bürgermeister der Buga-Gemeinden nicht über das Minus informiert waren. Nun kommt heraus, dass sie bereits seit Juli Bescheid wussten. Der Bericht der Buga-Finanzchefin zeigt, wie dramatisch die Gartenschau finanziell gefloppt ist.

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Die Buga in der Havelregion wird mit einem dicken finanziellen Minus enden.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. 10,1 Millionen Euro beträgt das aktuelle Buga-Defizit, doch täglich wird es mehr. Selbst die von Finanzchefin Elke Adam korrigierten Einnahmeprognosen werden munter verfehlt. Nach Ihrer Rechnung hätten im August jeden Tag 100.000 Euro eingenommen werden müssen, stattdessen waren es durchschnittlich gerade 45.000 Euro am Tag. Seit Anfang September kommen - nach Korrektur der Prognose - nur noch 33.000 Euro in die Kasse.

„Wir können also damit rechnen, dass bis zum Ende der Buga noch einmal eine halbe Million Euro Defizit dazukommt?“ So fragt der Amtsdirektor von Rhinow Jens Aasmann (SPD). Elke Adam wagt gar keine genauen Prognosen mehr. Ihr Nachtragshaushalt, der am Montag im Zweckverbandsvorstand und in der Zweckverbandsversammlung vorgelegt wurde, ist auch schon mehr als drei Wochen alt.

Kornmesser tritt ab

Indirekt löste sie mit den verheerenden Zahlen einen Eklat aus: Mit sofortiger Wirkung hat das Brandenburger Vorstandsmitglied Britta Kornmesser (SPD) ihren Sitz in allen Buga-Gremien aufgegeben. „So lasse ich mich nicht behandeln, alle Informationen werden an einem Vorstandsmitglied vorbei geschleust, obwohl es einen direkten Auftrag zur umfassenden Information bei der letzten Sitzung am 2. Juli gegeben hat.“

Der Skyliner ist die Erfolgsgeschichte

So sahen die aktuelle Besucherzahlen zur Buga aus, die am Montag dem Zweckverband vorgelegt wurden.

In Brandenburg an der Havel waren 450.000 Gäste auf dem Marienberg und 484.000 auf dem Packhof. Die Blumenschauen in Sankt Johannis sahen 320.000 Gäste.

In Premnitz wurden 215 000 auf dem Buga-Gelände. In Rathenow besuchten 404.000 Gäste Optikpark und Weinberg. In Stölln wurden 170.000 Gäste gezählt.

In Havelberg kamen 380.000 Besucher in den Dombezirk und 171.000 zu den Hallenschauen in Sankt Laurentius.

Zwei Millionen Flyer wurden gedruckt und verteilt. 5500 Busse mit rund 220.000 Fahrgästen steuerten die Bugakommunen an. In 75 Reisekatalogen waren Buga-Fahrten zu buchen. 80 Gästeführer absolvierten 2100 Führungen.

Zu den Erfolgen dieser Buga zählt der Skyliners. Um rentabel zu sein, hätte der Skyliner 114.000 Besucher über die Buga-Zeit beenötigt. Am Montag waren es bereits 147.000 Passagiere.

Zuvor hatte Geschäftsführer Erhard Skupch behauptet, es hätte keinen Beschluss dazu gegeben. Gleichwohl räumte er einen viel größeren Skandal ein. „Alle Bürgermeister waren taggenau über alle Zahlen informiert.“ Und dies bereits seit Juli. Das bedeutet, alle Bürgermeister im Vorstand plus Vertreter der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft sind sehenden Auges in die Pleite gelaufen, die Millionenverluste sind nicht überraschend gekommen, sondern waren lange absehbar.

Fast zehn Millionen aus Ticketverkäufen fehlen

Dennoch gab es keinerlei Gegensteuern, etwa durch verstärkte Werbung oder Marketingmaßnahmen. Vielmehr ließen sich der Vorstand wie der Verband drei Monate Zeit, bis sie mal wieder zusammentraten.

Nicht nur 9,85 Millionen Euro aus Ticketeinnahmen fehlen nun, sondern auch rund 820.000 Euro aus der Gastronomiepacht sowie 524.000 Euro aus der Parkplatzbewirtschaftung. Da könnten ein paar zusätzliche Sponsoringeinnahmen nichts am Bild verbessern. „Wenn wir jetzt noch irgendwie positiv dastehen wollen, setzen wir gleich elf oder zwölf Millionen Euro Defizit an und hoffen, dass es am Ende etwas weniger wird“, sagt Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski (CDU) und legt damit immerhin noch eine Portion Galgenhumor an den Tag.

Von André Wirsing

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