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Brandenburg/Havel Das Drillings-Wunder von Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Das Drillings-Wunder von Brandenburg
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14:48 08.05.2016
Carlos, Noah und Mattes tragen nicht nur die gleiche Kleidung. Wahrscheinlich sind sie dreieiige Drillinge. Quelle: Steiner
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Brandenburg/H

Eineiige Zwillinge, so etwas kommt vor. Eineiige Drillinge dagegen sind sehr selten. Als vor anderthalb Jahren drei gleiche Mädchen in Bochum geboren wurden, war von einem „Jahrhundertereignis“ die Rede. Brandenburg an der Havel wäre dann womöglich Schauplatz eines Jahrtausendereignisses. Drei kleine Brandenburgerinnen sehen sich verdammt ähnlich, gleiches gilt für drei noch kleinere Brandenburger. Ob sie eineiig sind weiß niemand sicher. Der klärende Gentest wäre teuer.

Am Morgen des 8. Oktober 2010 kamen drei junge Damen auf die Welt, die Kinder von Jennyfer Hager (35) und Nico Hupkau (35) aus Brandenburg/Havel. Inzwischen sind Dilara, Kimberly und Charlize stolze fünf Jahre alt und kommen wahrscheinlich in diesem Jahr schon in die Schule.

Vater und Mutter haben wenig Mühe, ihre Mädchen auseinanderzuhalten. Doch der Rest der Welt hat Mühe. „Viele Ärzte fragen, ob die Drei eineiig seien“, erzählt Nico Hupkau. Selbst die Großeltern wissen nicht immer, wer welches Mädchen ist.

Eltern können ihre Kinder auseinanderhalten

Ähnlich gleich sehen sich die drei Jungen von Kathrin (30) und Michael Kern (35), die auf dem Görden leben. Carlos, Noah und Mattis werden im Sommer zwei Jahre alt. Geboren wurde sie am 29. Juli 2014 ebenfalls in der Obhut der Geburtshelfer um den Brandenburger Chefarzt Peter Ledwon. Er geht davon aus, dass tatsächlich eine sogenannte monozygote Drillingsschwangerschaft vorliegt.

Dilara, Kimberly und Charlize kommen schon bald in die Schule Quelle: JACQUELINE STEINER

Alle drei Kinder wären aus einer einzigen befruchteten Eizelle entstanden, die sich während der nachfolgenden Teilung in drei nicht mehr miteinander verbundene Zellhaufen aufgespalten hat. Diese können sich dann bis zu einem bestimmten Stadium jeweils zu einem Kind entwickeln, erklärt der Chefarzt des städtischen Klinikums.

Carlos, Noah und Mattis sind drei muntere Burschen, kommen gut miteinander aus, sind selten krank und recht zuverlässige Durchschläfer von 18 bis 6 Uhr. Kathrin und Michael Kern halten sie trotz ihrer großen Ähnlichkeit locker auseinander. „Sie haben ihr eigene Mimik und ihren eigenen Charakter“, erklärt die Mutter, der natürlich klar ist, dass für Außenstehende ein Ei dem anderen gleicht.

Biologisch und genetisch völlig identisch

Die Wahrscheinlichkeit dass bei einer Drillingsgeburt alle drei Kinder aus einer einzigen befruchteten Eizelle entstanden sind, wird oft mit 1:200 Millionen angegeben. Peter Ledwon, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe im städtischen Klinikum Brandenburg, ist zurückhaltender. Ihm zufolge wird die Wahrscheinlichkeit mit großen Schwankungen zwischen 1:10 bis 1:200 Millionen Geburten angegeben.

Die Brandenburger Drillinge sind aus natürlicher Zeugung hervorgegangen.

Die Art der Zeugung spielt aber die Entwicklung eineiiger Drillinge keine Rolle, erklärt Chefarzt Ledwon.

Mehrlingsschwangerschaften nach künstlicher Befruchtung entstehen meist dadurch, dass zwei (oder in anderen Ländern auch mehr) befruchtete Eizellen eingesetzt werden. Teilt sich dann eine (oder teilen sich auch beide) noch einmal komplett, können hierdurch wiederum auch höhergradige Mehrlinge entstehen. Ledwon: „Häufig finden wir dann eine Kombination aus eineiigen Zwillingen mit einem zweieigen Drillingspartner.“

Eineiige Mehrlinge sind biologisch und genetisch völlig identisch, da sie aus der selben befruchteten Eizelle stammen. Unterschiedliche Verhaltensweisen und Aussehensmerkmale entstehen dann erst nach der Geburt durch unterschiedliche Umweltprägungen.

Carlos ist der fürsorgliche Typ, der bei Bedarf immer einen Tutti zum Trost bereit hält.Noah hängt sehr an seinem Papa und Mattes ist ein ordentlicher Junge, der immer alles aufräumt. Seit Oktober geht das Jungentrio in die Kita, wo es all denen Kopfzerbrechen bereitet, die den einen vom anderen unterscheiden sollen. Die Eltern sind beide berufstätig und managen ihren Alltag rund um die drei Kinder mit viel Organisationsgeschick.

Zurück zu der Familie aus der Klingenbergsiedlung. Bei aller äußerlichen Ähnlichkeit sind die drei Mädchen, die einen großen Bruder haben, unterschiedlich in ihrem Wesen, haben ihren eigenen Kopf. „Kimberly fällt durchs Essen auf, sie schreit danach“, erzählt Vater Nico Hupkau. Entsprechend proper und robust sei die Kimmy.

Carlos ist der fürsorgliche Typ

Charlize dagegen ist zarter, schmächtiger als ihr Drillingsschwester. Aber sie hat aufgeholt und ist ein selbstbewusstes Persönchen geworden. Dilara ist in dem Trio das Sensibelchen, das schüchterne Kind, das sich schneller als die anderen angegriffen fühlt.

Alle drei Mädchen eint, dass sie sich in der Kita langsam langweilen, schon Mama und Papa schreiben und bis 30 zählen können. Sie sind unternehmungslustig, malen und spielen gern, fahren Fahrrad, turnen im SV 94 und verwüsten ihr Kinderzimmer. Sie zanken manchmal wie die Kesselflicker, liegen sich aber in den Armen, wenn sie sich nach einer kurzen Trennung endlich wiederhaben.

Mädchen können schon bis 30 zählen

Ihre Eltern, beide berufstätig, haben durchaus schwere Zeiten hinter sich, weil ein Mädchen mit einem pränatalen Loch im Herzen zur Welt kam und eine Bronchitis entwickelte. Krankheiten gehen reihum, das zieht sich dann bei drei Kindern schnell einmal über zwei Wochen.

Weder Familie Hager/Hupkau noch Familie Kern weiß mit Sicherheit, ob ihre Drillinge wirklich eineiig sind. Feststellen ließe sich das mit einem Gentest. Doch der kostet 400 Euro, was keine Kasse übernimmt, und bringt außer der Gewissheit über die Eineiigkeit keine weiteren Erkenntnisse.

Von Jürgen Lauterbach

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