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Das „Engagierte Leben“ löst sich auf

Brandenburg an der Havel Das „Engagierte Leben“ löst sich auf

Kurz vor dem runden Jubiläum verschwindet eine kulturelle Institution aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt Brandenburg an der Havel. Der 1993 gegründete Förderverein „Engagiertes Leben“ löst sich zum Jahresende auf. Zwei Versuche, den Vorstand neu zu besetzen, sind zuvor gescheitert. Einige der rund 600 Mitglieder versuchen sich zu behelfen.

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Lernen am Rechner: Nach dem Ende des „Engagierte Lebens“ treffen sich Karin Fertig (72), Matha Unterschütz (78), Kursleiterin Helga Wendt (73) und Christa Poschadel (74, von rechts) im Bürgerhaus Hohenstücken zum PC-Kurs.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Kurz vor dem runden Jubiläum verschwindet eine kulturelle Institution aus Hohenstücken und aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt. Der 1993 gegründete Förderverein „Engagiertes Leben“ löst sich zum Jahresende auf. Zwei Versuche, den Vorstand neu zu besetzen, sind zuvor gescheitert. Einige der rund 600 Mitglieder versuchen sich zu behelfen.

Die Geschichte des „Engagierten Lebens“ reicht zurück in die Jahre, in denen das Brandenburger Stahlwerk geschlossen und Menschen in ihrem sechsten Lebensjahrzehnt in den Vorruhestand geschickt wurden. Diese Bürger suchten und fanden mit Hilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes im Förderverein „Engagiertes Leben“.eine neue Gemeinschaft.

Vor 24 Jahren wurde der Förderverein in einer Wohnung am Mühlendamm gegründet, beim ASB in der Rosa-Luxemburg-Allee entstand der erste Treffpunkt, der mehrere Jahre lang als Modellprojekt vom Staat gefördert wurde. Viele Gruppen bildeten sich am neuen Standort Bürgerhaus Hohenstücken aus und schufen ein reiches Freizeitangebot: Tanzen, Singen, Skat, Rommé, Wandern, Reisen, Basteln, Fahrradfahren, Computer, Video und vieles mehr.

Zeitweise zählte der Förderverein etwa 1200 Mitglieder, die den Ruhestand nicht nur der Abschluss eines Lebensabschnittes verstanden, sondern auch als Chance, Neues zu erproben, Wünsche zu verwirklichen und neue Kontakte zu knüpfen.

Doch nach zweieinhalb Jahrzehnten seit der Vereinsgründung sind viele Mitglieder und auch der Vorstand zwischen 75 und 80 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt liegt inzwischen bei 76,5 Jahren. „Der ASB und der Förderverein haben es sich wirklich nicht leicht gemacht, versichert Wilma Kamin, die zwölf Jahre lang als Koordinatorin des Engagierten Lebens aktiv war und zum Jahresende in den Ruhestand tritt.

Vorstand Hartmut Heidemann und seine Mitstreiter haben über lange Zeit die Fahne hoch gehalten, wollen oder müssen sich nun aber aus verschiedenen Gründen zurückziehen. Der erste Anlauf im Mai, Nachfolger für ihre Ehrenämter zu finden, scheiterte ebenso wie der zweite Versuch im vergangenen Monat. Niemand will die Verantwortung mehr übernehmen.

Daher bleibt nur die Auflösung, zumal nach Informationen der MAZ auch die Kommunalpolitiker in Brandenburg/Havel keinen Ausweg aufzeigten. Der Förderverein hatte sich ans Rathaus und an die Parteien gewandt.

Etwa 600 Mitglieder sind übrig geblieben, die letzten Gruppen waren nicht mehr 12 bis 15 Teilnehmer stark, sondern zumeist fünf oder sechs. Von den einst zwanzig Leuten der Skatgruppe seien nur noch vier übrig geblieben, bestätigt Wilma Kamin.

Die älteren Bürger, die rund 20 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr zahlten, stehen nun nicht komplett mit leeren Händen da. „Sie stehen nicht auf der Straße“, sagt Wilma Kamin.

Natürlich ziehen sich mit dem Vereinsende nun einige zurück. Andere treffen sich aber privat oder in der Gastwirtschaft. „Sieben Gruppen haben wir aufgenommen“, berichtet Tino Haberecht, Koordinator der städtischen Beschäftigungsgesellschaft BAS im Bürgerhaus Hohenstücken. Dort hat der ASB als Träger die Räume des Engagierten Lebens bereist gekündigt und geräumt. Offiziell Schluss ist am 31. Dezember.

Von Jürgen Lauterbach

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